Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Trotz erschwerter Rahmenbedingungen positive Verkehrsbilanz 2001

14.03.2002


Die Deutsche Bahn hat heute im Aufsichtsrat den vorläufigen Jahresabschluss vorgestellt. Trotz der schwachen Konjunktur und trotz des entfallenen Sondereffektes der EXPO 2000 konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent gesteigert werden. Die Verkehrsleistung (gemessen in beförderten Personen- und Tonnenkilometern) lag insgesamt auf Vorjahresniveau. Die Verkehrsleistung im Personenverkehr lag knapp oberhalb des Vorjahresniveaus und hat damit den höchsten Wert seit Beginn der Bahnreform erzielt. Im Vergleich zum rückläufigen Individualverkehr um ein Prozent gewinnt die Schiene damit weiterhin Marktanteile hinzu. Der Güterverkehr war in der zweiten Jahreshälfte von der deutlichen allgemeinen Konjunkturabschwächung betroffen, die sich auf die schienenaffinen Güter besonders ausgewirkt hat. Die Verkehrsleistung im Güterverkehr lag trotzdem fast auf Vorjahresniveau. Damit wurde der zweitbeste Wert seit Beginn der Bahnreform erreicht.


Diese Verkehrsbilanz weist aus, dass sowohl die Rationalisierungsmaßnahmen im Personen- wie auch im Güterverkehr von den Kunden positiv aufgenommen wurden. Damit fiel der erwartete Rückgang des Betrieblichen Ergebnisses nach Zinsen um 173 Mio. € besser aus als in der Planung angenommen. Das Be-triebliche Ergebnis nach Zinsen ist allerdings - wie geplant - negativ, und zwar mit 205 Mio. €.


Ursächlich für dieses Ergebnis sind der Modernisierungsaufwand und die erneut hohen Investitionen der Bahn. Die Investitionen wurden gegenüber dem Vorjahr um rund 205 Mio. € auf knapp über 7 Mrd. € gesteigert. Insbesondere im Unternehmensbereich Fahrweg wurde über 500 Mio. € mehr investiert als im Vorjahr. Damit ist und bleibt die Bahn der größte Investor in Deutschland. Die Investitionen im Rahmen der "Offensive Bahn" haben zu deutlichen Qualitätsverbesserungen geführt. Im Netz wurde die Zahl der Langsamfahrstellen halbiert, zusätzlich zu dem laufenden Bahnhofsprogramm wurden eine Sauberkeitsoffensive und eine Sicherheitspartnerschaft mit dem Bundesinnenministerium und dem BGS gestartet. Sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr läuft ein Beschaffungsprogramm für neue Fahrzeuge auf Hochtouren. Diese Qualitätssteigerungen werden von den Kunden auch honoriert. Alle Imagewerte der Bahn liegen bei Umfragen unabhängiger Institute wie GfK und Infas auf dem höchsten Stand seit Jahren.



Die Produktivität der Mitarbeiter - gemessen an der Verkehrsleistung - wurde erneut um 5,2 Prozent gesteigert und liegt damit um 156 Prozent über dem Ausgangswert zu Beginn der Bahnreform. Insgesamt waren zum Jahresende noch etwa 214.000 Mitarbeiter bei der Bahn beschäftigt. Der Mitarbeiterbestand ist damit um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken.


Die Veröffentlichung der endgültigen Jahresergebnisse wird im Rahmen der Bilanzpressekonferenz am 16. Mai 2002 erfolgen.


Die Deutsche Bahn hat den Aufsichtsrat auch über Kostenaktualisierungen und Risiken bei Großprojekten unterrichtet. Die Kostensteigerungen resultieren zum großen Teil aus bereits seit längerem angekündigten Risiken, deren Eintritt nunmehr sicher erwartet werden muss. Andere Risiken konnten allerdings auch durch Gegensteuerungsmaßnahmen reduziert werden.


Die Neubaustrecke Köln-Rhein/Main, deren Fertigstellung kurz vor dem Abschluss steht, wird danach ca. 6 Mrd. € kosten. Sie war ursprünglich vor Einleitung von Planfeststellung und geologischen Prüfungen mit knapp 4,6 Mrd. € veranschlagt worden. Neben allgemeinen Kostensteigerungen haben auch notwendige Zusatzmaßnahmen zur Erfüllung von Umwelt- und Lärmschutzauflagen und gesetzliche Änderungen zur Tunnelsicherheit zu den Erhöhungen beigetragen. In der jetzt vorgelegten Kostenschätzung ist das Verhandlungsergebnis von ca. 2.000 von insgesamt 2.800 Nachtragsanmeldungen der Bauindustrie ebenso eingearbeitet, wie die Schätzung der DB für das Verhandlungsergebnis der noch ausstehenden ca. 800 Nachtragsvereinbarungen. Die Kostensteigerungen für die Bahn können sich noch durch verschiedene noch nicht ausgeschöpfte Förderungsmaßnahmen verringern.


Die Kostenschätzung für die Neu- und Ausbaustrecke Nürnberg-Ingolstadt-München belaufen sich nach heutigem Stand auf rd. 3,6 Mrd. €. Dabei handelt es sich allerdings nur um einen Zwischenberichtsstand der eingesetzten Task Force. Diese prüft die Kostensteigerungsrisiken, die sich vor allem aus geologischen Schwierigkeiten ergeben haben. Die im Verlauf der Bauarbeiten festgestellten Baugrundprobleme machen erhebliche Zusatzarbeiten und zum Teil neue Planfeststellungen notwendig. Die besonderen geologischen Risiken wurden vor allem im Verlauf von Tunnelbohrarbeiten festgestellt. Das Projekt ist aus heutiger Sicht mit weiteren Risiken belastet.


Auch bei den Neubaumaßnahmen in Berlin wurde der Aufsichtsrat darüber informiert, dass sich insbesondere aus dem komplexen und zu Verzögerungen führenden Bauplanungs- und Genehmigungsprozess noch weitere erhebliche Kostenrisiken ergeben können. Ziel bleibt weiterhin eine technische Inbetriebnahme der Nord-Süd-Strecke einschließlich des Lehrter Bahnhofs zur Fußballweltmeisterschaft 2006.

Dieter Hünerkoch |

Weitere Berichte zu: Bahnreform Güterverkehr Verkehrsbilanz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wert fest „im grünen Bereich“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt auf nur 5,1 Prozent
14.09.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft nähert sich der Hochkonjunktur
07.09.2017 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie