Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IAQ zur Subventionierung des Niedriglohnsektors: Statt Mindestlohn springt der Staat ein

22.05.2007
Der deutsche Staat und die Steuerbürger zahlen, damit die deutsche Wirtschaft auf Mindestlöhne verzichten kann. Viele Erwerbstätige verdienen so wenig, dass sie ergänzend zum niedrigen Lohn auf das Arbeitslosengeld II angewiesen sind.

Das Institut Arbeit und Qualifikation IAQ der Universität Duisburg-Essen warnt davor, dass der bislang gezahlte faktische "Kombilohn" Unternehmen dazu einlädt, Löhne zu drücken, weil sie sich darauf verlassen können, dass der Staat die Ausfallbürgschaft übernimmt.

"Der Staat kann aber nicht auf Dauer Niedrig(st)löhne ohne jede Untergrenze subventionieren", kritisiert die IAQ-Arbeitsmarktexpertin Dr. Claudia Weinkopf. In anderen Ländern sorgt demgegenüber ein gesetzlicher Mindestlohn dafür, dass solchen Praktiken Grenzen gesetzt werden. Im Oktober 2006 erhielten bereits 1,1 Millionen Beschäftigte ergänzende Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Hartz IV). Insgesamt erhält gut jeder fünfte (20,9 %) Grundsicherungsempfänger Unterstützung nicht aufgrund von Arbeitslosigkeit, sondern weil sein Erwerbseinkommen nicht ausreicht, um den Mindestbedarf des Haushaltes zu decken. Gut 440.000 dieser so genannten "Aufstocker" sind Vollzeitbeschäftigte.

Die Bundesregierung hat sich jedoch nicht auf die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes in Deutschland einigen können. Stattdessen wird nun in Erwägung gezogen, die Zahl der Aufstocker zu reduzieren, indem diese von der Zahlung von Sozialabgaben befreit werden. Am Grundproblem, dass dem Lohndumping in Deutschland keine Grenzen gesetzt werden, würde dies jedoch nichts ändern. Vielmehr würde nur die eine staatliche Subvention von Niedriglöhnen durch eine andere ersetzt.

Redaktion: Claudia Braczko, Tel: 0209/1707-176, 0170-8761608, presse-iaq@uni-due.de

Weitere Infos: Dr. Claudia Weinkopf, Tel: 0209/1707-142, -178, claudia.weinkopf@uni-due.de

Beate Kostka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-duisburg-essen.de/

Weitere Berichte zu: IAQ Mindestlohn Niedriglohnsektor Subventionierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen