Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Betriebe in Europa setzen auf Bildungscontrolling

07.03.2002


Bildungscontrolling wird in der Zukunft für immer mehr Betriebe unterschiedlicher Größe und Branchen zum entscheidenden Instrument zur Planung und Steuerung betrieblicher Weiterbildung - und zwar nicht allein in Deutschland: 90 % der Betriebe in den Niederlanden und jeweils 85 % in Österreich und Deutschland gehen davon aus, dass in Zukunft das Bildungscontrolling als Verfahren für eine effektive und effiziente Gestaltung ihrer Bildungsarbeit und die Bewertung ihres Nutzens einen hohen Stellenwert haben wird. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das zusammen mit dem niederländischen ITS (wetenschap voor beleid en samenleving) und der österreichischen PEF Consulting (Personalentwicklungs und -förderungs GmbH) eine vergleichende europäische Untersuchung bei mittleren und größeren Betrieben (mindestens 50 Beschäftigte) durchgeführt hat. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, welche Maßnahmen und Instrumente Unternehmen in Deutschland, den Niederlanden und Österreich zur Steuerung in ihrer Bildungsarbeit einsetzen. Das Projekt wurde mit finanzieller Unterstützung aus dem Programm Leonardo da Vinci der Europäischen Gemeinschaft durchgeführt.

Auch wenn dem Bildungscontrolling für die Zukunft ein hoher Stellenwert zuerkannt wird - in der Gegenwart scheint seine Bedeutung für weniger wichtig gehalten zu werden: Nur rund 50% der befragten niederländischen und deutschen und zwei Fünftel der österreichischen Betriebe sehen in ihm ein wichtiges Steuerungsinstrument heutiger betrieblicher Bildungsarbeit. Dennoch ist festzustellen: Auch wenn gegenwärtig erst in wenigen Betrieben ein umfassendes Bildungscontrolling auf der Tagesordnung steht, nutzen die meisten Betriebe doch bereits einzelne wichtige Elemente dieses Instruments. In allen drei Ländern

  • findet in einem großen Teil der befragten Betriebe eine systematische Ermittlung des betrieblichen Qualifizierungsbedarfs statt,
  • werden relativ häufig Maßnahmen zur Erfolgskontrolle der Qualifizierungsaktivitäten und zur Transfersicherung des Gelernten ins Arbeitsfeld durchgeführt,
  • erfolgt eine Nutzeneinschätzung der durchgeführten Qualifizierungsmaßnahmen nach verschiedenen Kriterien und
  • werden in den weitaus meisten Betrieben die Kosten der Weiterbildung, d.h. zumindest die bedeutendsten Kostenarten, erfasst.

Eine besonders wichtige Rolle im Rahmen von Bildungscontrolling nimmt die Ermittlung von Kennzahlen als Entscheidungsgrundlage für die Planung künftiger Qualifizierungsaktivitäten ein. Kennzahlen, die z.B. die quantitative Seite der Weiterbildung erfassen, die Kostenseite ermitteln oder auch den Erfolg von Bildungsmaßnahmen nachweisen, schaffen Transparenz im Weiterbildungsbereich: Sie ermöglichen z.B. Vergleiche der eigenen Weiterbildungsaktivitäten mit anderen Betrieben derselben oder anderer Branchen, ebenso wie sie innerbetriebliche Vergleiche zwischen Abteilungen und Geschäftsbereichen möglich machen. Doch obwohl dieses Instrument sehr wichtige Hinweise auf den Nutzen von Weiterbildungsaktivitäten liefern kann: Kennzahlen werden zur Zeit nur in wenigen Unternehmen der untersuchten Staaten systematisch ermittelt.

Bei der Einführung und Weiterentwicklung des Bildungscontrolling in den europäischen Unternehmen können deshalb als größte Herausforderung angesehen werden: Die Schaffung größerer Transparenz im Weiterbildungsbereich durch Kennzahlensysteme und die Entwicklung praxistauglicher Instrumente zur Bestimmung des Nutzens betrieblicher Weiterbildung.

In dem jetzt vom BIBB veröffentlichten europäischen Vergleich zwischen den Niederlanden, Österreich und Deutschland werden

  • die Ergebnisse der Untersuchung in den drei Staaten ausführlich vorgestellt,
  • Beispiele für die Gestaltung und den Ablauf von Qualifizierungsaktivitäten in einzelnen
    Unternehmen durch Fallstudien dokumentiert und in diesem Zusammenhang
  • neuere Entwicklungen und Management-Tools (z.B. Benchmarking) beschrieben.

Die Veröffentlichung von Elisabeth M. Krekel, Richard von Bardeleben, Ursula Beicht, Jos Frietman, Geert Kraayvanger und Johanna Mayrhofer: "Controlling in der betrieblichen Weiterbildung im europäischen Vergleich" ist zum Preis von Euro 24,- zu beziehen beim W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, Postfach 10 06 33, 33506 Bielefeld, Tel. 0521/911 01-11, Fax: 0521/911 01-19, E-Mail: bestellung@wbv.de.

Eine englischsprachige Kurzfassung der o.g. Publikation (ohne Fallstudien) von Elisabeth M. Krekel, Richard von Bardeleben, Ursula Beicht, Jos Frietman, Geert Kraayvanger und Johanna Mayrhofer: "A European
Comparison of Controlling in Corporate Continuing Training" ist zum Preis von Euro 13,00 ebenfalls beim o.g. Verlag zu beziehen.

Dr. Ilona Zeuch-Wiese | idw

Weitere Berichte zu: Bildungsarbeit Bildungscontrolling

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen