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Die wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland im April 2007

17.04.2007
Im laufenden Jahr setzt sich der Aufschwung bislang mit beachtlicher Dynamik fort, nachdem die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von real 2,7 % unerwartet kräftig gewachsen ist. Die dämpfenden Effekte der Erhöhung der Mehrwertsteuer fielen geringer aus, als allgemein erwartet.

Insgesamt haben die Auftriebskräfte deutlich die Oberhand behalten. Der Aufschwung ist demnach weiter intakt und die Aussichten sind günstig, dass sich die Expansion der Wirtschaftsleistung in den kommenden Monaten mit nahezu unvermindertem Tempo fortsetzt. Die Beschäftigung wird hiervon weiter kräftig profitieren.

Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe ist auch im laufenden Jahr aufwärts gerichtet. Die Produktion ist im Februar saisonbereinigt [1] nochmals um 0,9 % zum Vormonat angestiegen. Bereits im Januar hatte sie sich nach einer Abwärtskorrektur um ebenfalls 0,9 % erhöht. Die anhaltende Expansion wurde im Februar maßgeblich vom Anstieg der Industrieproduktion von 0,8 % und vom Zuwachs der Bauproduktion von 0,9 % gestützt. Darüber hinaus trug ein kräftiger Anstieg im Bereich der Energie zum aktuellen Produktionsplus bei. In der Industrie setzte sich der Aufwärtstrend der vergangenen Monate mit einer Zunahme der Produktion im Zweimonatsvergleich (Januar/Februar gegenüber November/Dezember) von saisonbereinigt 1,5 % fort. Ihren Vorjahresstand überschritt sie im Zweimonatsvergleich arbeitstäglich bereinigt um 8,0 %.

Die Bestellungen in der Industrie haben sich zuletzt wieder deutlich belebt. Nach einer schwächeren Entwicklung im vierten Quartal 2006 und einem leichten Rückgang im Januar von aufwärts revidierten 0,3 % erhöhte sich das Ordervolumen in der Industrie im Februar gegenüber dem Vormonat - unterstützt durch Großaufträge - saisonbereinigt um 3,9 %. Die maßgeblichen Nachfrageimpulse kamen insbesondere aus dem Ausland (+6,8 %). Die Inlandsnachfrage nahm um 0,9 % zu. Im Zweimonatsvergleich nahmen die Auftragseingänge saisonbereinigt um 1,9 % zu. Dabei lagen sie um 8,8 % (Ursprungszahlen) über dem Niveau des Vorjahres. Mit der ausgesprochen positiven Entwicklung der Auftragseingänge in der Industrie hellte sich, nach der leichten Abschwächung in den beiden Vormonaten, zuletzt auch das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe wieder spürbar auf.

Im Bauhauptgewerbe erhöhte sich die Erzeugung nach dem kräftigen Zuwachs im Januar (+4,2 %) im Februar um saisonbereinigt 0,9 % zum Vormonat. In der Tendenz hat sich die Produktionszunahme damit, gestützt durch die milde Witterung und die allgemein gute konjunkturelle Situation, spürbar verstärkt. Der Vorjahresabstand der Bauproduktion nahm im Januar/Februar weiter auf beachtliche +33,0 % zu. Die sehr volatilen Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe erhöhten sich durch öffentliche Aufträge im Januar sprunghaft um 15,4 %. Im Zwei- und im Dreimonatsvergleich zeigt die Nachfrage nach Bauleistungen nun deutlich noch oben (+4,0 % bzw. +2,1 %). Auch das Geschäftsklima ist trotz einer gewissen Abschwächung weiterhin vergleichsweise zuversichtlich.

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer hat sich auf die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze ausgewirkt. Nach den vorgezogenen Käufen, insbesondere von langlebigen Konsumgütern im abgelaufenen Jahr, ging im Januar das Umsatzvolumen im Einzelhandel (einschließlich Einzelhandel mit Kraftfahrzeugen und Tankstellen) nach vorläufigen Angaben saisonbereinigt deutlich um 9,6 % zum Vormonat zurück. Bereits im Februar konnten sich die Einzelhandelsumsätze jedoch wieder leicht erholen (+1,3 %). Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum liegt das Umsatzvolumen im Einzelhandel im Zeitraum Januar/Februar um 2,5 % niedriger. Der private Konsum dürfte aber schon bald wieder die konjunkturelle Entwicklung stützen. Die anhaltend positive Beschäftigungsentwicklung wird ihm den nötigen Auftrieb verschaffen. Diese Einschätzung vermittelt auch das von der Gesellschaft für Konsumforschung ermittelte Konsumklima, das sich für den April nach dreimaliger Abschwächung bereits wieder erholte.

Nach ausgesprochen lebhafter Entwicklung verliefen die Warenausfuhren im Dezember und Januar zwar merklich gedämpfter, knüpften aber im Februar mit einem Anstieg um saisonbereinigt 1,9 % zum Vormonat bereits wieder an den früheren Aufwärtstrend an. Die Aussichten für die Ausfuhrentwicklung bleiben - trotz der erneuten Aufwertung des Euro - bei einem expansiven außenwirtschaftlichen Umfeld und einer hohen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft weiterhin relativ günstig. Die Einfuhrentwicklung ist angesichts einer erstarkten Binnennachfrage in der Tendenz merklich aufwärts gerichtet (Februar:+5,6 %). Für die weitere Entwicklung ist nach wie vor mit außenwirtschaftlichen Impulsen zu rechnen.

Die positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt setzen sich, getragen vom konjunkturellen Aufschwung, fort. Der Beschäftigungsaufbau wird nach wie vor durch die Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bestimmt. Im Februar erhöhte sich die Erwerbstätigkeit saisonbereinigt um weitere 30.000 und liegt damit um 571.000 Personen über dem Stand des Vorjahres. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm im Januar binnen Jahresfrist sogar um 624.000 zu. Die Arbeitslosigkeit ging im März auf 4,108 Mio. Personen zurück. Dies sind 869.000 Arbeitslose weniger als im Vorjahr. In saisonbereinigter Betrachtung betrug der Rückgang gegenüber dem Vormonat rd. 65.000. Dies ist auch insofern bemerkenswert, da die Arbeitslosigkeit zuvor weit weniger als jahreszeitlich üblich angestiegen war. Zur positiven Entwicklung der Arbeitslosenzahlen trugen neben konjunkturellen Impulsen und der Frühjahrsbelebung aber erneut einige Sondereinflüsse bei. Mit der seit Jahresbeginn zu verzeichnenden ausgesprochen günstigen Entwicklung der Arbeitslosigkeit sollte es nunmehr gelingen, auch im Jahresdurchschnitt 2007 die Viermillionengrenze zu unterschreiten.

Der Index der Verbraucherpreise erhöhte sich von Februar auf März um 0,3 %, nach +0,4 % im Vormonat. Maßgeblich für die Entwicklung sind nach wie vor insbesondere saisonbedingte Preisveränderungen sowie der neuerliche Anstieg der Preise für Kraftstoffe. Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Verbraucherpreise im März um 1,9 %

[1] Wenn nicht anders vermerkt, handelt es sich bei den in diesem Bericht verwendeten saisonbereinigten Angaben um Berechnungen nach dem Verfahren Census X-12-ARIMA.

| BMWi-Tagesnachrichten
Weitere Informationen:
http://www.bmwi.de

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