Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Produktpiraterie erfordert verstärkte Zollkontrollen

13.04.2007
Der BDZ Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft und die Union des Finanzpersonals in Europa (UFE) unterstützen das Vorhaben der Bundesregierung, im Kampf gegen die Produktpiraterie die nationalen Zollbehörden stärker zu vernetzen.

BDZ-Bundesvorsitzender und UFE-Vizepräsident Klaus H. Leprich erklärte in Berlin, die Produktpiraterie gefährde längst auch die Gesundheit und die Sicherheit der Menschen. Angesichts einer völlig unzureichenden Kontrolldichte beim Zoll bestehe dringender Handlungsbedarf. Über die Kooperation der Zollverwaltungen und einheitliche Standards hinaus sei ein Stopp des Personalabbaus beim Zoll dringend geboten.

Im Vorfeld des im Juni 2007 in Heiligendamm stattfindenden G 8-Gipfels hatte die Bundesregierung eine Vernetzung der nationalen Zollbehörden vorgeschlagen. Deutschland will auf ein weltweites elektronisches Informationssystem der Zollbehörden hinarbeiten.

Die wirtschaftlichen Schäden, die durch Produktpiraterie verursacht werden, sind enorm. Allein in Deutschland hat sich die Produktpiraterie gegenüber dem Vorjahr verfünffacht. Nach den Zahlen, die Bundesfinanzminister Peer Steinbrück in der Zolljahrespressekonferenz am 13. März 2007 in München vorstellte, betrug der Wert beschlagnahmter Waren im Jahr 2006 1175,1 Mrd. Euro gegenüber 213,3 Mrd. Euro im Jahr 2005. Bei seinen Einfuhrkontrollen beschlagnahmte der Zoll im abgelaufenen Jahr in 9164 Fällen (2005: 7217) gefälschte Marken oder Produkte.

... mehr zu:
»Produktpiraterie »UFE »Zoll »Zollbehörde

Umso bedeutender sind aus Sicht von BDZ und UFE verstärkte Kontrollen durch den Zoll, um einen effektiven Verbraucherschutz und Wettbewerbsgerechtigkeit zu gewährleisten. Vor diesem Hintergrund begrüßen BDZ und UFE die geplante Vernetzung der Zollbehörden in Europa. Entsprechende Forderungen hatte der BDZ bereits in die UFE, die europäische gewerkschaftliche Interessenvertretung der Beschäftigten der Steuer- und Zollverwaltungen, eingebracht, in der mehr als 350000 Mitglieder in 40 Einzelgewerkschaften aus 20 Ländern organisiert sind.

Bereits in der letzten UFE-Tagung im September 2006 in Brüssel hatten die rund 100 Delegierten eine Entschließung verabschiedet, in der sich die UFE für einheitliche Standards bei der Bekämpfung der Produktpiraterie einsetzt. Die Informationstechnik müsse dafür in allen Mitgliedsstaaten im Einklang mit den Schnittstellen zur Wirtschaft entwickelt werden und eine umfassende europaweite Risikoanalyse erlauben, so die UFE.

BDZ-Bundesvorsitzender und UFE-Vizepräsident Leprich erklärte
wörtlich:
"Die Produktpiraterie geht längst über die Nachahmung von Nobelmarken hinaus und gefährdet die Gesundheit und die Sicherheit der Menschen. Ein Stopp des Personalabbaus, einheitliche Standards bei der Kontrolle und die Zusammenarbeit der Zollverwaltungen sind unerlässlich. Wenn europaweit allerdings 99 Prozent aller Warensendungen ohne Kontrolle in den Verkehr gehen, darf man den explosionsartigen Anstieg der Produktpiraterie und den wirtschaftlichen Schaden nicht beklagen, sondern muss endlich handeln."

Christof Stechmann | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.bdz.dbb.de

Weitere Berichte zu: Produktpiraterie UFE Zoll Zollbehörde

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik