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Familienpolitik im Betrieb

22.03.2007
Den aktuellen Forschungsstand verschiedener Wissenschaften zum Thema "Beruf und Familie" vereinigt das "Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik" (FFP) in einem soeben erschienenen Sammelband "Betriebliche Familienpolitik. Potenziale und Instrumente aus multidisziplinärer Sicht".

Experten aus den Bereichen Betriebs- und Volkswirtschaft, Rechts- und Politikwissenschaft sowie Psychologie und Soziologie kamen im letzten Jahr auf einer vom FFP organisierten Tagung, die Basis für den Sammelband darstellt, zu Wort. "Nur ein interdisziplinärer Ansatz kann Lösungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie aufzeigen", so Prof. Dr. Irene Gerlach, Mitglied der Projektleitung des FFP. Dass die Zeit für dieses Thema reif ist, zeigt auch die aktuelle familienpolitische Diskussion.

Im Mittelpunkt der Veröffentlichung stehen die gesamtgesellschaftlichen und unternehmerischen Auswirkungen des demographischen Wandels, die Bedeutung und der Nutzen familienbewusster Personalpolitik sowie Überlegungen, wie betriebliche Ziele mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Einklang gebracht werden können. Die Autoren gehen davon aus, dass sich familienbewusste Personalpolitik für Betriebe lohnt. In den letzten Jahren hat sich in der Wirtschaft die Erfahrung durchgesetzt, dass Maßnahmen für die gleichzeitige Erwerbstätigkeit und Elternschaft auch für Unternehmen Gewinne bringen können. Das gilt im Hinblick auf die Personalbeschaffung, die Motivation der Beschäftigten und die Senkung der Fluktuation.

Die Notwendigkeit der Analyse betriebswirtschaftlicher Effekte familienbewusster Maßnahmen hebt Prof. Dr. Dr. Helmut Schneider, ebenfalls Mitglied der Projektleitung des FFP, im Sammelband hervor. "Nur wenn Unternehmen erkennen, dass sich familienbewusste Maßnahmen rechnen, sind sie auch bereit, zu investieren", so Schneider. Auch Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen bestärkt das FFP in seiner Arbeit: "Die interessanten Beiträge versammeln ausgewiesenen wissenschaftlichen Sachverstand zu wichtigen Aspekten einer modernen Familienpolitik und zeigen die notwendigen Entwicklungslinien hin zu einer familienfreundlichen Arbeitswelt auf."

Das FFP ist eine wissenschaftliche Einrichtung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und hat sich auf die Erforschung betriebswirtschaftlicher Effekte einer familienbewussten Personalpolitik spezialisiert. Diese Arbeit wird gefördert durch die "berufundfamilie gGmbH", einer Initiative der gemeinnützigen Hertie Stiftung. Das Forschungszentrum wurde im Mai 2005 gegründet und blickt heute auf rund zwei erfolgreiche Jahre zurück. Neben dem Sammelband sind bereits grundlegende Arbeitspapiere zur familienbewussten Personalpolitik erschienen, die im Internet unter www.ffp-muenster.de abgerufen werden können.

Der Sammelband "Betriebliche Familienpolitik. Potenziale und Instrumente aus multidisziplinärer Sicht" ist im VS Verlag für Sozialwissenschaften erschienen. In diesem Jahr werden weitere Arbeitspapiere erscheinen.

Norbert Frie | idw
Weitere Informationen:
http://www.ffp-muenster.de

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