Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland im März 2007 [1]

21.03.2007
Im Jahresverlauf 2006 erhöhte sich die Wirtschaftsleistung jeweils deutlich von Quartal zu Quartal.

Im vierten Quartal nahm das BIP zuletzt preis- kalender- und saisonbereinigt [2] um 0,9 % zum Vorquartal zu. Die Ausfuhren stiegen, statistisch unterstützt durch Nachmeldungen, im vierten Quartal besonders stark (+6,0 %).

Bei einem Anstieg der Importe (+1,6 %) ergab sich der hohe Beitrag des Außenhandels zum Quartalswachstum von 2,1 Prozentpunkten. Neben den Investitionen in Ausrüstungen und Bauten mit einem Wachstum zum Vorquartal von preis-, kalender- und saisonbereinigt 0,5 % bzw. 1,2 % nahmen im vierten Quartal auch die privaten Konsumausgaben weiter zu (+0,3 %). Wohl wegen der kräftigen Exportnachfrage, aber auch in Hinblick auf die für Anfang 2007 erwarteten dämpfenden Effekte der Mehrwertsteuererhöhung ergab sich im vierten Quartal ein kräftiger Lagerabbau. Daraus resultierte in den Vorratsveränderungen ein negativer Wachstumsbeitrag von 1,6 Prozentpunkten.

Das produzierende Gewerbe ist mit beschleunigter Aufwärtsdynamik ins neue Jahr gestartet. Die Industrieproduktion erhöhte sich im Januar getragen von einem kräftigen Anstieg der Investitionsgüterproduktion saisonbereinigt um 1,9 %. Im Zweimonatsvergleich (Dezember/Januar gegenüber Oktober/November) stieg die industrielle Erzeugung um 2,2 %. Der Umsatz- und Nachfrageentwicklung zufolge kamen im Januar vor allem bei den Investitionsgüterproduzenten die wesentlichen Impulse aus dem Ausland. Aktuell zeigt sich auch die Inlandsnachfrage in robuster Verfassung. Dies deutet darauf hin, dass die dämpfenden Effekte der Mehrwertsteuererhöhung schnell überwunden sein sollten. Die Auftragseingänge in der Industrie gingen nach einem stark aufwärts revidierten Orderzuwachs um saisonbereinigt 0,7 % im Dezember im Januar um 1,0 % zurück.

... mehr zu:
»Baugewerbe »Verbraucherpreis

Im weniger von den monatlichen Schwankungen beeinflussten Zweimonatsvergleich (Dezember/Januar gegenüber Oktober/November) erhöhten sich die Bestellungen um 0,7 %. Impulse kamen dabei insbesondere aus der Zunahme der Inlandsnachfrage (+0,9 %), die sich im Bereich der Vorleistungsgüterhersteller deutlich (+1,8 %) und bei den Investitionsgüterproduzenten leicht erhöhte (+0,3 %). Die aus dem Ausland kommenden Bestellungen in der Industrie nahmen mit +0,4 % dagegen vergleichsweise moderat zu. Insgesamt ist die Auftragssituation der Industrieunternehmen trotz Rückgang am aktuellen Rand somit weiter günstig. Die insgesamt stabile Entwicklung der Stimmungsindikatoren spricht für einen weiter moderat aufwärts gerichteten Produktionsverlauf.

Der deutliche Anstieg der Erzeugung im Bauhauptgewerbe im vierten Quartal 2006 setzte sich begünstigt durch die milde Witterung auch zu Beginn des neuen Jahres mit einem deutlichen Plus von 4,1 % fort. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe sind dagegen saisonbereinigt sowohl aktuell im Dezember (-4,3 %) als auch im Zwei- und Dreimonatsvergleich (-0,9 % bzw. -3,9 %) abwärts gerichtet. Die Auftragslage sollte jedoch nach wie vor komfortabel sein. Die Voraussetzungen für eine Fortsetzung des Aufschwungs im Baugewerbe - eine anhaltende Investitionsdynamik und eine verbesserte Lage der öffentlichen Haushalte - sind nach wie vor günstig.

Die Konsumtätigkeit hatte sich zum Jahresende 2006 zunehmend belebt, was sich im Dezember in einem deutlichen Anstieg des Umsatzvolumen im Einzelhandel (einschließlich Kraftfahrzeuge- und Tankstellenumsätze) um saisonbereinigt 4,4 % niederschlug. Im Januar kam es auch aufgrund fehlender Käufe langlebiger Gebrauchgüter (insbesondere PKW), die in das Jahr 2006 vorgezogen worden sind, zu einem kräftigen Umsatzeinbruch von 9,7 %. Ein statischer Rückpralleffekt könnte die Entwicklung etwas überzeichnet haben. Im Zweimonatsvergleich (Dezember/Januar gegenüber Oktober/November) zeigte sich ein nur vergleichsweise leichter Rückgang des Umsatzvolumens ( 0,5 %). Vergleichsweise stabile vorlaufende Indikatoren wie die Inlandsaufträge bei der Konsumgüterproduzenten oder das GfK- Konsumklima für März deuten aber auf eine möglicherweise weniger stark als erwartet ausfallende Konsumdelle hin.

Dank der anhaltend guten Beschäftigungsdynamik und der besseren Einkommensperspektiven dürfte sich absehbar die Ausgabenbereitschaft der privaten Haushalte wieder erhöhen.

Die Ausfuhrdynamik ist bei ausgesprochen lebhafter Entwicklung im vierten Quartal 2006 aktuell spürbar schwächer. So haben sich die nominellen Warenausfuhren nach einem Rückgang im Dezember um saisonbereinigt 1,8 % zuletzt im Januar mit +0,1 % nicht nennenswert verändert. Im Zweimonatsvergleich tendieren die Ausfuhren nun deutlich nach unten (-2,1 %), während sie im Dreimonatsvergleich weiterhin aufwärts gerichtet sind (+1,8 %). Der Vorjahresstand wird allerdings im Januar weiter kräftig überschritten (+13,4 % (Ursprungswerte)). Angesichts der anhaltend robusten Weltwirtschaft und der hohen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft dürfte die Ausfuhrentwicklung insgesamt aufwärts gerichtet bleiben. Die rückläufigen Auslandsbestellungen in der Industrie und die nach historischem Höchststand im November bis zuletzt im Februar wieder eingetrübten ifo-Exporterwartungen sprechen allerdings für eine etwas gedämpftere Exportdynamik. Die Wareneinfuhren haben sich in den letzten Monaten im saisonbereinigten Verlauf sehr volatil entwickelt. In jeweiligen Preisen sind sie nach kräftigem Anstieg im Dezember (+4,7 %) im Januar um 1,5 % zurückgegangen. Auch hier zeigt der Tendenzverlauf eine uneinheitliche Entwicklung (im Zweimonatsvergleich +1,8 %, im Dreimonatsvergleich -0,6 %). Binnen Jahresfrist notierten die Einfuhren (Ursprungswerte) zuletzt um 9,6 % höher.

Gestützt auf den anhaltenden konjunkturellen Aufschwung, entwickelt sich der Arbeitsmarkt weiter ausgesprochen positiv. Die Zahl der Erwerbstätigen im Inland nahm im Februar mit saisonbereinigt +43.000 zu und erhöhte sich binnen Jahresfrist um 543.000 auf 38,934 Mio. (Ursprungszahlen). Die Zunahme der sv-pflichtigten Beschäftigung die nach ersten Schätzungen im Dezember gegenüber dem Vorjahr um 452.000 auf 26,658 Mio anstieg, trägt dabei weiterhin maßgeblich zum Beschäftigungsaufbau bei. Die Arbeitslosigkeit verringerte sich von Januar auf Februar - entgegen dem sonst jahreszeitlich bedingten Anstieg- um 24.000 auf 4,222 Mio. Personen. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der Arbeitslosen kräftig um 826.000 ab (Januar: -764.000). Die ausgesprochen positive Entwicklung am Arbeitsmarkt wurde im Februar neben Sondereinflüssen, wie der günstigen Witterung sowie eines intensiveren Einsatzes arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen weiterhin maßgeblich vom konjunkturellen Aufschwung getragen.

Der Index der Verbraucherpreise ist von Januar auf Februar um 0,4 % angestiegen, nachdem die Teuerungsrate von Dezember auf Januar um 0,2 % gefallen war. Die Beschleunigung des Preisauftriebs ist allerdings maßgeblich auf Sondereinflüsse wie die saisonbedingte Verteuerung von Reisen und den Anstieg der Preise für Heizöl und Benzin zurückzuführen. Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Verbraucherpreise zuletzt wie bereits im Dezember um 1,6 %. Die moderate Entwicklung des Preisklimas zeigt, dass nur ein Teil der Umsatzsteuer auf die Verbraucherpreise überwälzt wurde. Für eine abschließende Betrachtung ist es derzeit allerdings noch zu früh.

Den Monatsbericht finden Sie in Kürze in der Rubrik "Wirtschaftsfakten".

[1] In diesem Bericht wurden statistische Daten verwendet, die bis zum 16. März 2007 vorlagen.

[2] Wenn nicht anders vermerkt, handelt es sich bei den in diesem Bericht verwendeten saisonbereinigten Angaben um Berechnungen nach dem Verfahren Census X-12-ARIMA.

| BMWi-Tagesnachrichten
Weitere Informationen:
http://www.bmwi.de

Weitere Berichte zu: Baugewerbe Verbraucherpreis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Aufwärtstendenz setzt sich fort
21.02.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das 4. Quartal 2016: Anhaltend hohes Niveau offener Stellen
21.02.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie