Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Banken beim Kampf gegen die Geldwäsche unter Zeitdruck

28.02.2002


Finanzjongleure müssen den Schnellwaschgang einlegen. Spätestens im Sommer will die Bundesregierung ihr neues Gesetz gegen Geldwäsche unter Dach und Fach bringen. Auch die deutschen Banken sind unter Zeitdruck. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Geldhäuser elektronische Sicherheitssysteme einführen, mit denen sie auffällige Transaktionen herausfiltern und die Verantwortlichen identifizieren können. Höchste Zeit: Das Verschleiern von Geld aus illegalen Geschäften richtet weltweit jedes Jahr einen volkswirtschaftlichen Schaden von rund 100 Milliarden US-Dollar an, schätzt die Mummert + Partner Unternehmensberatung.

Anonymität leicht gemacht: Ein Besuch bei der Post reicht aus, um bei einer deutschen Bank ein Konto zu eröffnen. Ein Mitarbeiter bestätigt der Bank die Identität des Neukunden per "Post-Ident-Verfahren". In Irland reicht sogar die Personalausweiskopie per Fax. Sobald das Konto freigeschaltet ist, kann der Inhaber quer durch die EU Geld verschicken und empfangen. Dank Online-Kontoführung bekommt kein Mitarbeiter den Kunden jemals zu Gesicht. Die neue Anonymität ist beliebt: In Deutschland werden inzwischen rund 15 Millionen Konten online geführt. Besonders beliebt sind die E-Konten bei Kriminellen. Im anonymisierten Zahlungsverkehr können sie ihre Einnahmen ohne große Probleme in den legalen Geldkreislauf einschleusen. Das aktuelle Geldwäschegesetz schreibt den Banken zwar vor, bei Geldgeschäften ab einem bestimmten Betrag die Identität des Kontoinhabers festzustellen und im Verdachtsfall Anzeige zu erstatten. Profis kennen die Grenzwerte einzelner Länder aber genau. Sie stückeln die Beträge einfach so, dass nirgendwo eine auffällige Transaktion entsteht. Die Geschwindigkeit der Transaktionen erschwert es Ermittlern zusätzlich, Auftraggebern auf die Schliche zu kommen.

Das neue Geldwäschegesetz soll damit Schluss machen. Demnach müssen die Banker ihre Kunden künftig genauer unter die Lupe nehmen. Als wichtigstes Instrument hierzu schreibt der Gesetzentwurf interne Sicherungssysteme vor. Diese Anti-Geldwäsche-Software kann ungewöhnliche Aus- und Einzahlungen aufspüren und melden. Sobald das Programm ein Profil des Kunden erstellt hat, gleicht es dessen Transaktionen damit ab. Stapeln sich also bei einem einfachen Angestellten plötzlich die Tausender, bekommt der Geldwäsche-Beauftragte der Bank automatisch eine Meldung vom System. Bei Verdacht auf kriminelle Transaktionen muss die Bank dieses unverzüglich den Strafverfolgungsbehörden anzeigen.

Bis spätestens 5. Juli soll das Gesetz in Kraft getreten sein. Das Bundesfinanzministerium teilte auf Anfrage von Mummert + Partner mit, dass es sicher sei, dass Bundestag und Bundesrat dem Entwurf ihren Segen geben. Bei der Vorbereitung auf den Geldwäschekampf unterstützt die Unternehmensberatung die Banken mit einem breiten Beratungsangebot - von der Auswahl geeigneter Software bis zu ihrer Implementierung und entsprechender Anpassung der Arbeitsabläufe.

"Der Gesetzentwurf gibt die richtige Richtung vor: Die Sicherheitslücken werden geschlossen, und zwar ohne die Kunden beim Online-Banking einzuschränken", sagt Wilhelm Alms, Vorstandsvorsitzender der Mummert + Partner Unternehmensberatung. "Nun ist die Kreditwirtschaft gefragt, die Vorgaben aus dem Finanzministerium zügig umzusetzen."

Jörg Forthmann | ots
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de.

Weitere Berichte zu: Geldwäsche Geldwäschegesetz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht WSI-Tarifarchiv: Tariflöhne und -gehälter 2016: Reale Steigerungen von 1,9 Prozent
05.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Trotz leichtem Rückgang positiver Ausblick auf 2017
29.12.2016 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie