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ZEW-Energiemarktbarometer - Kurzfristig Entspannung bei Energiepreisen, langfristig Preisanstieg

19.03.2007
Kurzfristig (das heißt in den nächsten sechs Monaten) geht die Mehrheit der für das ZEW-Energiemarktbarometer befragten Experten von stagnierenden Energiepreisen aus.

Die große Mehrheit der Experten erwartet hingegen langfristig (das heißt in den nächsten fünf Jahren) höhere Preise bei Strom für Industriekunden, Erdgas, Rohöl und Kohle. Dies zeigt eine Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, bei mehr als 200 Energieexperten im Rahmen des aktuellen ZEW-Energiemarktbarometers.

Auf kurze Sicht geht die Mehrheit der befragten Experten von stagnierenden Energiepreisen aus. So erwarten rund 57 Prozent der Experten in den nächsten sechs Monaten stagnierende Strompreise für Industriekunden, 6 Prozent prognostizieren einen Rückgang des Elektrizitätspreises. Allerdings rechnen auch rund 37 Prozent mit einem weiteren Anstieg des Strompreises.

Ein erheblich freundlicheres Bild zeichnet sich bei der kurzfristigen Entwicklung der Preise für Primärenergieträger ab. So rechnen lediglich noch 25 Prozent der befragten Experten rechnen mit einem Anstieg des Erdgaspreises in den nächsten sechs Monaten, wogegen rund 27 Prozent sogar eine Preissenkung erwarten. Von konstanten Preisen gehen rund 48 Prozent der Befragten aus.

Auch beim Rohöl sehen die Teilnehmer am Energiemarktbarometer auf kurze Sicht eine deutliche Entspannung. Nur ein knappes Viertel der Experten - und damit rund ein Viertel weniger als bei der letzten Umfrage des ZEW-Energiemarktbarometers im August 2006 - rechnet mit einem Preisanstieg beim Rohöl in den nächsten sechs Monaten. Die überwiegende Mehrheit von rund 63 Prozent sieht stagnierende Preise, und etwa 12 Prozent erwarten Preissenkungen bis zum Sommer 2007. Ein freundlicheres Bild bezüglich der Entwicklung des Ölpreises als derzeit gab es zuletzt im Winter 2003.

Ebenfalls lediglich ein Viertel der Umfrageteilnehmer rechnet im ersten Halbjahr 2007 mit steigenden Kohlepreisen. Zum Vergleich: Im Sommer 2006 waren es noch knapp 34 Prozent. Eine Mehrheit von rund 68 Prozent erwartet dagegen stabile und rund 6 Prozent sinkende Preise.

Im Gegensatz zu den recht freundlichen Erwartungen auf kurze Sicht gehen 79 Prozent der befragten Experten für die lange Frist davon aus, dass die Strompreise für Industriekunden in den nächsten fünf Jahren steigen werden. Knapp 16 Prozent halten stagnierende Strompreise für wahrscheinlich, und nur knapp 5 Prozent erwarten in den kommenden fünf Jahren von Preissenkungen. Die Experten bestätigen damit noch einmal sehr klar ihre Einschätzungen aus dem letzten ZEW-Energiemarktbarometer vom August 2006.

Eine klare Mehrheit von 85 Prozent der befragten Experten hält auf lange Sicht auch einen Anstieg des Erdgaspreises für wahrscheinlich. Nur rund 12 Prozent erwarten in den kommenden fünf Jahren stagnierende Erdgaspreise und lediglich rund 3 Prozent gehen von sinkenden Preisen aus. Im Vergleich zu den Ergebnissen des letzten ZEW-Energiemarktbarometers vom August 2006 nimmt der Anteil der Experten, die langfristig mit teurerem Erdgas rechnen, somit noch einmal um rund zehn Prozent zu (rund 75 Prozent im August 2006).

Die gleiche Tendenz zeigt sich bei der Einschätzung der langfristigen Ölpreisentwicklung. Rund 82 Prozent der Befragten erwarten in den nächsten fünf Jahren steigende Rohölpreise, rund 14 Prozent gehen von stagnierenden Preisen aus, und lediglich 4 Prozent rechnen mit einem Preisrückgang. Auch hier gehen rund 10 Prozent mehr Experten von steigenden Preisen aus als noch im Sommer 2006.

Nach Ansicht der Mehrzahl der Befragten wird auch der Kohlepreis in den nächsten fünf Jahren steigen. Etwa 62 Prozent rechnen mit steigenden Preisen, rund 34 Prozent sehen einen künftig stabilen Kohlepreis, und nur rund 4 Prozent erwarten Preissenkungen.

Das ZEW-Energiemarktbarometer:

Das ZEW-Energiemarktbarometer ist eine halbjährliche Befragung von mehr als 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis (Energieversorgungs-, -handels- und -dienstleistungsunternehmen), die zu ihren Erwartungen hinsichtlich der kurz- und langfristigen Erwartungen auf den nationalen und internationalen Energiemärkten befragt werden (kurze Frist: sechs Monate, lange Frist: fünf Jahre).

Ansprechpartner:
Dr. Ulf Moslener, Telefon 0621/1235-209, Fax -226, E-Mail moslener@zew.de
ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/zn/schwerpunkte/energiemarkt/schwerpunkt_Energiemarkt0107.pdf - das aktuelle Energiemarktbarometer im Internet

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

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