Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Steuersätze 2002 im internationalen Vergleich Steuerklima weltweit freundlich - Steuerbelastung in Deutschland deutlich über EU-

27.02.2002


KPMG veröffentlicht auch in diesem Jahr eine aktuelle Übersicht über die Steuersätze 2002. Untersucht wurden 68 Länder der Welt, darunter 30 OECD-Staaten sowie viele weitere Staaten in Asien und Lateinamerika. Diese Übersicht hat in Bezug auf die Vergleichbarkeit der Steuersätze allerdings nur indiziellen Charakter, denn die Bemessungsgrundlage ist - auch innerhalb der EU - uneinheitlich. Zudem gewähren viele Staaten Steuerbefreiungen oder -vergünstigungen, die den Steuersatz nochmals erheblich unter den generellen Steuersatz abgleiten lassen können.


Im Ergebnis zeigt die Übersicht, dass sich der allgemeine Trend zur Senkung der Körperschaftsteuersätze weiter fortsetzt, das Steuerklima weltweit freundlich ist. Weiterhin führend bei der Senkung der Steuersätze sind die Staaten der EU und der OECD. So ist der durchschnittliche EU-Körperschaftsteuersatz auf 32,5 Prozent gesunken (2001: 33,7 Prozent; 2000: 35,3 Prozent). In Deutschland liegt die durchschnittliche Steuerbelastung bei 38,4 Prozent. Im OECD-Schnitt liegt die Körperschaftsteuer jetzt bei 31,4 Prozent (2001: 33 Prozent; 2000: 34 Prozent). Bemerkenswert: Kein einziger OECD-Staat hat in den vergangenen zwei Jahren die Körperschaftsteuer erhöht, zwölf OECD-Staaten haben sie sogar gesenkt.

Im asiatisch-pazifischen Raum fiel die Senkung der Körperschaftsteuersätze weniger deutlich aus. Dort sind die Steuersätze im Jahr 2002 im Schnitt auf 31,1 Prozent gesunken (2001: 31,3 Prozent). Lateinamerika hat mit 30 Prozent ohnehin das niedrigste Steuersatzniveau.


Hatte Deutschland im Jahr 2001 noch die stärkste Steuersenkung vorgenommen, so haben im Jahr 2002 einige andere EU-Staaten ihre Steuersätze weiter reduziert, nämlich Portugal, Griechenland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande und insbesondere Irland. Die Iren senkten ihren ohnehin schon niedrigen Körperschaftsteuersatz um weitere vier Prozentpunkte auf 16 Prozent; zum 1. Januar 2003 sinkt er noch einmal auf dann 12,5 Prozent. In Luxemburg gingen die Steuersätze um sieben Prozentpunkte auf 30,4 Prozent zurück.

Dr. Bernd Erle, im KPMG-Vorstand für den Geschäftsbereich Tax zuständig: "Deutschland kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Zwar wurde mit der Senkung der Körperschaftsteuer zum 1.1.2001 ein wichtiger Schritt getan, doch zeigt die Entwicklung auf EU und OECD-Ebene, dass dies nicht ausreicht. Die Ertragsteuerbelastung von Kapitalgesellschaften ist nach wie vor zu hoch. Deutschland liegt immer noch deutlich über dem Durchschnitt von EU und OECD, wenn Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag mit berücksichtigt werden. Mit 38,4 Prozent durchschnittlicher Steuerbelastung sind wir im Hinblick auf die Attraktivität des Steuerstandortes leider nur unteres Mittelmaß. Dem kann auch nicht der Einnahmeausfall bei der Körperschaftsteuer entgegengehalten werden. Dieser begründet sich insbesondere mit der Auflösung bisheriger Körperschaftsteuerguthaben. Für neue Investoren spielt dies aber keine Rolle, für sie gilt die Steuerlast von 38,4 Prozent. Um dies zu verbessern, sollte die Gewerbesteuer abgeschafft werden. Für die Gemeindefinanzierung müssen neue Wege gefunden werden, doch fehlt offenbar hierzu momentan die politische Kraft. Es wäre ein Schritt zur Vereinfachung der Besteuerung, die man bei der Unternehmenssteuerreform und ihrer Fortentwicklung offensichtlich aus dem Auge verloren hat."

Pressekontakt:
KPMG
Marita Reuter/ Thomas Blees
Tel.: (0 30) 20 68-11 18/ -12 15
Fax: (0 30) 20 68-11 48
eMail: mreuter@kpmg.com
mailto:tblees@kpmg.com

| KPMG

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise