Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arbeitsgruppe unter Leitung von Staatssekretärin Wolf für mehr Beteiligungskapital in der Mittelstandsfinanzierung

26.02.2002

Die Arbeitsgruppe "Fortentwicklung der Mittelstandsfinanzierung" hat sich am 25. Februar 2002 unter Leitung der Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung, Parlamentarische Staatssekretärin Margareta Wolf, im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie getroffen. Im Zentrum der Beratungen stand das Thema Beteiligungskapital für mittelständische Unternehmen, nachdem sich die Arbeitsgruppe in früheren Sitzungen mit den Entwicklungen bei der Kreditfinanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen befasst hatte. Ausgangspunkt waren die Auswirkungen der neuen Regeln des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (Basel II).

Im Vergleich etwa zu den angelsächsischen Ländern hinkt die Beteiligungsfinanzierung in Deutschland weit hinterher. Staatssekretärin Wolf: "Gerade wegen der zunehmenden Bedeutung der Eigenkapitalausstattung von Unternehmen für die künftig immer wichtiger werdenden Bonitätsurteile müssen wir alles daran setzen, den Rückstand aufzuholen. Darin bin ich mit allen Gesprächsteilnehmern einig."

Mit dem Ziel, den Aspekt der externen Eigenfinanzierung künftig stärker zu berücksichtigen, hat die Arbeitsgruppe eine Gemeinsame Erklärung verabschiedet (vgl. Anlage). Danach erklären die kreditwirtschaftlichen Verbände, somit der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, der Bundesverband deutscher Banken und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband ihre Bereitschaft, gemeinsam mit dem Bundesverband der Kapitalbeteiligungsgesellschaften zu prüfen, wie das mittelständische Geschäft von Beteiligungsgesellschaften weiter forciert werden kann insbesondere durch intensivere Beratung.

Dabei wollen die Verbände die bestehenden Instrumente der privaten Beteiligungsgesellschaften und der öffentlich geförderten Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften, aber auch neue Ansätze, mit einbeziehen. Auch der Bund und seine Förderinstitute, die Deutsche Ausgleichsbank und die Kreditanstalt für Wiederaufbau, erklären ihre Bereitschaft, die bestehende Förderung weiterzuentwickeln, soweit dies beihilferechtlich und finanziell möglich ist. Dabei haben die Verbände darauf hingewiesen, dass auch die steuerliche Seite eine Rolle spielt.

Staatssekretärin Wolf appelliert jedoch auch an die mittelständischen Unternehmer, Hindernisse auf ihrer Seite abzubauen: "Unternehmer müssen erkennen, dass die Qualität von Beteiligungskapital ihren Marktpreis hat, der nicht mit dem Preis für Fremdkapital unmittelbar zu vergleichen ist. Und Mittelständler müssen akzeptieren lernen, dass die Bereitschaft für mehr Beteiligungskapital der weit verbreiteten ’Herr-im-Hause-Mentalität’ entgegen steht." In diesem Sinne erklären der Bundesverband der Deutschen Industrie, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, der Zentralverband des Deutschen Handwerks sowie der Bundesverband des Groß- und Außenhandels, diese Initiative zu unterstützen und ihrerseits verstärkt auf Beteiligungskapitalfinanzierung als Ergänzung bzw. als Alternative zur Kreditfinanzierung bei mittelständischen Unternehmen hinzuwirken.

Anlage Gemeinsame Erklärung der Arbeitsgruppe "Finanzierung mittelständischer Unternehmen" beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie vom 25. Februar 2002

Die Arbeitsgruppe "Finanzierung mittelständischer Unternehmen" beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat unter dem Vorsitz der Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung, Frau Parlamentarischer Staatssekretärin Margareta Wolf am 25. Februar 2002 in Berlin getagt. In dieser Arbeitsgruppe sind als kreditwirtschaftliche Verbände der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR),der Bundesverband deutscher Banken (BdB), der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der Bundesverband der Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) und der Verband der Bürgschaftsbanken (VdB), als weitere Spitzenverbände der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sowie der Bundesverband des Groß- und Außenhandels (BGA) und auch die beiden Förderbanken des Bundes, die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) bzw. Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vertreten.

Ausgehend von der in der Arbeitsgruppe bestehenden Einigkeit darüber, dass bei der Finanzierung der mittelständischen Wirtschaft der Aspekt der externen Eigenfinanzierung künftig stärker berücksichtigt werden muss und es deshalb ein gemeinsames Ziel ist, Angebote von Beteiligungsgesellschaften durch die mittelständische Wirtschaft intensiver zu nutzen, wird folgendes erklärt:

Die kreditwirtschaftlichen Verbände sind bereit, gemeinsam mit dem Bundesverband der Kapitalbeteiligungsgesellschaften zu prüfen, wie das mittelständische Geschäft von Beteiligungsgesellschaften, insbesondere auch durch intensivere Beratung über den sinnvollen Einsatz der Beteiligungsfinanzierung neben der Kreditfinanzierung weiter forciert werden kann. Dabei sollen die bestehenden Instrumente der privaten Beteiligungsgesellschaften und der öffentlich geförderten Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften, aber auch neue Ansätze mit einbezogen werden. Auch der Bund und seine Förderinstitute (DtA und KfW) sind bereit, diese Anstrengungen der Kreditwirtschaft durch eine Weiterentwicklung bestehender Förderangebote im Rahmen der beihilferechtlichen und finanziellen Möglichkeiten zu begleiten. Die Verbände weisen darauf hin, dass auch steuerliche Faktoren eine Rolle spielen. BDI, DIHK und ZDH sagen zu, ihrerseits vermehrte Anstrengungen zu unternehmen, um die Beteiligungskapitalfinanzierung als Ergänzung bzw. Alternative zur Kreditfinanzierung auf Seiten der mittelständischen Unternehmen stärker zu etablieren.

| BMWi

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Frühwarninstrument zeigt „grün“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt gering
19.07.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Blattkäfer: Schon winzige Pestizid-Dosis beeinträchtigt Fortpflanzung

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Akute myeloische Leukämie (AML): Neues Medikament steht kurz vor der Zulassung in Europa

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biomarker zeigen Aggressivität des Tumors an

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie