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Gesundheitsreform kann Arbeitsplätze schaffen

09.03.2007
Institut Arbeit und Technik der Fachhochschule Gelsenkirchen rät: positive ökonomische Entwicklungen der Gesundheitswirtschaft in die politische Reform einbeziehen.

Im Dauerstreit um die Finanzierung der Gesundheitsreform geht unter, dass das Sorgenkind der deutschen Sozialpolitik mit 4,5 Millionen Beschäftigten die größte Branche in Deutschland stellt. Eine Million neue Jobs entstanden allein von 1980 bis 2000 in der Gesundheitswirtschaft, bis 2020 kann die Zukunftsbranche 360 000 bis 800 000 weitere neue Arbeitsplätze schaffen.

Das zeigen Berechnungen des Forschungsschwerpunkts Gesundheit und Lebensqualität des Instituts Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen. Zur aktuellen Reformdebatte der Gesundheitswirtschafts-Experte PD Dr. Josef Hilbert, Leiter des Forschungsschwerpunkts Gesundheit und Lebensqualität am Institut Arbeit und Technik (IAT):

"Wie viele Jobs die Gesundheitsreform wirklich schaffen kann, hängt maßgeblich von der Ausgestaltung der Gesundheitsreform ab. Nötig ist eine Gesundheitsreform, die den Menschen nutzt und die Gesundheitswirtschaft stärkt!

Nach wie vor gilt Gesundheitssicherung vornehmlich als Belastung für Wirtschaft und Sozialsysteme. Hier fordern wir einen Stimmungswechsel: Mehr Ressourcen für Gesundheit sind sinnvoll und nötig! Sie schaffen nicht nur Arbeitsplätze im Gesundheitswesen selbst, sondern es profitieren auch viele andere Wirtschaftsbranchen - etwa das Handwerk oder der Informations- und Kommunikationssektor. Die Nachfrage nach Gesundheit und Pflege steigt. Bei der Versorgung älterer Menschen entwickelt die Gesundheitswirtschaft derzeit die größte Dynamik, aber auch der medizinisch-technische Fortschritt (z.B. Telemedizin), die Bereitschaft Geld und Engagement in die eigene Gesundheit zu investieren wie auch der Wellness-Trend sind wichtige Triebkräfte.

Bei der Entwicklung der Zukunftsbranche Gesundheit demotiviert jedoch die gesundheitspolitische Debatte, es bleibt unklar, wie Innovationen finanziert werden können, den Anbietern fehlt der "Innovationsbiss", Regulierungen bremsen und die Arbeitsbedingungen in der Branche sind dringend verbesserungsbedürftig, sonst wird uns in ein paar Jahren das Personal ausgehen und wir stehen dann da und suchen händeringend Ärztinnen und Ärzte oder qualifizierte Pflegekräfte!

Nach den Gesundheitsreformen seit 1970 - eine Geschichte der wachsenden Zuzahlungen - gelingt es auch mit der neuen Reform 2007 nicht, die Beiträge von den Arbeitskosten zu entkoppeln, allenfalls wird der Anstieg leicht gedämpft. Unklar bleibt auch, wie eine steigende Steuerfinanzierung aufgebracht werden kann. Bei der Finanzierung ist der Streit zwischen den großen Parteien eigentlich völlig unnötig. Eine Synergie aus Bürgerversicherung, Gesundheitsprämie und Steuern liegt auf der Hand und könnte leicht erreicht werden. Überfällig ist die Wende zur neuen, gesund erhaltenden Medizin. Aber auch die Leistungen müssen besser, transparenter und billiger werden."

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
PD Dr. Josef Hilbert, Leiter des Forschungsschwerpunkts Gesundheit und Lebensqualität am Institut Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen, Munscheidstraße 14, 45886 Gelsenkirchen, Tel.: +49-209/1707-120, E-Mail: hilbert@iat.eu

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iat.eu

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