Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesellschaft für Informatik warnt vor unsicherem Onlinebanking

05.03.2007
Phishingangriffe nehmen zu / i-TAN-Verfahren kein hinreichender Schutz

Angesichts der zunehmenden Spamflut und der zahlreichen Phishingmails, die sich tagtäglich auf den E-Mail-Konten ansammeln, warnt die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) vor den nach wie vor gegebenen Sicherheitsbedenken beim Onlinebanking über Webseiten.

Nach Auffassung der GI hat auch das vor zwei Jahren eingeführte iTAN-Verfahren das Sicherheitsniveau kaum verbessert. Die grundsätzliche Schwachstelle aller webbasierten Transaktionsverfahren bleibe bestehen.

Hartmut Pohl, Sprecher des GI-Arbeitskreises "Datenschutz und IT-Sicherheit": "Die iTAN bringt kein Mehr an Sicherheit sondern suggeriert sie nur." Diese Tatsache sei Fachleuten seit langem bekannt, ohne dass sich die Sparkassen- und Bankenwelt zu der unverzichtbar notwendig breiten Information der Öffentlichkeit bereit gefunden habe.

... mehr zu:
»Onlinebanking »TAN

Für Transaktionen beim Onlinebanking werden persönliche Identifikationsnummern (PIN) sowie Transaktionsnummern (TAN) eingesetzt, die die Sicherheit von Online-Transaktionen und den Schutz vor Missbrauch garantieren sollen. Der Bankkunde verfügt dazu über eine Liste von TANs zur einmaligen Verwendung: Bei einer Online-Transaktion muss eine gültige, noch nicht "verbrauchte" Transaktionsnummer angegeben werden. Im letzten Jahr wurde das TAN-Verfahren auf das iTAN-Verfahren umgestellt: Dabei sind die TANs mit so genannten Indizes durchnummeriert; bei der Einleitung einer Transaktion wird der Kunde mit der Angabe einer Nummer aufgefordert, die zugehörige, also eine bestimmte TAN einzugeben, z.B. die mit dem "Index 23". Begründet wurde dieses kompliziertere Verfahren mit dem angeblich besseren Schutz vor Phishing-Angriffen, bei denen ein Angreifer über eine gefälschte Webseite eine TAN abfangen und dann selbst verwenden kann.

Phisher schieben dem Benutzer eine gefälschte Webseite unter, fordern vertrauliche Daten des Benutzers an und fangen sie ab. Der Phisher kann sich also unbemerkt zwischen Kunden und Bank positionieren (man-in-the-middle-attack) und die TANs oder iTANs in beliebiger Weise nutzen - und z.B. eine Überweisung seiner Wahl (auf sein eigenes Konto, ins Ausland oder zu einem Strohmann) vornehmen. Die GI weist darauf hin, dass Phishing-Angriffe mit den beiden folgenden Maßnahmen erschwert werden können:

1. 'Trojanische Pferde' auf dem heimischen PC suchen und löschen.
2. Sorgfältig das vom Browser angezeigte Zertifikat der Banking-Webseite überprüfen. Dies ist der Nachweis, dass die Internet-https-Verbindung tatsächlich mit der eigenen Bank hergestellt ist und nicht mit einer Webseite von sogenannten Phishern.

Erläuterungen zur iTAN von Seiten der Banken sollten nach Auffassung der GI den eher begrenzten Beitrag der iTANs zur Sicherheit präzise darstellen und unmissverständlich klarstellen, dass es keine Sicherheit ohne die penible Beachtung der obigen beiden Regeln geben könne.

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist eine gemeinnützige Fachgesellschaft zur Förderung der Informatik in all ihren Aspekten und Belangen. Gegründet im Jahr 1969 ist die GI mit ihren heute rund 24.500 Mitgliedern die größte Vertretung von Informatikerinnen und Informatikern im deutschsprachigen Raum. Die Mitglieder der GI kommen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Lehre und Forschung.

Cornelia Winter | idw
Weitere Informationen:
http://www.gi-ev.de

Weitere Berichte zu: Onlinebanking TAN

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index sinkt nach März-Hoch
23.05.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt niedrig
19.05.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie