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Wirtschaft plant Forschung und Entwicklung wieder vorsichtiger

20.02.2002


Anteil der Wirtschaft an den FuE-Gesamtaufwendungen weiterhin steigend, Anteil des Staates weiterhin rückläufig

Essen (ots) - Die deutsche Wirtschaft erhöhte ihre Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE) in den vergangenen zwei Jahren wieder vorsichtiger. Die Zuwächse betrugen 6,3 % (1999/2000) und 4,5 % (2000/2001). Damit liegen die jährlichen Wachstumsraten deutlich unter dem Niveau der Vorjahre (1996/1997: + 9,8 %; 1997/1998: + 8,2 %; 1998/1999: + 9,8 %). Auch für das Jahr 2002 bleibt es bei dieser verhaltenen Planung.

Dieses sind Ergebnisse aus der neuesten jährlichen Erhebung der Wissenschaftsstatistik GmbH im Stifterverband über die FuE-Aufwendungen der Wirtschaft. Die Befragung fand in den Sommermonaten 2001 statt, so dass nun die Ergebnisse über das Jahr 2000 vorliegen, Plandaten für das Jahr 2001 sowie Trendangaben für 2002.

Insgesamt betrugen die FuE-Aufwendungen der deutschen Wirtschaft in 1999: 39,7 Mrd. Euro, 2000: 42,2 Mrd. Euro und 2001: 44,1 Mrd. Euro auf. Den Unternehmensplanungen für 2002 zufolge wird es bei den FuE-Aufwendungen zu keinen höheren Aufwüchsen als in 2001 kommen.

Der Anteil der Wirtschaft an den Gesamtaufwendungen für FuE in Deutschland (Bruttoinlandsaufwendungen) ist weiterhin steigend, der Anteil des Staates dagegen wie in den Vorjahren rückläufig. Dies trifft sowohl auf die Finan-zierung als auch auf die Durchführung von FuE zu. Bei der Finanzierung stieg der Anteil der Wirtschaft von 1998: 62 % auf 2000: 65 %; bei der Durchführung von FuE stieg der Anteil der Wirtschaft von 1998: 68 % auf 2000: 71 %.

Im 5-Jahreszeitraum sind die FuE-Gesamtaufwendungen als Anteil am BIP (Bruttoinlandsaufwendungen am Bruttoinlands-produkt) kontinuierlich gestiegen von 1995: 2,26 % auf 2000: 2,49 %. Auch der Anteil der FuE-Aufwendungen der Wirtschaft am BIP stieg im selben Zeitraum kontinuierlich von 1995: 1,50 % auf 2000: 1,72 %.

Mit diesen Werten liegt Deutschland bzw. die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich wie im vergangenen Jahr auf dem 7. Platz hinter Schweden, Finnland, Japan, Schweiz, USA und Korea. Danach reihen sich Frankreich und Großbritannien ein.

Im Vergleich Großunternehmen und KMU (Kleine und Mittlere Unternehmen) zeigt sich, dass der Anstieg der FuE-Aufwen-dungen vorrangig von den Großunternehmen getragen wird. Ihre FuE-Gesamtaufwendungen erhöhten sich 1999/2000 um +7,1 %, während die FuE-Aufwendungen der KMU nur um + 1,1 % stiegen. Für das Jahr 2001 planen die Großunternehmen eine weitere Steigerung ihrer FuE-Aufwendungen um rund + 4,9 %, die KMU dagegen nur um + 1,6 %.

Nach Branchen unterteilt ist der höchste Anstieg an FuE-Aufwendungen beim Fahrzeugbau* (1999/2000: + 10,6 %) und in der Chemie (1999/2000: + 6,2 %) zu verzeichnen. Bei der FuE-Planung für 2001 zeigt der Branchenvergleich: + 7,0% im Fahrzeugbau, + 5,4 % in E-technik/DV/Optik; + 2,4 in der Chemie; + 1,8 % im Maschinenbau. (*Fahrzeugbau: Kfz, Schiene, Luft- und Raumfahrt).

Dr.Angela Lindner | ots
Weitere Informationen:
http://www.stifterverband.org

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