Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenig bekannt und kaum genutzt: Hilfen für ältere Arbeitslose

11.01.2007
Um ältere Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, gibt es spezielle Förderinstrumente im Rahmen der Hartz-Gesetzgebung, etwa die Entgeltsicherung für Arbeitslose über 50. Sie werden allerdings kaum in Anspruch genommen, weil sie wenig bekannt sind oder nicht strategisch eingesetzt werden.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen gemeinsam mit anderen Fachinstituten. Sie legten jetzt konkrete Verbesserungsvorschläge vor, die der Gesetzgeber auch schon teilweise aufgegriffen hat.

Die Untersuchung ergab, dass 2005 bundesweit gerade einmal 5.300 Arbeitnehmer mit einer Entgeltsicherung für ältere Arbeitslose gefördert worden sind. Als Ursachen ermittelte das IAQ: der geringe Bekanntheitsgrad, der wenig strategische Umgang der Arbeitsagenturen damit, zu geringe Anreizwirkungen und auch einige Verfahrensmängel.

Die Entgeltsicherung gibt es bereits seit 2003 und fördert Arbeitnehmer ab 50 Jahren, die Anspruch auf "Arbeitslosengeld I" haben und im neuen Job eine Einkommenseinbuße von Netto mindestens 50 Euro in Kauf nehmen. Durch eine befristete Beihilfe wird der Einkommensverlust zur Hälfte ausgeglichen, und die Beiträge zur Rentenversicherung werden auf 90 Prozent des vorherigen Niveaus aufgestockt.

... mehr zu:
»Entgeltsicherung »IAQ

Die Entgeltsicherung zielt auf ein reales Problem gerade von älteren Arbeitslosen: Zu hohe Einkommenserwartungen schränken das Spektrum der Beschäftigungsmöglichkeiten noch weiter ein, als es die ungünstige Arbeitsmarktlage für Ältere ohnehin schon mit sich bringt. Denn die Lohnangebote potenziell einstellungswilliger Betriebe liegen häufig niedriger als das Einkommen, das ein älterer Arbeitnehmer nach langer Betriebszugehörigkeit in seiner letzten Stelle erhalten hat. Die Entgeltsicherung hilft über diese Barriere hinweg und eröffnet die Aussicht, sich den früheren Entgeltstatus im neuen Betrieb über längere Zeit wieder zu erarbeiten. In jedem Fall streckt sie den Zeitraum zur Anpassung der Ausgaben an die neue Einkommenssituation.

Der aktuelle Gesetzentwurf der Bundesregierung "Zur Verbesserung der Beschäftigungschancen älterer Menschen" vom 28.11.2006 sieht einige Verbesserungen vor. Nun genügen 120 Tage Restanspruch auf Alg I, um die Entgeltsicherung zu erhalten (bisher 180 Tage), die Dauer der Förderung beträgt nun zwei Jahre. Allerdings sinkt im zweiten Jahr die Förderung auf 30 Prozent des Einkommensverlustausgleichs.

Das IAQ wird auch weiterhin die Arbeitsmarktpolitik für Ältere beobachten. Derzeit werden beispielsweise regionale Beschäftigungsinitiativen für ältere Langzeitarbeitslose im Rahmen des Bundesprogramms "Perspektive 50plus - Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen" im Auftrag des BMAS untersucht (siehe auch www.perspektive50plus.de). Mit Ergebnissen ist Anfang 2008 zu rechnen.

Weitere Infos:
Dr. Martin Brussig, Tel. 0209/1707-132, PD Dr. Matthias Knuth, Tel. 0209/1707-186, Oliver Schweer, Tel. 0209/1707-224

Beate Kostka M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://iat-info.iatge.de/iat-report/2006/report2006-02.html
http://www.bmas.bund.de/BMAS/Navigation/root,did=109764.html
http://iat-info.iatge.de/projekt/2006/pakte.html

Weitere Berichte zu: Entgeltsicherung IAQ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

nachricht Unternehmen sehen Kostenersparnisse durch Einsatz von Virtual- und Augmented Reality
10.10.2017 | Rheinische Fachhochschule Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise