Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesamtkostenquote für Investmentfonds seit 2001 in Europa leicht gestiegen

08.12.2006
Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio (TER)) für Investmentfonds, die die Summe der laufenden Fondskosten als Prozentsatz des durchschnittlichen Fondsvolumens innerhalb eines Geschäftsjahres ausdrückt, ist in den Jahren von 2001 bis 2005 in einer Reihe von europäischen Ländern gestiegen, in einigen wenigen aber auch zurückgegangen.

Im europäischen Durchschnitt ergibt sich daraus im betrachteten Zeitraum eine Erhöhung der Fondsgebühren von 1,22 Prozent auf 1,3 Prozent. Dies zeigt eine Analyse, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim im Auftrag der Europäische Kommission durchgeführt hat und die 14 EU-Länder umfasst.

Das ZEW legt seiner Analyse die folgende, für alle in die Betrachtung einbezogenen EU-Länder gleiche und über den Untersuchungszeitraum hinweg konstant bleibende Portfoliostruktur zugrunde, die die durchschnittliche Fondsallokation in Europa im Jahr 2001 darstellt: Aktienfonds 55 Prozent, Anleihefonds 15 Prozent, Geldmarktfonds 20 Prozent, Mischfonds 7 Prozent und Dachfonds 3 Prozent. Unter diesen Voraussetzungen hat das ZEW, gewichtet mit dem Fondsvolumen, eine von 1,22 Prozent im Jahr 2001 auf 1,3 Prozent im Jahr 2005 gestiegene durchschnittliche Gesamtkostenquote in der EU berechnet.

Seit 2001 sind die Gebühren, die den Ausgabeaufschlag nicht enthalten, für das Musterportfolio in Deutschland, Großbritannien, Österreich, den Niederlanden, Dänemark und Polen gestiegen. Spanien ist das einzige Land, in dem die Fondskosten im gesamten Untersuchungszeitraum kontinuierlich gesunken sind. Allerdings bleibt Spanien neben Italien nach wie vor eines der teuersten Länder für die Fondsanleger. Auf Grund der relativ niedrigeren Kosten in Finnland, Schweden, Belgien und den Niederlanden wird oft von einem Nord-Süd-Gefälle bei der Betrachtung der durchschnittlichen TERs gesprochen. Eine Ausnahme ist der französische Markt, der durch ein konstantes, relativ niedriges Kostenniveau gekennzeichnet ist.

Leicht sinkende Kosten hat das ZEW für 2004 und 2005 für das Portfolio aus Fonds identifiziert, die in Luxemburg und Irland beheimatet sind und europaweit vertrieben werden. Allerdings sind die Gebühren für dieses Portfolio weiterhin höher als im EU Durchschnitt.

Die Analyse der Aktienfonds ergab einen leichten Anstieg des europäischen Durchschnitts der TERs von 1,59 Prozent in 2001 auf 1,73 Prozent in 2005. Diese Zunahme ist insbesondere auf die gestiegenen Gesamtkosten in Frankreich, Großbritannien und Deutschland zurückzuführen. Die höchsten durchschnittlichen Gebühren mit teilweise mehr als 2 Prozent weisen Aktienfonds in Spanien, Luxemburg und Italien auf. Die TERs in den zwei wichtigen Aktienfondsmärkten Irland und Luxemburg sind seit 2003 gesunken, dabei sind die Fonds in Irland deutlich günstiger als die in Luxemburg (1,4 Prozent beziehungsweise 1,9 Prozent in 2005).

Die Kosten für Anleihenfonds in Europa sind seit 2001 im Durchschnitt von 0,89 Prozent auf 0,86 Prozent marginal gesunken. Am stärksten sanken die Kosten in Spanien mit 40 Basispunkten, gefolgt von Irland mit 30 Basispunkten. Die Anleihefonds in Großbritannien befinden sich im Gegensatz zu den Aktienfonds zusammen mit den Fonds in Italien und Irland im oberen Kostenbereich. Im Jahr 2005 waren mit 0,58 Prozent belgische Rentenfonds sowie mit 0,59 Prozent schwedische und österreichische Produkte am günstigsten, obwohl sich österreichische Fonds in den vergangenen Jahren leicht verteuert haben.

Bei den mit dem verwalteten Fondsvermögen gewichteten TERs für Geldmarktfonds fällt neben dem allgemein niedrigen Niveau der durchschnittlichen Kostenquote von 0,4 Prozent in 2005, der Trend zu moderat sinkenden Gebühren in den meisten Ländern auf. Ferner zeigt sich bei einem Ländervergleich ein ähnliches Bild wie für Aktien- und Anleihenfonds: Französische und österreichische Produkte liegen mit 0,25 Prozent und 0,33 Prozent im unteren Gebührensegment. Besonders teuer sind spanische und italienische Produkte mit 0,97 Prozent beziehungsweise 0,72 Prozent.

Ansprechpartnerin:
Mariela Borell, Telefon 0621/1235-144, Fax -223, E-Mail borell@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Berichte zu: Aktienfond Fondsvolumen Gesamtkostenquote Investmentfond TER

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Aufwärtstendenz setzt sich fort
21.02.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das 4. Quartal 2016: Anhaltend hohes Niveau offener Stellen
21.02.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie