Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schuldenmonitor macht erste Konsolidierungsfortschritte der Länder sichtbar

13.11.2006
Schuldenspirale dreht sich trotz Einnahmeverbesserungen weiter - Erstaunliche Konsolidierungserfolge in neuen Bundesländern

Gebremstes Ausgabenwachstum, höhere Steuereinnahmen und die zu erwartenden Mehreinnahmen durch die Mehrwertsteuererhöhung ab dem Jahr 2007 verringern den Konsolidierungsdruck auf die öffentlichen Haushalte in Deutschland. Dennoch kann selbst die anstehende Mehrwertsteueränderung nicht verhindern, dass bei einer Fortführung der gegenwärtigen Haushaltspolitik die Verschuldung fast aller Bundesländer weiter zunimmt. Um langfristig die Handlungsspielräume vor dem Hintergrund des demographischen Wandels zu erhalten, muss der Weg der Konsolidierung deshalb in den Bundesländern konsequent weiter beschritten werden. Dies ist das Ergebnis des Schuldenmonitors 2006, den die Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erstellt hat.

Im Vergleich zur Vorgängerstudie aus dem Jahr 2005 haben sich die Konsolidierungsbedarfe unter Berücksichtigung der anstehenden Mehrwertsteueränderung in allen Bundesländern verringert. Dabei sind die Rückgänge des Konsolidierungsbedarfs mit jeweils rund 8 Prozentpunkten in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg überdurchschnittlich hoch. Nur Hamburg (13 Prozent), Berlin (10,7 Prozent) und Rheinland-Pfalz (9,9 Prozent) waren bei der Haushaltskonsolidierung erfolgreicher. Diese Fortschritte sind vor allem auf Absenkungen der Ausgabenquoten zurückzuführen. Darüber hinaus haben in einigen Bundesländern auch höhere Einnahmenquoten zum Rückgang der Konsolidierungsbedarfe beigetragen.

Trotz der Konsolidierungsfortschritte und trotz der Mehrwertsteuererhöhung gilt jedoch: Sollen die am Bruttoinlandsprodukt gemessenen Schuldenstandsquoten bis in das Jahr 2020 stabil gehalten werden, müssen mit Ausnahme von Bayern alle Bundesländer ihre weiterhin wachsenden Staatsdefizite abbauen. Der Schuldenmonitor, der infolge der Mehrwertsteuererhöhung für das Jahr 2007 von zusätzlichen Steuereinnahmen in Höhe von 19,4 Milliarden Euro ausgeht, weist den größten Konsolidierungsbedarf für Bremen aus. Um die Schuldenstandsquote bis 2020 bei konstant hohen Einnahmequoten auf dem heutigen Niveau zu stabili­sieren, müsste Bremen fast 22 Prozent der Primärausgaben, (d. h. der Ausgaben ohne Zinsausgaben) einsparen, was einem Volumen von 800 Millionen Euro entspricht. Es folgen Berlin mit einem Konsolidierungsbedarf in Höhe von 15,3 Prozent der Primärausgaben (2,71 Milliarden Euro) und das Saarland mit 14,1 Prozent der Primärausgaben (560 Millionen Euro).

Dr. Johannes Meier, Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung: "Die ersten Fortschritte zeigen, dass eine Konsolidierung der Staatsfinanzen auch in Deutschland möglich ist. Es kommt jetzt darauf an, den finanzpolitischen Aufwärtstrend für die Sanierung der öffentlichen Haushalte zu nutzen."

"Auch die gegenwärtig gute Einnahmesituation des Staates darf nicht den Druck von der Ausgabenseite nehmen", stellt Sebastian Hauptmeier, Projektleiter der Studie, vom ZEW fest. Die entscheidenden finanzpolitischen Herausforderungen, wie die Verringerung der Zahl der Beitrags- und Steuerzahler durch den demographischen Wandel und die steigenden Anforderungen an die staatlichen Leistungen, vor allem im Bereich der sozialen Sicherung, stehen uns erst noch bevor.

Julia Schormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt zum zweiten Mal in Folge
28.05.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht KMU suchen die finanzielle Unabhängigkeit
25.05.2018 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tag it EASI - neue Methode zur genauen Proteinbestimmung

19.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Live-Verfolgung in der Zelle: Biologische Fussfessel für Proteine

19.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Können Reaktionen in kondensierten Biomaterialien beschleunigt werden?

19.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics