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WHU und F&C Asset Management plc veröffentlichen erstmalig Forschungsarbeit zu Family Offices im deutschsprachigen Raum

08.11.2006
Das INTES Zentrum für Familienunternehmen der WHU - Otto Beisheim School of Management und die älteste Fondsgesellschaft der Welt, F&C Asset Mangement plc (F&C), schaffen mit dieser Arbeit eine Grundlage für ein besseres Verständnis für Family Offices.

Die Arbeit ist das Resultat einer viermonatigen Sekundäranalyse und persönlichen Interviews unter 24 Experten aus dem Family Office Bereich. Sie bietet unter anderem wertvolle Einsichten in die Entwicklung von Family Offices, ihre Funktionen und Erfolgsfaktoren, das Dienstleistungsspektrum, materielle sowie immaterielle Ziele, mögliche Zielkonflikte und andere relevante Informationen.

Sie schafft ein besseres Verständnis für das Family Office und seine unterschiedlichen Ausprägungen mit interessanten Einblicken. So sind es beispielsweise nicht nur die finanziellen Ziele wie realer Kapitalerhalt, sondern auch nicht-finanzielle Ziele, die Family Offices anstreben, wie z.B. der Zusammenhalt der Familie oder die Ausbildung der nächsten Generation. Neben zahlreichen anderen Ergebnissen werden als Erfolgsfaktoren zum Beispiel primär Integrität, das Recruiting, Expertennetzwerke oder auch Convenience genannt.

Um das Verständnis für Family Offices unter den Markteilnehmern zu fördern und zum wissenschaftlichen Grundstock beizutragen, haben die WHU und F&C Asset Management plc (F&C) im Rahmen einer Forschungsarbeit das Thema "Das Family Office: Integrierter Dienstleister oder strategischer Berater" angestoßen. Neben einer historischen Betrachtung der Entwicklung hin zu den heute bestehenden Formen lag der Fokus vor allem auf der aktuellen Situation des Bereichs Family Offices. In diesem Umfeld gibt es bisher kaum Publikationen.

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Aufbauend auf einer Analyse der vorhandenen wissenschaftlichen Literatur sowie mittels einer persönlichen Befragung von 24 Family Office Betreibern konnten aufschlussreiche Einblicke in die Zielgruppe gewonnen werden. Das Universum setzte sich je zur Hälfte aus familiengeführten und fremdgeführten Family Offices zusammen (unabhängige wie auch abhängige), von denen über 60% Single Family Offices und der Rest Multi Family Offices waren.

Family Offices sind nach der vereinfachten Definition der Arbeit organisatorische Einheiten, die vermögenden Privatpersonen bei der Wahrnehmung ihrer originären Private Wealth Management Aufgaben behilflich sind. Das Dienstleistungsspektrum umfasst die Vermögensverwaltung, die Familienverwaltung (wie z.B. die Family Governance, die Nachfolgeplanung, oder die Stiftungsverwaltung), das Lifestyle Management (im deutschsprachigen Raum weniger verbreitet) und Rechts- und Steuerberatung (deren Leistungen weitgehend durch externe Partner abgedeckt werden).

Das typische Single Family Office hat nach Aussage der Teilnehmer ein Minimum an verwalteten Vermögen von 100 bis 300 Millionen EUR und das Multi Family Office bedient in der Regel Klienten mit einem Vermögen von durchschnittlich 10 bis 30 Millionen Euro.

Ein interessantes Ergebnis ist, dass das finanzielle Ziel der Vermögensanlage der Family Offices überwiegend der reale Kapitalerhalt ist; Aspekte wie Kapitalaufbau, Liquidität und die Steueroptimierung spielen im Vergleich eine eher untergeordnete Rolle.

Insbesondere spielen nicht-finanzielle Ziele wie der Zusammenhalt der Familie, ethische Ziele, Ausbildung der nächsten Generation und gesellschaftliches Ansehen eine bedeutende Rolle. Als Erfolgsfaktoren werden die Integrität (wahrgenommene Freiheit von Interessenskonflikten), das Recruiting neuer Mitarbeiter, das Expertennetzwerk und die Convenience gesehen.

Bei der Auswahl der Mitarbeiter, insbesondere in der Vermögensverwaltung im Rahmen der Personalpolitik der Family Offices spielen die Eigenschaften der Mitarbeiter (Vertrauenswürdigkeit, Loyalität, Engagement, Charakterstärke, Einfühlungsvermögen, Freundlichkeit) eine überragende Rolle. Hierbei verlassen sich Family Offices überwiegend auf ihr persönliches Netzwerk.

Ein besonderes Augenmerk der Befragten gilt den Interessenskonflikten, die innerhalb der Familie, zwischen betreuten Familien, zwischen Familie und Family Office sowie dem Family Office und seinen externen Dienstleistern auftreten können. Beispiele für mögliche Konflikte zwischen dem Family Office und externen Partnern sind die vorab bestehende Unsicherheit bezüglich der Qualifikation der Drittanbieter, die Unsicherheit bezüglich ihrer Absichten und der tatsächlichen Ausführung. Ein häufig genanntes Problem in diesem Bereich sind Abrechnungsungenauigkeiten oder die Ausnutzung von Ermessensspielräumen in der Bewertung zum eigenen Vorteil. Gerade um diesen auf die Spur zu kommen unterstreichen viele Experten die Bedeutung einer selbst erstellten Buchhaltung, die alle Vorgänge von Drittanbietern selbst nachvollziehen sollte.

Die Auswahl möglicher Drittanbieter zum Beispiel für Finanzdienstleistungen basiert überwiegend auf Empfehlungen und eigener Recherche. Entscheidungsträger im Auswahlprozess sind primär der vermögende Kunde und danach das Family Office. Wesentliche Auswahlkriterien sind der Track Record des Anbieters (wie z.B. die des Asset Manager), Empfehlungen, konkrete Vorschläge und auch Sympathien des Vermögensinhabers.

"Die Forschungsarbeit deckt neben den oben genannten Punkten noch eine Vielzahl anderer Themenbereiche ab, wie zum Beispiel Berichtsfrequenzen für die Nutzer der Family Office Dienstleistungen, aber auch Punkte, auf die man bei der Auswahl eines Family Offices achten sollte. Dazu gehören unter anderem die persönliche, rechtliche, strategische und auch operative Due Diligence des Family Offices. Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit der WHU für ein besseres Verständnis für diese sehr wichtige Zielgruppe beitragen zu können. Das INTES Zentrum für Familienunternehmen der WHU verfügt über sehr gute Wissenschaftler und ein einschlägiges Know-how hinsichtlich familiengeführter Unternehmen.

Für uns bei F&C ist es wichtig, unsere Kunden zu kennen, um auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen zu können. So ist vor fünf Jahren auch unser sehr erfolgreicher F&C HVB-Stiftungsfonds als Antwort auf die Belange der hiesigen Stiftungen und dem Wunsch nach realem Kapitalerhalt entstanden. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der WHU", sagt Manfred Müller, Leiter Retail Deutschland bei F&C.

"Mit der vorliegenden Forschungsarbeit ist ein weiterer Schritt zum besseren Verständnis der Erfolgsfaktoren und Besonderheiten von Family Office getan. Die Arbeit zu Family Offices stellt einen weiteren Meilenstein in der Publikationsreihe des INTES Zentrums für Familienunternehmen der WHU dar. Damit verfolgen wir konsequent unsere Zielsetzung einer Erforschung der spezifischen Herausforderungen von Familienunternehmen sowie der Vermittlung von Lösungen und der Kommunikation der Forschungsergebnisse in die Unternehmenspraxis. Wir sind glücklich, mit F&C einen sehr engagierten Partner für dieses Forschungsprojekt gefunden zu haben und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit F&C", sagt Jan Eiben, Geschäftsführer des INTES Zentrums für Familienunternehmen der WHU.

Für eine Zusammenfassung der Studie wie auch der detaillierten Arbeit melden Sie sich bitte bei Jan Eiben unter der folgenden E-mail Adresse: intes-zentrum@whu.edu. Herr Eiben wird Ihnen die Arbeit daraufhin sehr gerne zusenden.

Ansprechpartner für die Presse bei F&C:

Simone Dippel, Communications Manager
Te.: +44 (0) 20 7770 5373
Ansprechpartner für die Presse bei WHU:
Jürgen Neumann, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.:(0261) 6509-540
Jan Eiben , Geschäftsführer INTES Zentrum für Familienunternehmen
Tel.:(0261) 6509-261
WHU - Otto Beisheim School of Management
Die WHU - Otto Beisheim School of Management ist eine international orientierte, auf eigener Forschung aufbauende privat finanzierte Wirtschaftshochschule. Seit ihrer Gründung ist die WHU Vorbild für eine zukunftsorientierte Forschung und Lehre in der Betriebswirtschaftslehre. Das Studienangebot der WHU umfasst ein Bachelor- und Masterprogramm (B.Sc., M.Sc.), ein Vollzeit MBA-Studium, das Kellogg-WHU Executive MBA-Programm und den Bucerius/WHU Master of Law and Business (MLB). Damit werden ca. 460 Programmteilnehmer jährlich erreicht. Hinzu kommen Programme für Führungskräfte sowie wissenschaftliche Konferenzen. Die WHU besitzt das Promotions- und Habilitationsrecht. Das internationale Netzwerk der WHU umfasst 150 Partnerhochschulen zum Austausch von Dozenten und Studenten sowie Forschungskooperationen auf allen Kontinenten. Die WHU lässt sich regelmäßig durch EQUIS und FIBAA evaluieren und ist Mitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). In nationalen wie internationalen Ranglisten nimmt die WHU stets Spitzenplätze ein.

F&C Asset Management plc

o F&C Asset Management plc (F&C) entstand am 11. Oktober 2004 durch die Fusion von F&C Management Holdings B.V. und ISIS Asset Management plc. Die Aktien von F&C Asset Management werden an der London Stock Exchange unter dem Kürzel FCAM notiert.
o F&C ist ein europaweit tätiges Unternehmen, das ein Vermögen von € 155 Milliarden
(Stand: 30. Juni 2006) für ein breites Spektrum von institutionellen Kunden, Versicherungen und Privatanlegern verwaltet. F&C unterhält Niederlassungen in acht Ländern (Deutschland, Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Irland, Niederlande, Portugal, USA).
o F&C zählt gemessen am verwalteten Vermögen zu den fünf größten britischen Fondsmanagern und rangiert unter den zehn bedeutendsten Vermögensverwaltern von institutionellen Pensionsfonds in Europa. F&C ist ein führender Anbieter von Fondsservices für den portugiesischen und deutschen Retail-Markt.
o F&C verfügt über eine starke Präsenz im britischen Retail-Markt mit Schwerpunkten in den Bereichen Unternehmensanleihen, britische und europäische Aktien sowie Multi-Manager- und ethische Fonds.
o F&C gehört zu den bedeutendsten Unternehmen der britischen Investmentfondsbranche. Der im Jahr 1868 aufgelegte Foreign & Colonial Investment Trust war der erste Investmentfonds dieser Art.
o F&C ist einer der größten Manager von Venture Capital Trusts unter der Marke Baronsmead

o F&C ist dank seines reo® Service (Responsible Engagement Overlay) und der Stewardship-Familie ethisch geprüfter Fonds Europas führender sozialverträglicher Investor. In Großbritannien ist er der älteste ethisch orientierte Fonds für Privatanleger.

Jürgen Neumann | idw
Weitere Informationen:
http://www.whu.edu

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