Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BMZ und KfW Entwicklungsbank stellen 9. Evaluierungsbericht über die Wirksamkeit der Finanziellen Zusammenarbeit vor

06.11.2006
71 Prozent der Projekte erfolgreich. Wer hohe entwicklungspolitische Wirksamkeit will, muss Risikobereitschaft mitbringen und Innovationen fördern.

Heute stellte Prof. Hans-Rimbert Hemmer, der Leiter der unabhängigen Evaluierungsabteilung der KfW Entwicklungsbank, gemeinsam mit Erich Stather, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), und Wolfgang Kroh, KfW-Vorstandsmitglied, in Frankfurt den 9. Evaluierungsbericht über die Wirksamkeit der Finanziellen Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern vor.

"71 Prozent der geförderten Vorhaben, nach dem Volumen der eingesetzten Mittel sogar 76 Prozent, können als entwicklungspolitisch erfolgreich bewertet werden", sagte Prof. Dr. Hemmer. Der Bericht beinhaltet eine Querschnittauswertung aller 177 Projekte und Programme, die die KfW Entwicklungsbank im Auftrag des BMZ in 57 Entwicklungsländern fördert. Insgesamt umfassen die evaluierten Projekte ein Fördervolumen von 6,3 Mrd. EUR, davon stammen 2,3 Mrd. aus Haushaltsmitteln und 0,4 Mrd. EUR aus KfW-Eigenmitteln.

"Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, ob Entwicklungszusammenarbeit nachhaltig wirkt. Denn das rechtfertigt unsere Arbeit", betonte Stather. "Deshalb halte ich es für sehr erfreulich, dass der weitaus größte Teil der evaluierten Programme und Projekte so positive Ergebnisse hat. Dennoch müssen wir die in dem Bericht aufgezeigten Wege nutzen und uns im Rahmen der Gebergemeinschaft noch intensiver den Verbesserungen der sektoralen und institutionellen Rahmenbedingungen widmen."

Die sogenannte Ex-Post-Evaluierung dient drei bis fünf Jahre nach Durchführung der Entwicklungsinvestititon der Überprüfung, ob die erwarteten Wirkungen auch tatsächlich eingetreten und ein nachhaltiger Entwicklungsprozess angestoßen wurde. "Wir benötigen nicht nur mehr Ressourcen für die Erreichung der Millenniumsziele, sondern müssen auch dafür sorgen, dass die eingesetzten Mittel effizient eingesetzt und zur nachhaltigen Verbesserung der Chancen auf eine eigenständige Entwicklung der Partnerländer führen, sagte Kroh.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit will nicht nur Armutslinderung erreichen, sondern die strukturellen Armutsursachen durch die Unterstützung von Veränderungsprozessen, durch Förderung innovativer Ansätze und die Überwindung von interessensgeleiteten Widerständen bekämpfen. "Das ist nicht einfach, sondern selbstverständlicherweise auch mit Risiken verbunden. Gute Entwicklungszusammenarbeit zeichnet sich nicht dadurch aus, dass sie jegliches Risiko meidet, sondern dadurch, dass sie auch schwierige Entwicklungshemmnisse angeht und in Erwartung hoher entwicklungspolitischer Wirkungen bereit ist, kalkulierte Risiken einzugehen.", betonte Kroh.

Der vorliegende Bericht befasst sich mit Projekten in den Bereichen Gesundheit, Grundbildung, Dezentralisierung, Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, Elektrizitätswirtschaft, Transport sowie im Finanzsektor. Neben den rd. 71 % als entwicklungspolitisch erfolgreich bewerteten Vorhaben sind weitere 17 % trotz positiver Wirkungen nicht mehr ausreichend, 12 % sind unzureichend. Nur ein Projekt ist völlig gescheitert (

Vor sechs Jahren wurde die unabhängige Evaluierungsabteilung unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Rimbert Hemmer eingerichtet. Er wurde zum 1.10.2006 von Frau Prof. Dr. Eva Terberger abgelöst. Die KfW Entwicklungsbank zeichnet sich national wie international dadurch aus, dass sie kritische Erfolgsbewertungen vornimmt. Die Erfolgseinstufung erfolgt anhand von sechs Kategorien von 1 bis 6. Anders jedoch als es die Vergabe von Schulnoten nahe legen würde, wird Note 4 trotz nennenswerter entwicklungspolitischer Wirkungen nicht mehr zu den erfolgreichen Projekten gezählt.

Fachliches Schwerpunktthema des 9. Evaluierungsberichts sind die entwicklungspolitischen Wirkungen von Transportvorhaben. Eine deutliche Verbesserung der Transportinfrastruktur stellt für die Erreichung der Millenniumsziele einen wichtigen Beitrag dar. Darüber hinaus schaffen zahlreiche Transportvorhaben wie z.B. ländliche Wege überhaupt erst die Voraussetzungen für arbeitsteiliges Wirtschaften, die Schaffung von Einkommen und Beschäftigung. Sie eröffnen Zugang zu Märkten, zu Gesundheitseinrichtungen, zu Schulen und verbessern durch ihre integrativen Wirkungen die Chancen für politische Teilhabe.

Sonja Höpfner | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de
http://www.bmz.bund.de

Weitere Berichte zu: BMZ Entwicklungsbank Entwicklungszusammenarbeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Rückgang, aber noch keine Tendenzwende
21.11.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wirtschaft auf stabilem Aufschwungpfad
15.11.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung