Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Tellerwäscher zum Millionär ist es schwer - IAT untersuchte Aufstiegsmobilität

24.10.2006
Niedriglohnsektor mit Armut verfestigt sich

Wer im Niedriglohnsektor arbeitet, hat es immer schwerer in besser bezahlte Jobs aufzusteigen. Der Übergang vom Rand des Beschäftigungssystems in den Kernbereich gestaltet sich immer schwieriger, stellt der Arbeitsmarktexperte Prof. Dr. Gerhard Bosch vom Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) fest.

Vor allem für gering Qualifizierte und Ältere stehen die Chancen sich nach oben zu arbeiten schlecht. Wer gut qualifiziert mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss zu Billiglöhnen arbeitet, schafft in einem Zeitraum von fünf Jahren immerhin zu 62,25 Prozent den Aufstieg, zeigen aktuelle Untersuchungen aus der Arbeits- und Bildungsforschung des IAT. Anhand des BA-Beschäftigtenpanels berechneten die Arbeitsmarktexperten Prof. Bosch und Thorsten Kalina die Aufstiegsmobilität aus dem Niedriglohnsektor im Zeitraum von 1998 bis 2003. Die Auswertung bezieht sich auf Personen, die 1998 und 2003 vollzeitbeschäftigt waren, Auszubildende sind darin nicht enthalten.

In diesen fünf Jahren gelang insgesamt 34,42 Prozent der Niedriglohnbeschäftigten der Aufstieg in bessere Jobs - bei den Männern schaffte es jeder zweite (50,39 Prozent), aber nur jede vierte Frau (27,12 Prozent). Auch Berufsausbildung und weiterführende Qualifizierungen verbessern die Aufstiegsmobilität. Deutlich wirkt die Alterskomponente: Während bei den unter 25-Jährigen der Anteil der Aufsteiger aus dem Niedriglohnbereich über 50 Prozent liegt, sind es bei den über 55-Jährigen nur noch 12,13 Prozent.

Die Gründe für die sinkende Aufwärtsmobilität liegen u.a. im "Outsourcing", der Ausgliederung schlecht bezahlter Tätigkeiten in besondere Unternehmen oder auch Leiharbeit, denn innerbetrieblicher Aufstieg wird damit abgeschnitten. Kombilohnmodelle - auch die Kombination von Teilzeitarbeit und ALG II - und Minijobs mit weniger Abgaben halten schlecht Bezahlte in diesen Tätigkeiten fest. "Die Politik hat durch die Deregulierung von Leiharbeit und Minijobs und das Kombilohnmodell ALG II zur abnehmenden Aufstiegsmobilität beigetragen", kritisiert Bosch. "Abnehmende Aufstiegsmobilität bedeutet aber Verfestigung des Niedriglohnsektors mit Armut."

Für weitere Fragen stehen
Ihnen zur Verfügung:
Prof. Dr. Gerhard Bosch
Durchwahl: 0209/1707-147
E-Mail: bosch@iatge.de
Thorsten Kalina
Durchwahl: 0209/1707-330
E-Mail: Kalina@iatge.de
Pressereferentin
Claudia Braczko
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
Tel.: +49-209/1707-176
Fax: +49-209/1707-110
E-Mail: braczko@iatge.de
info@iatge.de

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iatge.de

Weitere Berichte zu: Aufstiegsmobilität IAT Leiharbeit Niedriglohnsektor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr steigt nur geringfügig
14.02.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Früherkennung von Innovationsfeldern
09.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung