Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Befristete Kombilöhne können die Erwerbschancen Älterer erhöhen

23.10.2006
Nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) können befristete Kombilöhne im Niedriglohnbereich als Einstiegshilfe dienen. Diese müssten sich aber auf eng begrenzte Zielgruppen konzentrieren, um die Kosten überschaubar zu halten. Insbesondere die Erwerbschancen Älterer könnten mit Kombilöhnen erhöht werden.

Entscheidend sei der zielgerichtete und flexible Einsatz der Lohnsubventionen, betont das IAB. Es komme darauf an, welche Probleme bei welchem Arbeitslosen im Vordergrund stünden. Bei Personen mit anfangs geringerer Produktivität könnte beispielsweise ein Arbeitgeberzuschuss geboten sein. Dagegen wäre bei einem älteren Arbeitslosen mit relativ hohen Lohnerwartungen eher eine flankierende Einkommenssubvention sinnvoll.

Vor unbefristeten und flächendeckend eingeführten Kombilöhnen warnt das Forschungsinstitut. Diese würden hohe Kosten und beträchtliche Mitnahmeeffekte zur Folge haben.

Ziel müsse sein, dass die Geförderten nach dem Auslaufen der Subventionen zu marktgerechten Löhnen weiterbeschäftigt werden, weil sich die Produktivität während der Beschäftigung erhöht oder die tatsächliche Produktivität die erwartete übertroffen habe.

... mehr zu:
»Kombilohn »Lohnsubvention

Um passgenaue Lösungen zu ermöglichen, müsse das Wissen der Fallmanager genutzt und ihnen mehr Flexibilität beim Einsatz von Lohnsubventionen eingeräumt werden. Auf der Grundlage eines umfassenden Profilings des Arbeitslosen und der Kenntnis der regionalen Arbeitsmarktlage könne entschieden werden, ob eine Förderung beim Arbeitgeber, beim Arbeitnehmer oder bei beiden ansetzen soll.

Deshalb sei ein flexibel einsetzbares Budget für Lohnsubventionen empfehlenswert. Auf diese Weise könnten personen- und situationsbezogene Förderpakete geschnürt werden, z.B. durch Variation von Höhe und Dauer der Subvention sowie durch ergänzende berufsbegleitende Qualifizierungsmaßnahmen.

Der Studie zufolge könnte die Entscheidung über arbeitgeber- oder arbeitnehmerseitige Subvention sogar stärker auf den Arbeitslosen selbst verlagert werden.

So ließen sich etwa Gutscheine über einen bestimmten Betrag der Lohnsubvention ausgeben. Die Arbeitslosen würden damit über eine gewisse Summe verfügen, die sie nach eigenen Vorstellungen bei der Jobsuche einsetzen können. Damit könnte man eine niedrig entlohnte Beschäftigung annehmen und das Einkommen über den Gutschein aufstocken. Man könnte aber auch eine anspruchsvollere Tätigkeit suchen und dem Arbeitgeber die anfangs möglicherweise bestehende Differenz zwischen Produktivität und Arbeitskosten erstatten.

Ältere haben ein hohes Arbeitslosigkeitsrisiko

Der Einsatz von Lohnsubventionen biete sich insbesondere bei älteren Arbeitslosen an, so das IAB. Schließlich hätten ältere Arbeitnehmer ein besonders hohes Risiko, arbeitslos zu werden und es lange zu bleiben. Entlassungsentscheidungen würden häufig zu Lasten Älterer fallen. Dagegen würden bei Einstellungen zumeist Jüngere bevorzugt.

Doch die mangelnde Bereitschaft der Unternehmen, ältere Personen einzustellen, ist nicht das einzige Problem. Drei Viertel der rund 16.000 im IAB-Betriebspanel befragten Betriebe hatten bei der letzten Stellenbesetzung gar keine Bewerbung Älterer vorliegen.

Die IAB-Studie steht im Internet unter http://doku.iab.de/kurzber/2006/kb1806.pdf.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de
http://doku.iab.de/kurzber/2006/kb1806.pdf

Weitere Berichte zu: Kombilohn Lohnsubvention

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Aufschwung setzt sich fort
28.11.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Rückgang, aber noch keine Tendenzwende
21.11.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einmal durchleuchtet – dreifacher Informationsgewinn

11.12.2017 | Physik Astronomie

Kaskadennutzung auch bei Holz positiv

11.12.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Meilenstein in der Kreissägetechnologie

11.12.2017 | Energie und Elektrotechnik