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Akquisitionen: Erwartungen bleiben unerfüllt

16.10.2006
Konflikt zwischen Wachstumsgedanken und Übernahmefolgen

Deutsche Manager äußern sich über Akquisitionen als Teil der Wachstumsstrategie eines Unternehmens kritisch. Wie die Ergebnisse des fünften Managerpanels des Personalberatungsunternehmens LAB Lachner Aden Beyer & Company zeigten, lehnt es die Mehrheit (62 Prozent) der befragten Manager ab, Übernahmen als bestes Mittel zur Umsetzung einer Wachstumsstrategie darzustellen. Für 46 Prozent erfüllten sich die Erwartungen nach einer Übernahme nicht, desillusioniert wurden dabei vor allem die Mitarbeiter der übernommenen Unternehmen. Demnach treten die erhofften Synergie-Effekte oft nicht ein, die Komplexität der Übernahmen steigt an, auch kulturelle Schwierigkeiten und langwierige Entscheidungsprozesse machen Akquisitionen zunehmend problematisch.

Insgesamt nahmen im Oktober 252 deutsche Manager an der monatlich stattfindenden Umfrage teil. Während der vergangenen fünf Jahre machten knapp drei Viertel der Befragten Erfahrungen mit Übernahmen, 40,1 Prozent davon gehörten zur Gruppe der akquirierenden Unternehmen. Die Ergebnisse heben hervor, dass jene Manager deutlich unzufriedener waren, deren Unternehmen Ziel einer Akquisition wurde. So gaben 23,7 Prozent der Übernommen an, dass zuvor geäußerte Erwartungen nach der Übernahme absolut nicht erfüllt wurden. Dieser Meinung waren jedoch nur 8,4 Prozent der Übernehmer. Bei beiden Gruppen stimmten nur rund zwei Prozent zu, dass ihre Erwartungen vollständig erfüllt wurden.

"In einer Übernahmephase ist es schwer, tragfähige Antworten zu finden, es ist also verständlich wenn keine vollständige Kommunikation möglich ist. Das vorhandene Potenzial wird jedoch nicht immer ausgeschöpft", erläutert Studienautor und LAB-Geschäftsführer Klaus Aden einen der wichtigsten Faktoren im Gespräch mit pressetext. Da viele Manager sehr ablehnende Reaktionen auf Heuschrecken-Käufe zeigten, müsse das Vertrauen bereits im Vorfeld einer Übernahme bestmöglich aufgebaut, sowie die Kommunikation zu den Managern verstärkt werden, um Sicherheit und Kooperation zu vermitteln.

Im Vorfeld stattfindende Due-Dilligence-Prüfungen seien im Hinblick auf Synergieeffekte oft zu optimistisch eingestuft, so die Meinung eines Befragten. Weitere Probleme würden durch den Druck der Kapitalmärkte entstehen, der die Geschwindigkeit der Übernahmen und Fusionen zunehmend beschleunigt. "Akquisitionen stellen immer einen schnellen Erfolg dar, den sowohl Analysten als auch der Kapitalmarkt wahrnehmen. Die Ernüchterung tritt meist erst später ein", meint Aden.

Mehr als drei Viertel der Befragten sehen Expansion und Wachstum als zwingende Grundlage jeder Unternehmensstrategie. Nur 38 Prozent sind jedoch davon überzeugt, dass Übernahmen das ideale Mittel zur Umsetzung der Wachstumsstrategie sind. "Die Alternative zu Übernahmen und Zukäufen ist organisches Wachstum, dies ist jedoch der langsamere Weg und dessen Dauer von vielen als zu lange eingestuft wird", erklärt Aden. Die Stellungnahmen der befragten Manager machten jedoch deutlich, dass organisches Wachstum als stabiler und wirtschaftlich erfolgreicher angesehen wird. Aden hebt die ambivalente Einstellung der Manager hervor: "Übernahmen sind attraktiv, aber alle sehnen sich nach Beständigkeit. Da Manager dazu verpflichtet sind, für das Wachstum ihres Unternehmens zu sorgen, werden Übernahme-Themen auch in Zukunft weit vorne auf der Agenda von Unternehmen stehen", so Aden abschließend gegenüber pressetext.

Victoria Schubert | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.labcompany.net

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