Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Industrie erkennt Chancen der Ausbildung

21.01.2002


Anteil der gewerblichen Auszubildenden, die neue Techniken in ihren Betrieben vorfinden. Dass viele Auszubildende nicht die Arbeitswelt von "morgen" kennen lernen, liegt daran, dass es diese in den Betrieben selten gibt.


Anteil der gewerblichen Auszubildenden, die neue Organisations-formen in ihren Betrieben erlernen. Mit Qualitätssicherungssystemen üben mittlerweile nahezu alle gewerblichen Auszubildenden. Doch von der weitreichenden Integration der Fertigungsplanun


Management in der Investitionsgüterindustrie denkt langfristig / Auszubildende erleben nicht die Arbeitswelt von "morgen" / Der Osten bildet mehr aus

Der Produktionsstandort Deutschland bezieht einen wesentlichen Teil seiner Wettbewerbsstärke aus der Kompetenz seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Fertigung. Das wissen offensichtlich auch die Unternehmen. Eine Erhebung des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, zeigt, dass 65 Prozent der Betriebe der deutschen Investitionsgüterindustrie gewerblich ausbilden. Vorreiter sind jedoch nicht unbedingt die technisch und organisatorisch modernsten Betriebe. Träger der gewerblichen Ausbildung sind vielmehr die mittelgroßen Betriebe mit 100 bis knapp 500 Beschäftigten: Sie bilden so häufig aus wie die großen und so intensiv wie die kleinen Unternehmen.

Dabei spielt die Ertragsstärke der Betriebe meist keine Rolle. Auch bei schrumpfenden Gewinnen halten die Firmen oft an der Facharbeiterausbildung fest. Das zeugt von einem langfristigen Denken im Management. Ebenso scheint die strategische Orientierung der Firmen wenig Einfluss auf das Ausbildungsverhalten zu haben. Obwohl innovations- wie qualitätsorientierte Betriebe zum Erhalt ihrer Wettbewerbsposition mehr Facharbeiter benötigen, bilden sie nicht signifikant häufiger aus.

Die Qualität der Ausbildung bemisst sich am technischen und organisatorischen Niveau in den Betrieben. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer ISI konstatieren, dass die zukünftigen Facharbeiterinnen und Facharbeiter zwar das gleiche organisatorische Umfeld erleben, wie ihre fertig ausgebildeten Kollegen. Aber eben nur dieses, und nicht die Arbeitswelt von "morgen".

Kern der gewerblichen Ausbildung ist der Umgang mit modernen Werkzeugmaschinen. Bei 70 Prozent der Auszubildenden stehen praktische Erfahrungen mit CNC-Maschinen und PC-Steuerung auf dem betrieblichen Stundenplan. Ebenso viele lernen das Computer Integrated Manufacturing (CIM) kennen. Und mindestens jeder zweite hat die Möglichkeit, in seinem Betrieb praktische Erfahrungen mit Industrierobotern zu sammeln. Dagegen ist der Anteil der Auszubildenden, die mit Trockenbearbeitung respektive Minimalmengenschmierung oder mit automatisierten Montagesystemen in Kontakt kommen, noch sehr niedrig. Doch liegt das an der derzeit ebenso geringen Einsatzquote dieser Techniken in den Betrieben.

Ein Drittel der Firmen der deutschen Investitionsgüterindustrie gibt ferner an, dass sie bei der Aus- oder Weiterbildung mit anderen Unternehmen kooperieren und so den Auszubildenden ein breites Erfahrungsfeld eröffnen. Erstaunlicherweise kooperieren aber große Betriebe stärker als die kleinen, obwohl sie selbst eine größere Spannweite an Möglichkeiten bieten können. So nutzen Betriebe mit weniger als 100 Beschäftigten Aus- oder Weiterbildungskooperationen nur zu 28 Prozent. Der Wert steigt bei Betrieben mit 100 bis 499 Beschäftigten auf 35 Prozent an und liegt bei den Großbetrieben bei 47 Prozent.

Vor allem die Ostbetriebe scheinen die Notwendigkeit der Aus- und Weiterbildungskooperation erkannt zu haben. Mit 47 Prozent liegt der Anteil um fast 20 Prozentpunkte über dem in Westdeutschland, wenngleich staatliche Fördermaßnahmen für diesen Vorsprung mit gesorgt haben mögen.

Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI erweitert das naturwissenschaftlich-technisch orientierte Fachspektrum der Fraunhofer-Gesellschaft um wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aspekte. Dazu analysiert es technische Entwicklungen sowie deren Marktpotenziale und Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinär zusammengesetzten Teams des Instituts konzentrieren sich insbesondere auf die Bereiche Energie, Umwelt, Produktion, Kommunikation und Biotechnologie sowie auf die Regionalforschung und Innovationspolitik.

Gerhard Samulat | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fhg.de/pr/2002de/pri012002.htm

Weitere Berichte zu: Investitionsgüterindustrie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index sinkt nach März-Hoch
23.05.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt niedrig
19.05.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten