Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Finanzierung des deutschen Mittelstandes

27.09.2006
DGRV und VÖB stellen Gutachten zur Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital nach IAS 32 vor

Angesichts der Internationalisierung ihrer Geschäftstätigkeit sowie der Erschließung neuer Finanzierungsmöglichkeiten wenden zunehmend auch nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen internationale Bilanzierungsstandards (IAS/IFRS) an oder beabsichtigen dieses.

Problematisch ist hierbei insbesondere der Rechnungslegungsstandard IAS 32. Hiernach müssen Personenhandelsgesellschaften und Genossenschaften wesentliche Teile ihres gesellschaftsrechtlichen Eigenkapitals als Fremdkapital ausweisen. Von dieser Umqualifizierung sind mittelständische Unternehmen auch in anderen europäischen Ländern betroffen. Insgesamt erleiden mittelständische Unternehmen aufgrund der Regelungen des IAS 32 erhebliche Wettbewerbsnachteile gegenüber Kapitalgesellschaften. Der International Accounting Standards Board (IASB) hat diese Problematik erkannt und Änderungsvorschläge am Standard IAS 32 vorgestellt. Diese gehen allerdings nicht weit genug und lösen nicht die Eigenkapitalproblematik der mittelständischen Unternehmen bei einem Abschluss nach IAS/IFRS.

Vor diesem Hintergrund haben der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V. (DGRV) und der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, untersuchen lassen, wie IAS 32 modifiziert werden muss, um eine sachgerechte, branchen- und rechtsformneutrale Kapitalabgrenzung auch für mittelständische Unternehmen zu ermöglichen. Das Gutachten "Die Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital nach IFRS - ein Vorschlag zur Modifizierung von IAS 32" der Professoren Jörg Baetge und Hans-Jürgen Kirsch (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) wurde heute in Frankfurt am Main vorgestellt.

... mehr zu:
»DGRV »IAS »IASB »Kapitalabgrenzung

Das Gutachten analysiert die Finanzierungsverhältnisse von Nicht-Kapitalgesellschaften in ausgewählten europäischen Ländern. Es gelangt zu dem Ergebnis, dass schon geringfügige, sachlich begründete Modifikationen an den vorliegenden Änderungsvorschlägen des IASB ausreichen, um die für mittelständische Unternehmen nach geltendem Gesellschaftsrecht zulässigen Eigenkapitalanteile in einem IFRS-Abschluss als bilanzielles Eigenkapital ausweisen zu können. VÖB und DGRV sind der Auffassung, dass es den Gutachtern gelungen ist, die aktuellen Änderungsvorschläge des IASB aufzugreifen und mit geringfügigen Anpassungen eine rechtsformneutrale Kapitalabgrenzung zu entwickeln, die nachvollziehbar, verlässlich und transparent ist. Dem IASB bietet sich damit die Chance, die Kapitalabgrenzung in IAS 32 so fortzuentwickeln, dass sie erstmals auf breite Akzeptanz im Mittelstand stoßen wird. Die beiden Verbände gehen davon aus, dass die Ergebnisse des Gutachtens Eingang in die laufenden Überlegungen des IASB zur Anpassung von IAS 32 finden werden.

Ein Presseexemplar des Gutachtens kann über den DGRV oder den VÖB bezogen werden.

Adrian Grasse | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.dgrv.de
http://www.voeb.de

Weitere Berichte zu: DGRV IAS IASB Kapitalabgrenzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie