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Indien ist attraktiver Partner für deutsche Automobilindustrie

25.09.2006
"Indien ist ein attraktiver Partner für die deutsche Automobilindustrie", sagte Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf der Veranstaltung "Doing Automotive Business with India", die der VDA mit dem indischen Automobilzuliefererverband ACMA, den Unternehmensberatungen Management Engineers und Ernst & Young sowie der Deutsch-Indischen Handelskammer heute auf der 61. Internationalen Automobil-Ausstellung Nutzfahrzeuge in Hannover veranstaltete, um auszuloten, welche Chancen der indische Markt deutschen Unternehmen bietet.

"Indien ist einer der am schnellsten wachsenden Automobilmärkte in der Welt. Seine wettbewerbsfähigen Kosten, die hohe technologische Kompetenz, gut ausgebildete Arbeitskräfte und ein stabiles Rechtssystem als verlässlicher Schutz von geistigem Eigentum verschaffen dem Land ein enormes Erfolgspotenzial und machen es gleichzeitig zu einem ernstzunehmenden globalen Wettbewerber. Wir müssen unsere Chancen dort jetzt nutzen", so Prof. Gottschalk.

Der indische Minister of Heavy Industries & Public Enterprises, Sontosh Mohan Dev, der mit einer Delegation hochrangiger Vertreter der indischen Politik und der indischen Automobilverbände zur IAA nach Hannover gereist ist, machte besonders die Vorzüge seines Landes im Automobilbereich deutlich. So unterstütze Indien 100-prozentige Direktinvestitionen aus dem Ausland, ohne dies mit lokalen Verpflichtungen der Investoren zu verbinden. Der Automobilsektor sei nach den Worten des Ministers völlig dereguliert und entspreche den WTO-Kriterien. Darüber hinaus plane die Regierung, eine halbe Milliarde US-Dollar in die Errichtung von sechs F+E-Zentren in den automobilen Clustern des Landes sowie der größten Teststrecke der Welt zu investieren. Außerdem, so betonte der Minister, sei Indien dem WP-29-Forum der Vereinten Nationen, das sich um die weltweite Harmonisierung von automobilen Standards kümmert, beigetreten. Mohan Dev: "Damit beweist die indische Regierung, dass sie auf den Automobilsektor als einen der wichtigsten Wachstumsmotoren des Landes setzt."

Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Dr. Bernd Pfaffenbach bezeichnete den Aufstieg Indiens als "keine Modeerscheinung, sondern als Ergebnis einer fünfzehnjährigen Öffnungs- und Reformpolitik, die nun Früchte trägt". Es lohne sich auch für den Exportweltmeister Deutschland, den Subkontinent genauer in den Blick zu nehmen. Dr. Pfaffenbach würdigte das Engagement der deutschen Automobilindustrie, die Zusammenarbeit mit der indischen Automobilindustrie weiter zu intensivieren. Hier gibt es besonders im Bereich der nachhaltigen Mobilität umfassende Aktivitäten des VDA, die auf ein gemeinsames Vorgehen bei der Effizienzsteigerung bei Benzin- und Dieselmotoren, beim verstärkten Einsatz von Biokraftstoffen und der Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen abzielen. Auch beim Ausbau der Infrastruktur in Indien sei Deutschland Wunschpartner der indischen Regierung, sagte der Staatssekretär. Um die dafür benötigten ausländischen Direktinvestitionen zu erhalten, mahnte er allerdings die weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen in Indien an. Eine weitere Marktöffnung und Liberalisierung seien dafür ebenso unabdingbar wie Bürokratieabbau und allgemeine Deregulierung, etwa im Bereich des unverändert starren und rigiden Arbeitsrechts. Dr. Pfaffenbach: "Deutschland ist als Partner in vielen Bereichen willkommen. Hierin liegen weniger Risiken, als viel mehr große Chancen, die es entschlossener zu nutzen gilt als bisher."

Bernhard Steinrücke, Generaldirektor der Indisch-Deutschen Handelskammer, hob die enormen Chancen hervor, die sich deutschen Unternehmen in Indien bieten würden. Allein in der Automobilzulieferindustrie würden in den kommenden Jahren 1,5 Mrd. US-Dollar investiert. Die deutschen Zulieferer seien bereits sehr stark in Indien vertreten; die Bestrebungen der OEMs, ihre Präsenz vor Ort zu verstärken, begrüßte er ausdrücklich.

Der indische Automobilmarkt hat beeindruckende Wachstumssprünge vollzogen. Das Land verzeichnete in den letzten fünf Jahren ein Produktionswachstum bei Kraftfahrzeugen von über 100 Prozent. Allein im vergangenen Jahr wuchs der indische Automarkt um 21 Prozent. Mit knapp 1,11 Mio. verkauften Fahrzeugen übertraf der indische Markt z. B. das Absatzvolumen Südkoreas um 18 Prozent. Der Boom setzt sich mit einem Absatzzuwachs von 17 Prozent auch im laufenden Jahr fort. Auch der Nutzfahrzeugmarkt entwickelt sich dynamisch. Seit 2001 hat sich die Nutzfahrzeugproduktion fast verdreifacht; bis 2008 werden zweistellige Wachstumsraten prognostiziert. Der Markt wächst nicht nur auf der Volumenseite, sondern auch in den Bereichen Qualität und Effizienz. Über 40 deutsche Zulieferunternehmen engagieren sich seit Jahren erfolgreich in dem Land, das Geschäft mit den indischen Partner wächst zweistellig, und der Export deutscher Teile aus Indien stieg allein im Jahr 2005 um mehr als 22 Prozent. Hinzu kommen die langjährige Präsenz von DaimlerChrysler, der Erfolg von Skoda, der Einstieg von BMW in den Markt sowie die neue Kooperation von MAN und Force Motors. Andere Engagements sind in der Planung.

Eckehart Rotter | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.vda.de

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