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Nach dem "goldenem Boden" neue Chancen auf dem "Silbermarkt"

08.09.2006
Trendreport zeigt Innovationsstrategien für das Handwerk in der Seniorenwirtschaft auf

Die angespannte Wirtschaftslage hat dem Handwerk zwar den sprichwörtlich "goldenen Boden" zum Teil entzogen, doch Hoffnung gibt es auf dem "Silbermarkt". Die Handwerksbetriebe müssen sich nicht nur auf eine wachsende Zahl deutlich älterer Kunden einstellen, sondern auch darauf, dass diese Kundengruppe in Zukunft die Bedeutendste wird. Wie sich das Handwerk mit gezielten Innovationsstrategien fit für den Seniorenmarkt machen kann, zeigt der soeben erschienene Trendreport "Handwerk für ältere Menschen", den das Institut Arbeit und Technik (IAT) in Kooperation mit der Forschungsgesellschaft für Gerontologie (FfG/Dortmund) und der Ruhr-Universität Bochum im Rahmen des BFSFJ-Projektes "Zukunftschancen durch Produkte und Dienstleistungen für mehr Lebensqualität im Alter" erstellt hat.

Dem Handwerk - annähernd 923 000 Betriebe mit über 4,8 Millionen Beschäftigten und einem Jahresumsatz von ca. 456 Milliarden Euro - kommt im Innovationsprozess und Strukturwandel Deutschlands eine hohe Bedeutung zu. "Die Erschließung des enormen wirtschaftlichen Potenzials des Seniorenmarktes ist aber kein Selbstläufer, sondern erfordert es, sich verstärkt auf die Wünsche und Bedürfnisse dieser Zielgruppe einzustellen", so der IAT-Seniorenwirtschaftsexperte Michael Cirkel. Eine Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen des Handwerks etwa in den Bau- und Ausbaugewerken, Gesundheitshandwerken oder in der Lebensmittelproduktion zielen auf alle Lebensbereiche, müssen aber für die ältere Kundschaft gezielt abgestimmt werden: z.B. die Anpassung der Wohnung durch barrierefreien Umbau, technische Unterstützung für das zu Hause Leben im Alter, Produktion von gesunden Lebensmitteln in Verbindung mit Beratung und Zustellservice, verbesserte Gesundheitsüberwachung.

In der Regel ist keine komplette Neuausrichtung des Unternehmens notwendig, sondern nur die Anpassung in Teilbereichen. Oft ist die Kopplung von Produkt und Dienstleistung als Service-Paket eine viel versprechende Vorgehensweise. Vorteile bietet auch die Zusammenarbeit von Unternehmen aus verschiedenen Handwerksrichtungen: die zentrale Auftragsorganisation rechnet sich nicht nur für die Betriebe, auch für die ältere Kundschaft bedeutet sie eine deutliche Entlastung. Besondere Bedeutung bei der Neuausrichtung der Qualifizierung der Mitarbeiter in Produktion und Verkauf zu, verschiedene Handwerkskammern bieten entsprechende Weiterbildungen zu seniorenwirtschaftlichen Themen an.

Der Trendreport zeigt für die Bereiche Wohnraumanpassung, Ernährung und Gesundheit einige vorbildliche Beispiele aus der Praxis auf. Vorgestellt werden Kooperationsgemeinschaften und bestehende Angebote bedarfsgerechter und innovativer Produkte und Dienstleistungen für ältere Menschen, z.B. Umbauten für einen barrierefreien Sanitärbereich, technische Innovationen in den Bereichen Mikroelektronik und Telekommunikation oder die barrierearme und kundenorientierte Verkaufsraumgestaltung.

Cirkel, Michael / Enste, Peter (Bearb.) / Naegele, Gerhard / Heinze, Rolf G. / Hilbert, Josef (Red.), 2006: Handwerk für ältere Menschen: Trendreport im Rahmen des Projekts "Zukunftschancen durch Produkte und Dienstleistungen für mehr Lebensqualität im Alter". Dortmund: Forschungsgesellschaft für Gerontologie

Für weitere Fragen steht
Ihnen zur Verfügung:
Michael Cirkel
Durchwahl: 0209/1707-334
E-Mail: cirkel@iatge.de
Pressereferentin
Claudia Braczko
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
Tel.: +49-209/1707-176
Fax: +49-209/1707-110
E-Mail: braczko@iatge.de
info@iatge.de

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iatge.de
http://iatge01/aktuell/veroeff/2006/cirkel01.pdf
http://www.seniorenwirt.de/

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