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Wohin fließt das Geld - und warum?

05.09.2006
Prof. Schultze erforscht an der Universität Jena wie Unternehmen und Kapitalmarkt kommunizieren

Für viele deutsche Unternehmen gewinnt die Kapitalmarktfinanzierung immer mehr an Bedeutung. So sind nicht nur große Unternehmen gezwungen, den weltweiten Kapitalmarkt in Anspruch zu nehmen, um sich die benötigten Finanzmittel zu beschaffen. Auch kleine und vor allem junge, wachstumsstarke Unternehmen akquirieren immer häufiger Gelder internationaler Investoren.

"Mit der zunehmenden Orientierung der Unternehmen am Kapitalmarkt verändern sich auch die innerbetrieblichen Strukturen in der Unternehmensführung", sagt Prof. Dr. Wolfgang Schultze, neuer Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Rechnungslegung und Controlling der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Das hat die klassische Funktion des Rechnungswesens bzw. Controllings völlig verändert", so Prof. Schultze weiter. "Heute ähnelt seine Aufgabe eher der von Finanzanalysten oder internen Unternehmensberatern."

Denn die Erwartungen der Investoren, wie Banken und Aktionäre, müssen in der gesamten Unternehmensführung berücksichtigt werden. "Es genügt nicht, geeignete Geldgeber zu finden, die Unternehmen müssen diese auch davon überzeugen, dass sich eine Investition lohnt", betont Schultze. Und das setze, so der Jenaer Wirtschaftswissenschaftler, ein Verständnis der Funktionsweise von Kapital-Märkten voraus, insbesondere der dort ablaufenden Informationsprozesse.

Im Bereich der Kapitalmarktkommunikation sieht Prof. Schultze deshalb einen stetig wachsenden Bedarf an Fachleuten, die über die Schnittstellenkompetenzen zwischen Rechnungslegung und Controlling einerseits und Finanzanalyse andererseits verfügen. Diese Qualifikationen möchte der 40-jährige Ökonom den Studierenden an der Universität Jena vermitteln. Nicht zuletzt deshalb legt er großen Wert auf eine internationale Ausrichtung seines Fachgebietes. So soll sich nicht nur das Studienprogramm an internationalen Standards orientieren. "Langfristig möchte ich auch ein Austauschprogramm für Studierende der Universität Jena mit Partneruniversitäten in den USA, Kanada und Australien aufbauen", so Prof. Schultze.

Internationalität hat auch Schultzes eigenen beruflichen Werdegang geprägt. Nach Wehrdienst, Berufsausbildung und Berufstätigkeit als Bankkaufmann studierte er an den Universitäten in Augsburg und Detroit Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre. Während seines Studiums arbeitete er auch ein halbes Jahr in Frankreich bei einer Bank in deren Auslandsabteilung. Anschließend war er als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Augsburg tätig, wo er im Jahr 2000 zum Thema Unternehmensbewertung promovierte. Seit 2001 ist Schultze regelmäßiger Gastprofessor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Université des Rennes in Frankreich. In den Jahren 2002 und 2003 vertrat er den Lehrstuhl für internationales Rechnungswesen an der Universität Ulm. Im vergangenen Jahr habilitierte sich der Vater eines Sohnes an der Universität Augsburg über die Kapitalmarktorientierung in der Unternehmensrechnung, bevor er dem Ruf an die Friedrich-Schiller-Universität folgte.

Kontakt:
Prof. Dr. Wolfgang Schultze
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Str. 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 943150
Fax: 03641 / 943152
E-Mail: w.schultze[at]wiwi.uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

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