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Deutsches Know-how in der Mikroelektronik führend in Europa / Dresden zählt zu den Top-Standorten

04.09.2006
Die Bundesrepublik ist Mikroelektronik-Standort Nr.1 in Europa. Insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung sind deutsche Ingenieure führend, so der VDE in der neuen Ausgabe seiner Verbandspublikation "dialog".

Mehr als jeder zweite Halbleiter aus Europa trägt das Label "Made in Germany" und jeder elfte Chip stammt wertmäßig aus europäischer Fertigung. Das Herz der Mikroelektronik schlägt in Sachsen, genauer in Dresden. Die sächsische Metropole betrachtet sich als größtes Halbleiterzentrum in Europa und fünftwichtigsten Standort in der Welt. Nach Angaben der Landesregierung sind im Bereich der Informationstechnologie in Sachsen rund 1.500 Unternehmen mit rund 43.000 Mitarbeitern aktiv.

Allein im Bereich der Mikroelektronik beschäftigen mehr als 200 Unternehmen rund 22.000 Beschäftigte. Nirgendwo sonst in Deutschland ist eine derart massive Ansiedlung führender Firmen einer Branche gelungen. Allein die sieben größten Unternehmen - Infineon, Qimonda, AMD, ZMD, AMTC, Toppan und Photronics - beschäftigen mehr als 9.000 Mitarbeiter.

Sachsen in der Pole Position

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Sachsen hat nicht nur eine lange Vergangenheit in der Computer-, Informations- und Kommunikationstechnik, sondern auch das richtige Näschen für Entwicklungstrends: Denn für Wettbewerb und Globalisierung gewinnt die Chipindustrie immer größere Bedeutung. Nach Angaben der Semiconductor Industrie Association (SIA) dürfte die Halbleiterindustrie in diesem Jahr 230 Milliarden Dollar umsetzen - mehr als je zuvor. Ob in der Auto- und Computerindustrie, bei den Herstellern von Mobilfunkgeräten oder Konsum- und Unterhaltungselektronik: Die Nachfrage nach Chips und Prozessoren wächst weiter. Und damit beginnt in einer der wettbewerbsintensivsten Branchen der Kampf um niedrige Kosten, Innovationen und Marktanteile.

Die Folge: Die Halbleiterproduzenten müssen ständig ihre Produktangebote erweitern und Milliarden in neue Werke und in Forschung und Entwicklung investieren. Intel und AMD wollen mit Milliardenaufwand Forschung und Produktion aufrüsten. Insbesondere für AMD steht Dresden im Zentrum der Expansion. Die Sachsen haben die Amerikaner seit Ende der neunziger Jahre mit Innovationen deutlich nach vorne gebracht. Mitte Oktober 2005 nahm der amerikanische Halbleiterhersteller sein zweites Dresdner Werk in Betrieb. Rund 2,4 Milliarden Dollar hat AMD dafür investiert. In der neuen Fabrik werden Prozessoren der neuesten Generation entwickelt und auf der Basis von 300-Millimeter-Siliziumscheiben hergestellt.

Dresdens Stärke ist die Qualität seiner Mitarbeiter

Dresdens Stärke ist die Verfügbarkeit und Qualität der Mitarbeiter. Die Fertigungseinrichtungen in Sachsen gelten als die produktivsten in Europa. Die Designer, Chipentwickler und Applikationsunterstützer werden als besonders kreativ gelobt. In kaum einer anderen Branche ist der Bedarf an Innovationen so groß: Schon winzige technische Vorsprünge können einen Riesenunterschied zwischen Konkurrenten ausmachen. Und aus Dresden kommen Innovationen. Im Jahr 2000 hatte Infineon in Dresden die weltweit erste Fertigungsstrecke für 300-Millimeter-Wafer eröffnet. Auf den größeren Siliziumscheiben ließen sich mehr Chips gleichzeitig und kostengünstiger herstellen als zuvor auf 200-Millimeter-Wafern. Heute setzen alle wichtigen Anbieter auf 300-Millimeter-Fabriken.

Fragt man Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt nach dem entscheidenden Faktor für den Erfolg Sachsens, hat er ein Bündel Erklärungen parat: "Qualifizierte Fachkräfte, die bereits angesiedelten Elektronikunternehmen, eine schnell funktionierende Verwaltung und die gute Zusammenarbeit mit den Forschern an der TU Dresden". Keine Übertreibung, bestätigt AMD-Konzernchef Hector Ruiz. Bislang habe die Fertigung die Ziele immer übertroffen, das Engagement der Mitarbeiter, deren Ausbildung und die Nähe zu Forschungseinrichtungen seien vortrefflich. Auch die Kundennähe, etwa zum weltweit führenden deutschen Automobil- und Maschinenbau, die einen besonders großen Chip-Bedarf haben, zählt zur Stärke Sachsens.

Es fehlt an ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchs

Der VDE sieht in den Markt- und Techniktrends bei Halbleitern eine umfassende Herausforderung für Elektroingenieure mit weit reichenden gesellschaftlichen Auswirkungen. Die Industrie sucht als Nachwuchskräfte fast ausschließlich Ingenieure mit der Schwerpunktqualifizierung Elektrotechnik oder Nachrichtentechnik. Die diesjährigen circa 9.600 Absolventen der Elektrotechnik werden den Fachkräfte-Bedarf der deutschen Wirtschaft nicht decken können. Denn nach VDE Hochrechnungen beläuft sich der jährliche Bedarf an Elektroingenieuren nun auf deutlich über 10.000.

Melanie Mora | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

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