Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rentenmarkt: Gedämpfte Zinserwartungen

15.01.2002


Nach der veritablen Bilanz der europäischen Rentenmärkte im Jahr 2000 können sich auch die vergangenen zwölf Monate sehen lassen: Mit den als Euro-Benchmark fungierenden zehnjährigen deutschen Bundesanleihen ließ sich beispielsweise über Jahresfrist ein Anlageergebnis von rund 5 Prozent erzielen. Wenn sich dies auch als eher bescheiden ausnimmt, so ist es in einem Umfeld des globalen Niedergangs der Aktienmärkte sowie des Börsencrashs nach den Terroranschlägen vom 11. September doch ein respektables Resultat.

Insgesamt ergaben sich für 2001 trotz herbstlicher Bondhausse bei den zehnjährigen Staatstiteln beidseits des Atlantiks im Vergleich zum Vorjahresultimo aber nur marginale Rendite-Veränderungen. Dabei wirkten vor allem die wieder deutlich positiveren Konjunktureinschätzungen für das Jahr 2002 in den USA als "Zinsbremse". Seit ihrem Tief in der ersten Novemberwoche zogen die Renditen von deutschen Bundesanleihen wie auch von US-Treasuries um gut 60 bzw. 80 Basispunkte auf aktuell knapp 4,90 bzw. 5,00 Prozent an. Gemessen am langen Ende der Zinsstrukturkurve sind die aggressiven Leitzinssenkungen der Fed auf zuletzt 1,75 Prozent somit eher verpufft, während die Renditen am kurzen Ende von rund. 6 Prozent bis auf unter 2 Prozent rutschten.

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung an den internationalen Bondmärkten dürfte auch in der nächsten Zeit anhalten. Als renditetreibend erwiesen sich zuletzt der deutlich gestiegene Dezember-Index des US-Verbrauchervertrauens (93,7 nach 84,9 Punkten), der Nationale US-Einkaufsmanager-Index ISM (48,2 nach 44,5 Punkten) sowie der ISM-Service-Index (54,2 nach 51,3 Punkten). Insbesondere der Einkäuferindex für den Dienstleistungsbereich, der sich über der wichtigen 50-Prozent-Marke etablieren konnte, scheint die These zu widerlegen, wonach die Erholung im November lediglich eine Reaktion auf den tiefen Einbruch im Gefolge der Anschläge war. Darüber hinaus hat sich auch der Beschäftigungsabbau (US-Erwerbslosenquote stieg im Dezember leicht auf 5,8 Prozent) deutlich verlangsamt.

Auch in Euroland zeichneten sich zuletzt einige Lichtblicke für eine Konjunkturerholung ab, Intensität und Stärke der Signale waren aber deutlich weniger ausgeprägt als in den Vereinigten Staaten. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik der Frankfurter Währungshüter ist angesichts des positiven Inflationsszenarios in Euroland (die Dezember-Jahresteuerung lag bei 2,0 Prozent) sowie der Schwäche der Volkswirtschaft des größten Mitgliedslandes Deutschland immer noch wahrscheinlich.

Unter dem Strich dürfte sich aber in Anbetracht erster Anzeichen einer wirtschaftlichen Belebung beidseits des Atlantiks der Zinssenkungszyklus allmählich seinem Ende zuneigen. Für Neuengagements empfehlen sich deshalb weiterhin kürzere bis mittlere Laufzeiten.

Hans Beth | ots

Weitere Berichte zu: Bundesanleihe Euroland Rendite Rentenmarkt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index sinkt nach März-Hoch
23.05.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt niedrig
19.05.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften