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Gelungener Start ins Jubiläumsjahr des bdvb

14.01.2002


Festvortrag von Prof. Dr. Detlef Müller-Böling (CHE)

"100 Jahre werden nur Wenige - seien es Menschen, seien es Verbände, Institutionen, Betriebe. Der bdvb hat es am 15. Dezember 2001 geschafft. Darauf sind wir stolz." Mit diesen Worten eröffnete bdvb-Präsident Dr. Klaus Bierle seine Begrüßungsansprache im voll besetzten Roncalli’s Apollo Varieté in Düsseldorf. Dort feierte der bdvb mit 430 Ehrengästen und Mitgliedern aus dem gesamten Bundesgebiet seinen 100. Geburtstag. Festvorträge, Musik des Theaterorchesters aus den zurückliegenden Jahrzehnten, Empfang sowie das Programm der Artisten begeisterten die Teilnehmer im Verlaufe der Veranstaltung mit all ihren Höhepunkten.

Sein besonderer Willkommensgruß galt den Vertretern aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft, von Verbänden und befreundeten in- und ausländischen Institutionen und der Medien. In einem Schreiben an den bdvb wünschte Bundespräsident Johannes Rau der Festveranstaltung einen erfolgreichen Verlauf und dem Verband alles Gute für die Zukunft. Herzlichst begrüßte Dr. Bierle die beiden Festredner Prof. Dr. Detlef Müller-Böling, Geschäftsführer des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), und Dipl.-Volksw. (sozw. R.) Stefan Baron, Chefredakteur der Wirtschaftswoche.

"Wirtschaftswissenschaften in Deutschland - Ein Blick zurück aus dem Jahr 2020" war die ungewöhnliche Perspektive in dem Festvortrag von Prof. Dr. Detlef Müller-Böling. Auf diese Weise verband der Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Dortmund und Leiter des CHE die Retrospektive augenzwinkernd mit einer "Vision" für die Zukunft, in der der bdvb zur A.E.E., "Association of European Economists", geworden ist. Ein Verband, der die beruflichen und fachlichen Interessen seiner Mitglieder - inzwischen zur Hälfte Frauen - europaweit vor Ort unterstützt.

Wie keine andere Disziplin beschreiben die Wirtschaftswissenschaften ihren Gegenstand nicht nur, sondern bestimmen seine Realität mit, stellte Müller-Böling in seiner PowerPoint-Präsentation heraus. Die ökonomische Globalisierung ist das entscheidende Ergebnis dieser Tatsache und hat die Lebensbedingungen der Menschen grundlegend verändert. Die Überwindung national-staatlicher Grenzen durch Wettbewerb unter dem Vorzeichen des komparativen Vorteils und des freien Austauschs von Waren ist ein Aspekt dieser Entwicklung, ein anderer die Ausweitung der wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnisse auf nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens.

Das Rückgrad dieser globalisierten Gesellschaft wird ein gut funktionierendes modernes Wirtschaftssystem sein. Hier können die Wirtschaftswissenschaften auf Pionierleistungen zurückblicken. Was Gibbons, Nowotny und andere 1994 den "Mode 2" der Wissensproduktion genannt haben, ist für die Wirtschaftswissenschaften immer selbstverständlich gewesen. 2020 wird "Mode 2" sich als anerkanntes Paradigma durchgesetzt haben, hofft Müller-Böling. Er prognostiziert: Zwischen Anwendungsorientierung und Grundlagenforschung besteht kein Gegensatz mehr - die Forschung findet mitten in der Gesellschaft statt, wird von öffentlichen wie von privaten Institutionen betrieben, die Orientierung am sozialen Bedarf sowie Fragen nach den Folgen von Forschung sind selbstverständlich geworden.

Es kommt daher darauf an, Wissen interdisziplinär und praxisorientiert zu entwickeln, seine Vermittlung zu virtualisieren und zu internationalisieren, betont der Referent. In 2020 haben junge Ökonomen interdisziplinär (durchaus auch Geistes- und Naturwissenschaften) und international studiert. Ihnen steht eine Vielfalt von koordinierten Lehrangeboten im Netz und auf dem Campus zur Verfügung und gestufte Abschlüsse haben dem lebenslangen Lernen eine neue Grundlage eröffnet. Eine besondere Bedeutung bei der Auswahl des richtigen Studienangebots kommt dem Hochschulranking zu, das die Marktlage für alle Teilnehmer transparent macht und massenhaft online genutzt wird.

Die Entwicklung, auf die der bdvb jetzt zurückblicken kann, prädestiniert die Wirtschaftswissenschaften für eine Vorreiterrolle auf dem Weg zur Vision 2020, schloss Müller-Böling seine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Rede.

Dr. Arno Bothe | idw
Weitere Informationen:
http://www.bdvb.de

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