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Schwachstellen im Mittelstand bei Euroumstellung und Rating-Fitness

14.01.2002


Blitzumfrage: Banken nehmen im Jahr 2002 verstärkt Werteberichtigungen für Unternehmen vor - Wichtige Datenbestände bei der Euroumstellung vernachlässigt

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater, Rémi Redley, sieht eine Vielzahl von mittelständischen Unternehmen für wichtige Herausforderungen des neuen Jahres noch nicht vorbereitet. Bei einer Blitzumfrage unter BDU-Mitgliedern hätten die Berater bei den Unternehmen vor allem eine fehlende Fitness bei der Euroumstellung sowie bei den neuen Rating-Spielregeln für die Sicherung der künftigen Unternehmensfinanzierung bemängelt. "Viele Banken haben die durch Basel II geforderten Werteberichtigungen für die einzelnen Unternehmen im Jahr 2001 noch nicht vorgenommen. Das wird sich aber im laufenden Jahr schnell ändern. Da tickt gerade für viele Mittelständler eine Zeitbombe", sieht Redley dabei für manche Unternehmen sogar den Pleitegeier aufziehen.

Auch die Ergebnisse einer Studie des BDU-Regionalarbeitskreises Baden-Württemberg "Rating von Unternehmen in Baden-Württemberg" vom Ende letzten Jahres hätten ein erschreckendes Bild ergeben. Danach hatten lediglich 25 Prozent der Unternehmen angegeben, bislang Maßnahmen zur Erfüllung der künftigen Eigenkapitalanforderungen eingeleitet zu haben, obwohl rund 90 Prozent der über 500 teilnehmenden Unternehmen das Thema Rating als wichtig eingestuft hatten.

Nicht gelungen sei auch in vielen kleineren und mittleren Unternehmen die fundierte und umfassende Euroumstellung. Bei der Blitzumfrage sei von den BDU-Mitgliedern vor allem die mangelnde Anpassung älterer Datenbestände für Controllingzwecke bemängelt worden. Trotz vieler warnender Stimmen in den letzten Jahren und ausreichender Vorbereitungszeit hätten es zahlreiche Unternehmen versäumt, beispielsweise wichtige Daten in Tabellenkalkulationen oder vorgelagerten EDV-Systemen auf Euro umzustellen. Dadurch fehlten häufig die Basiskennziffern in Euro und damit das notwendige Gespür für die künftigen Unternehmensplanungen oder eben auch für die Ratingbewertungen durch die Banken.

Der BDU-Präsident rät den Unternehmen, sich in den kommenden Wochen und Monaten nun mit Nachdruck diesen Themen zu widmen. Redley: "Für den der weiter schläft, kann ansonsten das Jahr 2002 mit einem bösen Erwachen verbunden sein."

Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. sind zur Zeit rund 16.000 Unternehmensberater und Personalberater organisiert, die sich auf über 550 Management-, IT- und Personalberatungsfirmen verteilen. Die Mitgliedsunternehmen erzielten 2000 einen Gesamtumsatz von ca. sechs Milliarden DM (1999: 5,3 Milliarden DM).

Klaus Reiners | ots

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