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Weber: Deutsche Wirtschaft im klassischen Aufschwung

17.08.2006
Das Wirtschaftswachstum in Deutschland wird mehr und mehr von der Binnennachfrage getragen. Damit greift das fuer die deutsche Wirtschaft lange Zeit uebliche Aufschwungsmuster wieder: Einer Belebung der Exporte folgt eine staerkere Investitionstaetigkeit, die dann den Arbeitsmarkt und den privaten Konsum anschiebt, erklaert Prof. Dr. Manfred Weber, Geschaeftsfuehrender Vorstand des Bankenverbandes, anlaesslich der Vorstellung des Konjunkturberichts fuer den Monat August.

Die Perspektiven fuer die deutsche Wirtschaft bleiben laut Weber zumindest bis zum Jahresende guenstig. Wegen der kraeftigen Datenkorrektur zum Jahresbeginn habe der Bankenverband die Wachstumsprognose fuer 2006 von 1 3/4 % auf gut 2 % angehoben.

Wegen der Steuererhoehungen und der sich anbahnenden Abschwaechung der Weltkonjunktur werde die deutsche Wirtschaft Anfang 2007 allerdings in schwierigeres Fahrwasser geraten. Da in den USA wohl eine sanfte Konjunkturlandung gelingen werde und zahlreiche Schwellenlaender zunehmend an konjunktureller Eigenstaendigkeit gewinnen, duerfte die Weltwirtschaft aber nur moderat an Tempo verlieren. "Die deutsche Wirtschaft sollte deshalb auch 2007 auf einem Wachstumskurs bleiben, auch wenn die Wachstumsrate aus heutiger Sicht deutlich auf etwas ueber 1 % zurueckgehen wird", so Weber.

Die erfreuliche Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt sei zum Teil auch das Verdienst der bereits umgesetzten Arbeitsmarktreformen sowie der moderaten Lohnpolitik. Weber: "Dies zeigt, dass sich die bislang unternommenen Anstrengungen auch auszahlen. Weitere Reformen muessen jetzt folgen, insbesondere die nachhaltige Senkung der Lohnzusatzkosten. Bedauerlicherweise wurde dieses Ziel bei den Eckpunkten fuer die Gesundheitsreform voellig aus den Augen verloren."

Vor der Einfuehrung eines gesetzlichen Mindestlohns warnt Weber hingegen: "Dies wuerde viele der bisherigen Reformbemuehungen konterkarieren und Arbeitsplaetze kosten." Skepsis sei ferner bezueglich neuer Kombilohnmodelle angebracht, denn mit dem Arbeitslosengeld II einschliesslich der Wohn- und Heizkostenzuschuesse gebe es inzwischen bereits ein flaechendeckendes Kombilohnmodell. Weber empfiehlt deshalb: "Statt zusaetzliche Modelle zu entwickeln, die womoeglich noch mit einem Mindestlohn verknuepft werden, sollten sich die Reformueberlegungen der Bundesregierung auf die sachgerechte Ausgestaltung des Arbeitslosengeldes II konzentrieren." Den vollstaendigen Bericht koennen Sie als PDF abrufen unter: http://www.bankenverband.de/nla.asp?art=33063902

| Bankenverband.de
Weitere Informationen:
http://www.bankenverband.de

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