Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ZEW-Energiemarktbarometer - Experten unterstützen Kartellverfahren der Europäischen Kommission

17.08.2006
Eine große Mehrheit der für das ZEW-Energiemarktbarometer befragten Experten befürwortet das entschlossene Vorgehen der Europäischen Kommission zur Liberalisierung der Strommärkte. Dies gilt für die Schritte sowohl gegen die Mitgliedsstaaten als auch gegen einzelne Unternehmen.

Auf die Frage: "Befürworten Sie die Bestrebungen der Europäischen Kommission, die Liberalisierung des Strommarktes mittels Wettbewerbsverfahren durchzusetzen?" antworteten in Bezug auf Unternehmen 38 Prozent mit "ja" und 29 Prozent mit "eher ja". Die Unterstützung der Wettbewerbsverfahren gegen Mitgliedsstaaten fällt noch deutlicher aus: 49 Prozent befürworten diese mit "ja" und noch einmal 28 Prozent mit "eher ja". Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle ZEW-Energiemarktbarometer, für das das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, halbjährlich rund 200 Experten aus Energieversorgungs-, -handels- und Dienstleistungsunternehmen zu ihren Erwartungen hinsichtlich der kurz- und mittelfristigen Entwicklungen auf den nationalen und internationalen Energiemärkten befragt.

Im Gegensatz zu vielen Politikern in den Mitgliedsstaaten der EU bevorzugen die Teilnehmer des ZEW-Energiemarktbarometers eine europäische Marktordnung in der Energiewirtschaft. Eine deutliche Mehrheit von 67 Prozent wünscht sich eine europäische Aufsichtsbehörde über Strom- und Gasnetze. Nur 18 Prozent sind der Meinung, dass Energiepolitik eine Domäne der Mitgliedsstaaten bleiben solle.

Die Experten wurden auch gefragt, welche Gründe am ehesten für eine Verlagerung von nationalen Kompetenzen in der Energiepolitik auf die Ebene der EU sprächen, wobei mehrere Antworten zugelassen waren. Vor allem wurden die Verstärkung der Verhandlungsposition gegenüber Rohstoffländern (44 Prozent), die Stärkung des Erzeugerwettbewerbs innerhalb Europas (43 Prozent) und die Harmonisierung der Umweltregulierung genannt. Ebenfalls häufig angegebener Grund für eine weitere Europäisierung der Energiepolitik ist mit 38 Prozent die Beaufsichtigung des Aufbaus eines europäischen Stromnetzes. Weniger häufig nannten die Experten die Koordination der Förderung zukunftsweisender Technologien (32 Prozent) und die Verbesserung der Versorgungssicherheit (28 Prozent).

Noch im Februar 2006 stellte die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes in Brüssel eine Untersuchung ihrer Generaldirektion der europäischen Strom- und Gasmärkte vor. Darin wird eine Reihe von Mängeln bei der Umsetzung der Liberalisierungsrichtlinien der Kommission hervorgehoben: Marktkonzentration bei der Stromerzeugung, Wettbewerbsverzerrungen durch ungleichen Zugang zu Strom- und Pipelinenetzen, mangelnde Integration europäischer Märkte und Intransparenz bei der Preisbildung. Als Konsequenz daraus kündigte Kroes eine harte Gangart der EU-Kommission bei der Durchsetzung der Liberalisierung europäischer Energiemärkte an. Im April eröffnete sie in diesem Zusammenhang Wettbewerbsverfahren gegen 17 Mitgliedsstaaten. Gegen verschiedene Konzerne wird wegen des Verdachts von Wettbewerbsverstößen ermittelt.

Ansprechpartner:
Dr. Ulf Moslener, Telefon 0621/1235-209, Fax -226, E-Mail moslener@zew.de
Dr. Tim Mennel, Telefon 0621/1235-201, Fax -226, E-Mail mennel@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de
http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/zn/schwerpunkt_Energiemarkt0706.pdf

Weitere Berichte zu: Energiepolitik Liberalisierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt niedrig
19.05.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Atypische Beschäftigung: Zunahme bei Teilzeit und Leiharbeit, Zahl der Mini-Jobs geht leicht zurück
18.05.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie