Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationen in Deutschland - Fahrzeugbau an der Spitze

16.08.2006
Der Fahrzeugbau hat im Jahr 2004 mit 27,7 Milliarden Euro so viel für Innovationsprojekte ausgegeben wie keine andere Branche in Deutschland. Auch für 2005 und 2006 erwartet der deutsche Fahrzeugbau weiter steigende Innovationsbudgets von 28,2 Milliarden Euro (2005) beziehungsweise 29,0 Milliarden Euro (2006). Beim Innovationserfolg liegen die Fahrzeugbauer ebenfalls vorn: Fast jeden zweiten Euro setzten die Unternehmen der Branche im Jahr 2004 mit neuen Produkten um.

Allerdings zeigen sich auch andere Branchen innovationsintensiv. So liegt die Chemieindustrie im Jahr 2004 beim Anteil der forschenden Unternehmen an der Spitze, und die Software- und Telekommunikationsbranche weist den höchsten Anteil Unternehmen auf, die erfolgreich Innovationen eingeführt haben. Dies zeigen die aktuellen 21 "Branchenreports Innovation" des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim (nähere Information zu den Branchenreports am Ende der Pressemitteilung).

Neben Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) zählen zu den Innovationsaufwendungen auch Ausgaben für neue Anlagen zur Herstellung neuer Produkte, Markteinführungskosten für Produktneuheiten sowie Investitionen für Rationalisierungsprojekte. Die Innovationsaufwendungen des Fahrzeugbaus machten im Jahr 2004 8,5 Prozent des gesamten Branchenumsatzes in Deutschland aus. Dies ist mehr als in jeder anderen Branche. An zweiter Stelle liegt bei den Innovationsaufwendungen die Chemieindustrie (inkl. Pharmaindustrie und Mineralölverarbeitung), die 2004 mit 11,8 Milliarden Euro 5,1 Prozent des Branchenumsatzes für Innovationsprojekte bereitstellte. Auch hier ist für 2005 und 2006 ein leichter Anstieg auf 12,7 Milliarden Euro (2006) geplant. Die dritthöchsten Innovationsaufwendungen meldet die Elektroindustrie. Mit 11,2 Milliarden Euro beziehungsweise 7,2 Prozent des Branchenumsatzes setzt sie sich deutlich von den dahinter folgenden Branchen Maschinenbau, EDV/Telekommunikation, Banken/Versicherungen ab.

Innovationen dienen der Markteinführung neuer Produkte oder der Verbesserung der unternehmensinternen Abläufe, um so Kosten zu sparen oder die Qualität der Produkte zu verbessern. Produktseitig war ebenfalls der Fahrzeugbau mit Innovationen am erfolgreichsten. So entfielen 48 Prozent des gesamten Umsatzes im Jahr 2004 auf Produkte, die in den vergangenen drei Jahren erstmals eingeführt worden waren. In der Elektroindustrie liegt diese "Innovationsrate" bei 44 Prozent, und die Medizin-, Mess- und Steuertechnik sowie der Maschinenbau erzielten jeden dritten Euro mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre waren.

Die größten Kostensenkungserfolge durch Prozessinnovationen realisierte die Elektroindustrie. Die Stückkosten der Unternehmen sanken mit Hilfe effizienterer Produktionsverfahren im Jahr 2004 um durchschnittlich mehr als neun Prozent. Hohe Rationalisierungsbeiträge durch Prozessinnovationen gab es auch in der Medizin-, Mess- und Steuertechnik, dem Fahrzeugbau und der Chemieindustrie.

Innovationsaufwendungen und Innovationserfolge in einer Branche werden vor allem durch Großunternehmen bestimmt. Wichtig ist aber auch die Innovationsbeteiligung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Die Innovationsbeteiligung ist in der EDV- und Telekommunikationsbranche am höchsten. Hier zählten 78 Prozent aller Unternehmen im Jahr 2004 zu den Innovatoren, das heißt sie haben in den vergangenen drei Jahren erfolgreich neue Produkte oder neue Verfahren eingeführt. Eine hohe Innovationsbeteiligung melden auch der Maschinenbau (75 Prozent) und die Chemie- und Elektroindustrie (jeweils 72 Prozent).

Eine Betrachtung, die allein die Aufwendungen der Unternehmen für Forschung und Entwicklung (FuE) in den Blick nimmt, ergibt, dass hier die Chemieindustrie an der Spitze liegt. 53 Prozent aller Chemieunternehmen betrieben im Zeitraum von 2002 bis 2004 kontinuierlich FuE.

Branchenreports Innovation

Die "Branchenreports Innovation" fassen wichtige Ergebnisse der Deutschen Innovationserhebung des Jahres 2005 für 21 Branchengruppen zusammen. Die Deutsche Innovationserhebung wird vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) seit 1993 jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt. An der Befragung 2005 beteiligten sich insgesamt mehr als 9.400 Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Bergbau, der Energie- und Wasserversorgung, den wissensintensiven Dienstleistungen (EDV, Telekommunikation, technische Dienstleistungen, FuE-Dienstleistungen, Unternehmensberatung, Werbung, Banken, Versicherungen, Medien) und den sonstigen Dienstleistungen (Großhandel, Transportgewerbe, Postdienste, Reinigung, Bewachung, Arbeitnehmerüberlassung, sonstige Unternehmensdienste, Entsorgung).

Ansprechpartner:
Dr. Christian Rammer, Telefon 0621/1235-184, Fax -170, E-Mail rammer@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de
http://www.zew.de/de/publikationen/branchenreportinnovation.php3#vg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit