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Exportchancen für Pflegetechnik aus NRW nach Japan

07.01.2002


Pflege- und Medizintechnik aus NRW für den japanischen Wachstumsmarkt? - Wirtschaftsinitiative in Kooperation mit dem Institut Arbeit und Technik will NRW-Unternehmen bei der Markterschließung unterstützen

Während Unternehmen aus den USA und Skandinavien mittlerweile einen erheblichen Marktanteil auf dem japanischen Medizin- und Pflegetechnikmarkt aufweisen können, scheinen Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen nur ein eingeschränktes Interesse an diesem lukrativen Markt zu haben. "Dabei hat die Region hier gute Voraussetzungen, sich als Standort für einschlägige Produkte und Kompetenzen in diesem Bereich zu profilieren. Die Gesundheits- und Sozialwirtschaft hat sich zur wichtigsten Säule des Strukturwandels im Ruhrgebiet entwickelt und ist mit einem Wachstum von über 60 Prozent in den letzten 20 Jahren und heute über 284 000 Beschäftigten größer als Baugewerbe, Landwirtschaft, Energie und Bergbau zusammen", so Michael Cirkel von der Geschäftsstelle Seniorenwirtschaft im Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen).

Ursache für die Zurückhaltung der NRW-Unternehmen im Exportgeschäft könnte der schwierige Zugang zum japanischen Markt sein, der in dem Ruf steht einer der schwierigsten Märkte der Welt zu sein. Viele kleine und mittlere Unternehmen scheuen oftmals den Schritt mit Argumenten wie: "Nicht mit unserer Produktpalette!", "Da müssten wir uns ja umstellen", "Japan? Viel zu schwierig...". Dabei bietet Japan als zweitgrößter Markt der Welt für Produkte der Medizin-, Pflege- und Gerontotechnik und Tor zu den anderen asiatischen Märkten gerade Mittelständlern gute Chancen. Nicht nur aufgrund der hohen Importquoten (z.B. bei Treppenaufzügen 35,7%, bei alten- und behindertengerechten Fahrzeugen bei 33,4%, bei Produkten der Dekubitusprophylaxe bei 31%) und des anhaltenden Marktwachstums sind die Chancen der Markterschließung zur Zeit günstig, sondern auch aufgrund der Dynamik, die der Medizin- und Pflegetechnikmarkt in den letzten Jahren entwickelt hat.

Mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 5 % ist der Medizintechnikmarkt in Japan als Hochwachstumsmarkt zu bezeichnen. Die Importe in dieser Branche stammten 1999 zu fast zwei Dritteln aus den USA, die damit ihren Marktanteil in den letzten zehn Jahren beinahe verdoppeln konnten. Der Innovationsdruck insbesondere aus den USA zwingt die japanische Medizintechnikbranche - 40% davon sind kleine und mittlere Unternehmen - zu Internationalisierung und aktiver Suche nach ausländischen Partnern.

Im Bereich der Reha- und Gerontotechnik haben die zunehmende Alterung der japanischen Gesellschaft sowie Umstrukturierungen im japanischen Pflegversicherungssystem Wachstumsmärkte geschaffen. Das jährliche Wachstum des japanischen Marktes für Reha- und Gerontotechnik betrug in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt 7,4 %, doch ist die eigentliche Wachstumsphase noch nicht erreicht. Durch die Einführung der neuen Pflegeversicherung ist viel Bewegung in den Markt und die Vertriebsstrukturen gekommen. Waren die Märkte und Handelswege vormals lokal auf den Einzugsbereich einzelner Kommunen begrenzt, so ist nun durch die neuen gesetzlichen Vorgaben ein offener nationaler Markt entstanden.

Nach Schätzungen des japanischen Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) hatte allein der japanische Markt für Produkte aus dem Bereich der Pflege im Jahr 1999 ein Volumen von ca. 10,3 Milliarden Euro. Unter Berücksichtigung von Produktgruppen, die nicht direkt zum Pflegesektor zu zählen sind sondern unter dem Aspekt der Lebensqualitätssteigerung universell nutzbar sind (sogenannte "kyoyohin"), umfasst das Marktvolumen mehr als das doppelte dieser Summe.

Momentan bestehen für Unternehmen aus der Medizin-, Pflege- und Gerontotechnik hervorragende Chancen für ein lohnenswertes Engagement auf dem japanischen Markt. Das Wirtschaftsministerium des Landes NRW unterstützt daher mit einem Netzwerk von Partnern, zu denen u.a. das Institut Arbeit und Technik gehört, Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, die ein Interesse an der Erschließung des japanischen Marktes haben. Durch eine gemeinsame Initiative soll ein überzeugendes Image des Standortes NRW in Japan aufgebaut und die Präsenz nordrhein-westfälischer Unternehmen der Medizin- und Pflegetechnikbranchen auf dem japanischen Markt deutlich gesteigert werden.

Nach einer ersten erfolgreichen Informationsveranstaltung im Dezember organisiert die Initiative im März 2002 eine weitere Veranstaltung "Der japanische Markt für Medizintechnik - Potenziale für Unternehmen aus NRW und Strategien zum Markteinstieg". Sie wendet sich speziell an Unternehmen der Medizintechnik und informiert über die Chancen von NRW-Unternehmen auf dem japanischen Medizintechnikmarkt.


Für weitere Fragen stehen
Ihnen zur Verfügung:
Geschäftsstelle Seniorenwirtschaft
Michael Cirkel
Vera Gerling
Durchwahl: 0209/1707-344

Pressereferentin
Claudia Braczko

Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen

Tel.: +49-209/1707-176
Fax: +49-209/1707-110
E-Mail: braczko@iatge.de

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://iat-info.iat-ge.de

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