Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von der Idee zum Fahrrad - Neues Produktentwicklungsverfahren berücksichtigt VerbraucherInnenwünsche

19.07.2006
Ein Pedelec, ein Fahrrad mit elektrischer Tretunterstützung, ist Beweis dafür, wie innovativ die Zusammenarbeit von Verbraucher/innen und Unternehmen sein kann. In mehreren Workshops entwickelten Vertreter eines Fahrradunternehmens und Berliner Konsument/innen gemeinsam Innovationsideen für ein solches Fahrrad sowie Marketingmaßnahmen für seine bessere Verbreitung. Das Ergebnis: Ein Pedelec, das im Gegensatz zu den bisherigen Modellen sportlich und modern ist, durch seine niedrige Einstiegshöhe aber trotzdem alle Altersgruppen anspricht und zu einem attraktiven Preis erhältlich ist. Das innovative Verfahren zur Produktentwicklung ist Ergebnis eines Projektes, an dem das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gemeinsam mit der Universität Oldenburg arbeitet.

"Gerade im Sommer sind Pedelecs eine angenehme und zugleich umwelt- und klimafreundliche Alternative zu Autos, Motorrädern oder Motorrollern", sagt Esther Hoffmann, Projektleiterin am IÖW. Mit diesen Rädern könnten schneller größere Strecken zurückgelegt werden als mit normalen Fahrrädern, ohne dass die Umwelt durch Geräusche und Abgase belastet würde, so Hoffmann weiter.

Interessant ist das innovative Rad vor allem in Bezug auf die Feinstaub-Debatte. Gegenüber dem Auto und anderen motorisierten Fahrzeugen verursachen Pedelecs eine weit geringere Feinstaubbelastung und sind damit gerade für die Stadt eine umweltfreundliche Möglichkeit, um schnell ans Ziel zu kommen.

Ihren Ursprung hat die neuartige Produktentwicklung in dem Forschungsprojekt GELENA (GEsellschaftliches LErnen und NAchhaltigkeit) von IÖW und Universität Oldenburg. Das Verfahren INNOCOPE (INNovation through COnsumer-integrated Product Development), das im Rahmen dieses Projektes entwickelt wurde, basiert auf der Annahme, dass die Einbeziehung von Nutzer/innen in die Entwicklung von Produkten ein erhebliches Innovationspotential biete. "Nachhaltige Produkte erfordern oft Änderungen im Konsumverhalten. Deshalb sind gerade hier der enge Kontakt zum Nutzer und das Wissen über seine Wünsche und Gewohnheiten besonders wichtig. Mit dem INNOCOPE-Verfahren werden die Nutzer direkt an der Produktentwicklung beteiligt - dies ist für die meisten Unternehmen eine völlig neue Art der Zusammenarbeit", sagt Marlen Arnold, Projektmitarbeiterin an der Universität Oldenburg.

... mehr zu:
»IÖW »Produktentwicklung

Produkt und Produktentwicklung werden von den beteiligten Unternehmen durchweg positiv beurteilt: "Der Vorteil derartiger Konsumentenworkshops ist die Weiterbildung von uns Herstellern", so Norbert Haller von Craftsmen Design, die neben dem innovativen Berliner Fahrradunternehmen HAWK-Bikes an der Entwicklung der Räder beteiligt waren. "Erstmals hatten wir die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit den Endverbrauchern zu treten und zu erfahren, was sie wirklich brauchen", bewertet Christian Scholz von HAWK-Bikes die Zusammenarbeit in den Workshops. Das INNOCOPE-Verfahren soll mittels eines Leitfadens allen interessierten Unternehmen zugänglich gemacht werden.

Das Projekt GELENA wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderprogramms Sozial-ökologische Forschung gefördert.

Kontakt:

Esther Hoffmann
IÖW-Geschäftsstelle Berlin
Telefon: 030-884 59 4-0
Esther.Hoffmann@ioew.de
Marlen Arnold
Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg
Telefon: 0441-798-4371
Marlen.Arnold@uni-oldenburg.de
HAWK Bikes E+M GmbH
Lorenz Hoser Saarstr. 14
12161 BerlinTel.
030 - 4472210

Claudia Nikschtat | idw
Weitere Informationen:
http://www.ioew.de
http://www.hawkbikes.com/

Weitere Berichte zu: IÖW Produktentwicklung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie