Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EUREN-Bericht zu den Konjunkturaussichten für Europa

22.06.2006
Das European Economic Network (EUREN) ist ein Netzwerk von fünf führenden europäischen Wirtschaftsforschungsinstituten, darunter das RWI Essen. Gemeinsam haben die EUREN-Institute in Paris ihren neunten gemeinsamen Bericht zu den wirtschaftlichen Aussichten Europas präsentiert. Dabei haben sie ihre Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung im Euro-Raum gegenüber ihrer Vorhersage vom Januar dieses Jahres leicht angehoben und erwarten für 2006 ein Wirtschaftswachstum von 2,1 %. Für 2007 fällt ihre Prognose des BIP-Wachstums mit 1,8 % etwas verhaltener aus.

Laut den im Forschungsnetzwerk EUREN zusammengeschlossenen Instituten haben sich die Zeichen für ein stärkeres Wirtschaftswachstum im Euroraum seit Beginn dieses Jahres verstärkt. Sie haben daher ihre Prognose für das diesjährige Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euroraum leicht von 1,9% auf 2,1% erhöht. Damit entspricht ihre Prognose derjenigen der Europäischen Kommission vom April dieses Jahres. Allerdings sind die EUREN-Institute etwas optimistischer bezüglich des privaten Verbrauchs und etwas pessimistischer im Hinblick auf die Investitionen. Die stärkere Wachstumsdynamik im ersten Halbjahr 2006 führen sie vor allem auf die gestiegenen Exporte zurück, die im vergangenen Jahr rückläufig waren. Die Investitionen nahmen im ersten Quartal 2006 nur geringfügig um 0,3% zu. Für 2007 liegt die EUREN-Prognose bei 1,8%. Die Abschwächung ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass der private Verbrauch in Deutschland durch die Mehrwertsteuer-Erhöhung zum 1. Januar 2007 voraussichtlich gedämpft wird. Aber auch das außenwirtschaftliche Umfeld stellt sich 2007 etwas ungünstiger dar. Entsprechend schätzen die Institute, dass der Welthandel 2006 um 9,5% und 2007 um 7,5% wachsen wird.

Dollarkurs und Ölpreis sind Unsicherheitsfaktoren

Unsicherheitsfaktoren für die Prognose sind vor allem der Dollarkurs und der Ölpreis. Seit April 2006 hat der US-Dollar an Wert verloren. Annahme der Prognose ist, dass er auf seinem derzeitigen Niveau verharrt. Sollte der US-Dollar im Vergleich zum Euro noch stärker an Wert verlieren, würde dies die Exporte aus dem Euroraum verteuern. In der Folge würden die Marktanteile von Exporteuren aus dem Euroraum voraussichtlich weiter sinken. Beim Öl basiert die Prognose auf einem durchschnittlichen Preis von 66 $/b in diesem und 64 $/b im nächsten Jahr; fehlende Raffinerie-Kapazitäten dürften weiterhin für große Preisschwankungen sorgen.

Die Inflationsrate im Euroraum wird nach Einschätzung der Institute bis Ende 2007 unter 2% sinken. Um dies zu erreichen, wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen allerdings stärker als zu Jahresbeginn erwartet anheben. Trotzdem bleiben auf lange Sicht die monetären Bedingungen günstig. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt dürfte sich hingegen nur geringfügig verbessern.

Die fünf EUREN-Mitglieder sind:

1) Centre d'Observation Economique de la Chambre de Commerce et d'Industrie
de Paris (COE), France
2) Centro de Predicción Económica (CEPREDE), Madrid, Spain
3) Oxford Economic Forecasting Ltd (OEF), Oxford, United Kingdom
4) Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Essen, Germany

5) Economic Research, Marketing and Computing (KOPINT-DATORG), Budapest, Hungary

Ihre Ansprechpartner dazu:
Dr. Roland Döhrn, Tel.: (0201) 81 49-262
Sabine Weiler (Pressestelle), Tel.: (0201) 81 49-213
Der komplette EUREN-Bericht ist unter www.rwi-essen.de als pdf-Datei erhältlich.

Joachim Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.rwi-essen.de
http://www.rwi-essen.de/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Indikator: Konjunkturampel schaltet von „gelb“ auf „grün“
16.05.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das erste Quartal 2018
30.04.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics