Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Bündnis für die Antikörper-Produktion

09.06.2006
Roche und GBF wollen gemeinsam Herstellungsverfahren optimieren
Neue, verbesserte Produktionsverfahren für Antikörper zu entwickeln: Das ist das Ziel einer Kooperation, die die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) jetzt mit dem international agierenden Healthcare-Unternehmen Roche vereinbart hat. Im Auftrag und in Zusammenarbeit mit Roche werden die GBF-Wissenschaftler die tierischen Produktionszellen untersuchen, die man für die Herstellung von Antikörpern einsetzt. Eine Vielzahl von Testläufen soll ermitteln, in welchen Kulturmedien und unter welchen Bedingungen diese Zellen am besten und ertragreichsten wachsen. Dabei sollen Wirtschaftlichkeit und Ausbeute der Produktion verbessert werden. "Die Zusammenarbeit gilt zunächst für drei Jahre, ist aber weit langfristiger angelegt", erklärt Dr. Holger Ziehr, Leiter des Forschungsbereichs Bioverfahrenstechnik der GBF.

Antikörper finden in der Medizin breite Anwendung. Es handelt sich dabei um Proteinmoleküle, die dem menschlichen Körper als "Waffe" gegen eingedrungene Krankheitserreger dienen. Weil ihr Bindungsverhalten sehr spezifisch ist, kann man sie dafür einsetzen, um gezielt andere Moleküle zu finden und zu neutralisieren. Auch lassen sich mit ihnen bestimmte Strukturen, etwa die Oberflächen von Zellen, so markieren, dass das Immunsystem auf sie "aufmerksam wird" und sie bekämpft.

Große Zukunft

... mehr zu:
»Antikörper »Wirkstoff

Der medizinische Einsatz von Antikörpern, davon ist Ziehr überzeugt, hat eine große Zukunft: "In den vergangenen sechs Jahren ist ihr Einsatz im Schnitt jährlich um 50 Prozent gestiegen. Antikörper stellen die am stärksten wachsende Produktklasse in der pharmazeutischen Industrie dar." Fachleute sagen für das Jahr 2010 einen weltweiten Umsatz in Höhe von bis zu 20 Milliarden US-Dollar voraus. Weil man jedoch von Antikörpern größere Mengen benötigt als bei vielen anderen auf Proteinen basierenden Wirkstoffen, bestehen auch andere Anforderungen an den Herstellungsprozess: "Die therapeutischen Dosen erstrecken sich teilweise in den Gramm-Bereich", erklärt Ziehr. "In Zeiten begrenzter Gesundheitsbudgets ist es da dringend nötig, neue Herstellungsverfahren zu entwickeln, wenn man wirtschaftlich arbeiten will."

Eine Herausforderung, für die die GBF aufgrund langjährig erworbener Expertise gerüstet ist: Im zurückliegenden Jahrzehnt entwickelten Experten des Braunschweiger Forschungszentrums Herstellungsverfahren für zehn verschiedene biopharmazeutische Wirkstoffe so weit, dass sie anschließend klinisch getestet werden konnten. "Diese besondere Qualifikation", sagt Holger Ziehr, "macht die Bioverfahrenstechnik der GBF zu einem gefragten Partner für industrielle Prozessentwicklungen."

Hinweise für die Medien
Nähere Auskünfte erteilt Ihnen gerne die Pressestelle der GBF Braunschweig unter der Telefon-Nummer 0531/6181-508.

Manfred Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.gbf.de/presseinformationen

Weitere Berichte zu: Antikörper Wirkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind
27.04.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland
25.04.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie