Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschlands Industrieunternehmen müssen sich veränderten Marktbedingungen stellen

20.11.2001


Europaweite Studie von PricewaterhouseCoopers untersucht Börsenperformance der Investitionsgüterindustrie: Nur mittelmäßige Ergebnisse für Deutschland / Schwierige Wirtschaftslage zwingt Unternehmen zu neuen Strategien

Obwohl Deutschland im Bereich der Investitionsgüterindustrie zu den produktionsstärksten Ländern Europas gehört, schneidet es hinsichtlich seiner Börsenperformance im europäischen Vergleich eher mittelmäßig ab. Dies zeigt die aktuelle Studie Industrial Performance Monitor - European Shareholder Return in the Industrial Product Sector von PricewaterhouseCoopers, in welcher die Entwicklungen und Trends des europäischen Marktes bezüglich dieses Industriesektors untersucht wurden. Im Mittelpunkt stehen dabei die drei Branchen Chemie, Metall sowie Maschinen- und Anlagenbau.

Die Studie vergleicht den Total Shareholder Return (TSR) der letzten fünf Jahre von insgesamt 154 führenden Unternehmen aus 13 europäischen Ländern und wertet die Ergebnisse nach einzelnen Branchen aus. Der Total Shareholder Return (TSR) gibt Aufschluss über den Vermögenszuwachs oder -verlust je Aktie zuzüglich Dividendenausschüttung. Bei diesem branchenspezifischen Vergleich steht Deutschland in der Chemiebranche auf dem dritten Platz nach den Niederlanden und der Schweiz. In der Metallindustrie sowie im Maschinen- und Anlagenbau erreicht Deutschland nur eine Position im Mittelfeld (Platz 7), während Spanien in beiden Bereichen an der Spitze steht. Im Maschinen- und Anlagenbau folgen Frankreich und Dänemark auf dem zweiten und dritten Platz, in der Metallindustrie wurden diese Positionen von Italien und Frankreich belegt (siehe Ranking Seite 5-7).

Schlechteres Ranking für Deutschland im europäischen Vergleich

Angesichts der allgemeinen Verschlechterung der deutschen Wirtschaftslage, die sich zum Beispiel durch den Einbruch des DAX sowie einen allgemeinen Exportrückgang manifestiert, sind diese weniger guten Ergebnisse für Deutschland keine Überraschung. Das Ergebnis des Total Shareholder Return (TSR) wurde vor allem auch durch starke Einbußen einiger führender deutscher Unternehmen aus den drei untersuchten Branchen negativ beeinflusst. "Insbesondere die schlechtere wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2001 hat zu einem Positionsverlust in der Rankingliste geführt. Jedoch stehen diese Veränderungen in keinem direkten Zusammenhang mit dem 11. September 2001, da die Wirtschaftsprognosen bereits zu Beginn des Jahres korrigiert worden sind", so Ernst-Wilhelm Frings, weltweit verantwortlich für eine Gruppe von rund 8.000 Branchenspezialisten im Bereich Investitionsgüter bei PricewaterhouseCoopers. Es bleibe dennoch abzuwarten, in wie weit die Geschehnisse aus den USA Auswirkungen auf die Investitionsgüterindustrie haben, so Frings. In Amerika sei die antizipierte Rezession bereits bestätigt, für Europa ließen sich derzeit noch keine konkreten Aussagen treffen.

Industrieunternehmen stellen sich den Herausforderungen

Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage der europäischen Investitionsgüterindustrie, die sich auf einem dem globalen Wirtschaftswachstum hinterherhinkenden Markt behaupten muss, haben einige der analysierten Unternehmen interessante Strategien entwickelt, um diese Situation zu meistern. So haben sich die Unternehmen beispielsweise auf neue Märkte oder Regionen mit hohem Wachstumspotenzial fokussiert. Ebenso erwiesen sich aber auch die Herstellung von Nischenprodukten, die Konzentration auf wenige Kernbereiche oder die intensive Investition in Forschung und Entwicklung als wegweisende Schritte. Auch das Angebot von zusätzlichen Dienstleistungen, ein erfolgreiches Branding sowie verstärktes Outsourcing als kostensenkende Maßnahme stellen in der heutigen Wirtschaftssituation mögliche Erfolgsrezepte dar.

"Unsere Analyse hat gezeigt", so Ernst-Wilhelm Frings, "dass die Unternehmen bereit sind, sich hinsichtlich Struktur, Produktion und Profil mit dem unmöglich Geglaubten auseinander zu setzen. Obwohl die Prognosen alles andere als vielversprechend sind, sind die Unternehmen auf dem besten Weg, sich diesen Herausforderungen erfolgreich zu stellen."

Stefanie Bauerdick | ots

Weitere Berichte zu: Anlagenbau Investitionsgüterindustrie TSR Wirtschaftslage

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wachstumsprognose wird angehoben
14.12.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Aufschwung setzt sich fort
28.11.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Lipid-Nanodisks stabilisieren fehlgefaltete Proteine für Untersuchungen

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Von Alaska bis zum Amazonas: Pflanzenmerkmale erstmals kartiert

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Krebsforschung in der Schwerelosigkeit

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie