Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auch Zeit zu schaffen erzeugt Innovation

01.06.2006


Grenzüberschreitendes Projekt IBIS hilft kleinen und mittleren Betrieben/ Forschungsoffensive wird vom Land NRW, den Niederlanden, der Hochschule Niederrhein und der EU-Initiative Interreg III A mit 1,2 Millionen Euro unterstützt



Jeder erfolgreichen Innovation liegt eine gute Idee zugrunde. Meistens wird mit dem Begriff "Innovation" jedoch die Entwicklung neuer Produkte verbunden. Doch auch Innovationen im Rahmen der Arbeitsorganisation, des Personalmanagements oder der Dienstleistungen können den Erfolg des Unternehmens positiv beeinflussen. Das deutsch-niederländische Projekt IBIS (Innovative Business culture Implementation in Small and medium enterprises) will für und mit kleinen und mittelständischen Unternehmen der euregio rhein-maas-nord neue prozessorientierte Innovationswege entwickeln und gehen. Das grenzüberschreitende Projekt, bei dem im ersten Schritt 40 Unternehmen mitmachen können, wird mit 1,2 Millionen Euro kofinanziert durch das EU-Programm Interreg III A der euregio rhein-maas-nord sowie durch das Land Nordrhein-Westfalen, das Wirtschaftsministerium der Niederlande, die Hochschule Niederrhein, das niederländischen Netzwerk Syntens und die niederländischen Provinz Limburg.

... mehr zu:
»IAP »IBIS


"Besonders kleine und mittlere Unternehmen können mit einfachen Mitteln die "Kerze der Innovation" selbst entzünden. Aber es sind nicht immer neue Produkte, sondern häufig innovative Veränderungen innerhalb des Unternehmens, die den Erfolg ankurbeln", ist sich Projektleiterin Barbara Herzog sicher. Als Beispiel nennt ihr zehnköpfiges Team die 15-Prozent-Regel des Neusser Unternehmens 3M: Sie ermöglicht es den Mitarbeitern, 15 Prozent ihrer Arbeitszeit für eigene Projekte und Ideen zu verwenden. Daraus entstanden zum Beispiel die Post-it Haftnotizen. Ein Sanitär-Installateur, der beim Bad-Einbau dem Kunden Auskunft geben kann über die Preise der Produkte seiner Firma, ist ein lebender Beweis für gutes Marketing, fügt Prof. Dr. Lutz Packebusch von der Hochschule Niederrhein an. Ausgedacht haben sich das übrigens die Mitarbeiter dieser Firma, weil ihr Chef ihnen regelmäßig Zeit für kreatives Nachdenken gibt. Der einsame Tüftler, so Prof. Dr. Packebusch, sei in den seltensten Fällen für Innovationen verantwortlich.

Die ersten Vorbereitungen für IBIS sind gerade abgeschlossen. Durchgeführt wird das Projekt vom Institut für Arbeitssystemgestaltung und Personal-Management (IAP) an der Hochschule Niederrhein, dem Innovationsnetzwerk Syntens in Roermond und dem Institut für effizienten Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz der Hochschule Niederrhein (AUGE-Institut). Ziel ist es, nicht nur die Arbeitsprozesse in den beteiligten Unternehmen zu analysieren, sondern auch eine Verbesserung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Betriebe und eine Stärkung euregionaler, grenzüberschreitender Netzwerke anzustreben.

Wie läuft IBIS ab? Die Vorgehensweise ist einfach: Zunächst finden in Mönchengladbach und Venlo am 13. und 20. September dieses Jahres zwei kostenlose und unverbindliche Workshops statt. Darin werden interessierte niederländische und deutsche

Unternehmen der Elektrobranche, des Zwischen- und Großhandels über das Thema Innovation informiert und mit ihnen gemeinsam das in ihrem Unternehmen vorhandene Innovationspotenzial ermittelt. Diese Branchen wurden ausgewählt, weil sie exemplarisch die Struktur der Betriebe in der euregio abbilden. Darauf aufbauend begleiten IBIS-Coachs die Unternehmen über mehrere Monate, decken weitere Innovationsmöglichkeiten auf und helfen bei der Umsetzung der Ideen. Dort, wo es möglich ist, werden Methoden aus beiden Ländern kombiniert, so dass in der euregio rhein-maas-nord ein Instrumentarium entsteht, um die Innovationsfähigkeit zu messen und zu verbessern. Gleichzeitig findet ein interkultureller Austausch zwischen deutschen und niederländischen Unternehmen statt. Das Projekt läuft bis Juni 2008. Die Teilnehmer für die Workshops werden ab jetzt gesucht.

Auf deutscher Seite steht das IAP, als An-Institut der Hochschule Niederrhein, Unternehmen bei Veränderungsprozessen beratend zur Seite. Die Schwerpunkte der Beratungsaktivitäten und angewandten Forschungsarbeiten des IAP liegen in den Bereichen Personal, Arbeitsorganisation und Technikgestaltung. Unterstützt wird das IAP durch das AUGE-Institut der Hochschule Niederrhein, welche das Know-How der Fachleute aus den Fachbereichen Chemie, Wirtschaftsingenieurwesen und Gesundheitswesen bündelt, um sich noch enger an aktuellen technischen und betriebsinternen Herausforderungen zu orientieren.

Auf niederländischer Seite ist das Innovationsnetzwerk Syntens der Partner für die dortigen Unternehmen. Syntens regt Innovationen in Betrieben an, wobei es sich um die Erneuerung von Produkten, Prozessen oder Organisationen handeln kann. Das geschieht durch Beratung, Information und Nutzung eines Netzwerks von Experten und Forschungsinstituten. "Verbessern macht jeder, aber erneuern sorgt dafür, dass man gewinnt", bringt es Ton Goerts auf den Punkt. "Auch den Willen muss man erneuern, und das Innovationsmanagement muss einen Platz bekommen in der Unternehmenskultur". Die ist in deutschen und niederländischen Unternehmen durchaus verschieden, und auch hier lohnt es sich, voneinander zu lernen.

Finanziert werden die Leistungen aus Fördermitteln. Je nach Unternehmensgröße ist ein überschaubarer Eigenanteil zwischen 1.000 und 3.000 Euro zu erbringen, gemessen an den Gesamt-Beratungskosten, die eigentlich anfallen (ca. 15.000 €), ist das minimal. "Die am Projekt teilnehmenden Unternehmen erhalten eine individuelle Beratung und Begleitung durch unsere Coachs und werden spätestens ab Sommer 2008 mit innovativen Prozessen auf dem Markt sein", sagt Barbara Herzog.

Kontakt:

Interessierte Unternehmen wenden sich bitte für weitere Informationen an:
IAP, Barbara Herzog, Tel.: 02161/186-6627, Mail: barbara.herzog@iap-institut.de
Syntens, Ton Geurts, Tel.: 0031/475/420 507, Mail: age@syntens.nl

Rudolf Haupt M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

Weitere Berichte zu: IAP IBIS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise