Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausbildungsvergütungen stark differenziert nach Branche und Region - Analyse des WSI-Tarifarchivs

29.05.2006


Die tariflichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland sind stark differenziert und orientieren sich an der Leistungsfähigkeit der Branche, in der ausgebildet wird. Je nach Wirtschaftszweig und regionalem Tarifbereich variieren sie um mehrere hundert Euro, wie die neue Auswertung des WSI-Tarifarchivs in der Hans-Böckler-Stiftung zeigt.



2005 reichte die Spanne im ersten Ausbildungsjahr von 332 Euro im privaten Verkehrsgewerbe Thüringen bis zu 763 Euro in der Druckindustrie. Im letzten, das heißt dem dritten oder vierten Ausbildungsjahr, variierten die Vergütungen bundesweit zwischen 442 Euro und 1.222 Euro (siehe Tabelle, abrufbar über Link am Ende dieser PM). Die niedrigste Vergütung für das letzte Ausbildungsjahr zahlten wiederum die Unternehmen im privaten Verkehrsgewerbe in Thüringen, die höchste erhielten Auszubildende im westdeutschen Bauhauptgewerbe. Generell sind die Vergütungen in der Industrie und im Handel meist höher als im Handwerk, in den freien Berufen oder in der Landwirtschaft.

... mehr zu:
»Ausbildungsvergütung »WSI


Die Auszubildenden erhielten im vergangenen Jahr in 15 der Wirtschaftszweige bzw. Tarifbereiche höhere tarifliche Ausbildungsvergütungen als 2004. Bezogen auf das dritte Ausbildungsjahr lagen die Erhöhungen in der Mehrzahl der Bereiche zwischen einem und drei Prozent. Anhebungen deutlich oberhalb der Inflationsrate gab es für Auszubildende der Bahn und der chemischen Industrie in Ostdeutschland als Teil der langfristigen Tarifanpassung an das Westniveau, im Transportgewerbe Nordrhein-Westfalens sowie bei der Shell Deutschland Oil GmbH. In elf Tarifbereichen wurden die Ausbildungsvergütungen nicht erhöht. Das Ergebnis basiert auf einer Untersuchung von 26 Wirtschaftszweigen bzw. Tarifbereichen.

In zahlreichen Tarifverträgen haben die Tarifparteien das Ziel festgelegt, bestehende Lehrstellen abzusichern und zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Nach Daten des WSI-Tarifarchivs finden sich in rund 30 Branchen und Tarifbereichen mit 2,7 Millionen Beschäftigten tarifvertragliche Aussagen bzw. Vereinbarungen zum Erhalt und zum Ausbau der Ausbildungskapazität.

In einigen Branchen und regionalen Tarifbereichen haben Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände finanzielle Anreize vereinbart. Beispielsweise werden in der westdeutschen Stahlindustrie die Ausbildungsvergütungen zweimal nicht angehoben, im Gegenzug jeweils 50 zusätzliche Ausbildungsplätze angeboten. Im Groß- und Außenhandel Berlin können die Ausbildungsvergütungen um 16 Euro gesenkt werden, wenn die Zahl der Auszubildenden steigt. In der chemischen Industrie West erklärte sich die IG BCE bei positiver Ausbildungsentwicklung grundsätzlich zu Verhandlungen über das Einfrieren der Ausbildungsvergütungen bereit. In der Mehrzahl der Branchen gibt es Regelungen zur Übernahme nach der Ausbildung.

Rainer Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.boeckler.de/pdf/pm_ta_2006_05_29.pdf

Weitere Berichte zu: Ausbildungsvergütung WSI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Frühwarninstrument zeigt „grün“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt gering
19.07.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten