Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europaweite Studie zu Automobilunternehmen

13.11.2001


67 Prozent der europäischen Industrieunternehmen setzen auf kooperative Produktentwicklung.

Die intensive, unternehmensübergreifende Zusammenarbeit in der Produktentwicklung rückt für europäische Industrieunternehmen zunehmend in den Mittelpunkt. Dies ergab eine Studie von Accenture zum Thema „Collaborative Product Commerce“ (CPC). Grundlage der Studie sind 100 Interviews mit Top-Managern aus den Branchen Automobil, Investitionsgüter, Luft und Raumfahrt, High-Tech, weißer und brauner Ware aus sieben Ländern Europas.

67 Prozent der befragten Top-Manager wollen in den kommenden drei Jahren internetgestützte Technologien und Prozesse einführen, mit deren Hilfe sie die Kooperation entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausbauen. Damit werden sie Produkte deutlich schneller und effizienter zur Marktreife bringen. Nur neun Prozent verfügen derzeit über die technologischen Grundlagen für kooperative Produktentwicklung. 32 Prozent könnten vorhandene Systeme noch entsprechend ausbauen, keine Erfahrung mit Produktdatenmanagement-Technologie haben 27 Prozent der Befragten.

Beim Thema kooperative Produktentwicklung sind Automobilunternehmen die Vorreiter: 84 Prozent von ihnen sehen in CPC vor allem Chancen, die Produktentwicklungszeit deutlich zu verkürzen, und planen bereits konkrete Projekte auf der Basis von Kooperations-Software (gegenüber 70 Prozent Gesamtdurchschnitt). 77 Prozent wollen Design- und Entwicklungskosten mit CPC-Initiativen senken (gegenüber 72 Prozent Gesamtdurchschnitt). 74 Prozent sind bestrebt, mit CPC-Systemen auch Qualitätsverbesserungen zu erreichen (gegenüber 59 Prozent Gesamtdurchschnitt).

Die Verbesserung der Innovationsfähigkeit mit Hilfe von CPC-Programmen tritt für die befragten Automobilunternehmen demgegenüber in den Hintergrund – zumeist, weil hier schon andere Initiativen in Gang gesetzt sind. Allerdings verfügen 55 Prozent von ihnen schon heute über Produktdatenmanagement-Software, die mit CPC-Systemen kompatibel ist. Damit liegen sie deutlich über dem Stichprobendurchschnitt (41 Prozent).

Hersteller und Zulieferer allgemein nutzen die kooperative Produktentwicklung vor allem in den technischen Bereichen Produktion und Planung. Mehr als zwei Drittel konzentrieren sich dabei auf Entwurf- und Detailplanung. Im Aftersales-Bereich (Wartung, Instandhaltung, Service, Recycling) sieht nur ein Viertel der Befragten zusätzliche Potenziale.

IT-Plattformen sichern kooperative Daten- und Informationsnutzung

„Die Produkte werden immer komplexer, die Entwicklungs- und Lebenszyklen immer kürzer, Kosten- und Wettbewerbsdruck steigen und gleichzeitig der Anspruch der Kunden an die Produktqualität“, skizziert Norbert Kettner, Partner bei Accenture und verantwortlich für die Automobilzulieferer, das Marktumfeld. „Die Automobilindustrie strukturiert sich gerade grundlegend neu. Sie ist vor allem eine global ausgerichtete Branche, die in der Lage sein muss, Produkte unabhängig von Geographie und Standorten zu entwickeln und entlang des gesamten Wertschöpfungsprozesses zu managen. Entwicklungs- und Innovationsaufgaben werden heute zunehmend von den Automobilherstellern an große Zulieferer und externe Spezialisten übergeben. Eine starke Konsolidierung auf Zuliefererseite wird erwartet. Vertrieb, Wartung und Service müssen jederzeit auf komplette Produktinformationen zugreifen können und werden künftig ihre Informationen aus dem Markt stärker in die Produktentwicklung einspeisen. Ohne intensive Vernetzung der Prozesse und technologische Integration ist das nicht zu bewältigen.“

Das Bewusstsein für diese Entwicklung ist bei allen befragten Unternehmen vorhanden, die Intensivierung der Kooperation wird aber unterschiedlich bewertet: Für eine Vorreiter-Gruppe von 14 Prozent - zumeist Automobilunternehmen - haben CPC-Initiativen erste Priorität, 53 Prozent der Befragten starten CPC-Projekte parallel mit anderen Internet-Projekten, 33 Prozent haben eher zurückhaltende Erwartungen an CPC-Programme.

Die Integration der IT-Systeme und Prozesse wird aber von 76 Prozent der Befragten als wichtiges Nahziel genannt. Der Integration von CPC- in ERP-Systeme - beispielsweise über gemeinsame Module - kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Zwei Drittel der Unternehmen planen in den kommenden drei Jahren die Einführung eines gemeinsamen, web-basierten Dokumentmanagementsystems. Über 70 Prozent der Teilnehmer erwarten die Implementierung von IT-Anwendungen für die gemeinsame Nutzung von Text- und Planungsdaten (beispielsweise CAD- oder CAE-Daten). Die kooperative Nutzung von Programmen zur Erstellung von Text-, Projektplanungs- und -überwachungsdokumenten wird um 30 Prozent steigen. Die gemeinschaftliche Nutzung von Grafik-, Zeichen- und Modellierungsprogrammen wird – ebenso wie die Nutzung von Videokonferenzen – um 20 Prozent zunehmen.

Ralf Miller | Presse

Weitere Berichte zu: CPC-System Produktentwicklung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Online-Quickcheck »Frugal Innovation Index« macht Unternehmen fit für Entry-Level Produkte
19.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Innovationskraft stärken – IAT untersuchte öffentliche und private Innovationsaktivitäten in NRW
12.04.2017 | Institut Arbeit und Technik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten