Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Notleidende Kredite in Deutschland: Mögliche innovative Exit-Strategien für Risikokapitalgesellschaften

28.04.2006


Christoph Schalast legt neuen Arbeitsbericht vor



Was tun Risikokapitalgesellschaften mit ihren großen Beständen an notleidenden Krediten? In der Regel verfolgen sie klare Exit-Strategien, bevor sie sich in großem Umfang engagieren. Also ist es von Interesse, ob und welche Alternativen es zu den gängigen Strategien gibt:



(1) Halten bis Endfälligkeit
(2) Weiterverkauf der Kredite oder des Eigenkapitals eines Unternehmens

(3) Liquidierung.

In einem Arbeitsbericht stellen Prof. Robert A. Dickler, Ph.D., akademischer Leiter des Wiener IMADEC University Executive MBA Programm und Partner der Unternehmensberatung Strateco in Bad Homburg, und Prof. Dr. Christoph Schalast, Rechtsprofessor an der HfB und Leiter des Forschungsschwerpunkts "Non-Performing Loans" (NPL), die innovative Exit-Strategie "Kreditrisikotransfer" und die dazugehörige Struktur "Sector Focus Fund" vor.

Das Konzept

Robert Dickler analysiert Chancen und Risiken einer teilweise refinanzierten synthetischen Verbriefung eines sektorspezifischen Portfolios von Credit Recovery Swaps bezogen auf notleidende Kredite an Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMU). Eine Sonderzweckgesellschaft wird gegründet, die in der Lage ist, mit Hilfe von Kreditderivaten das Wiedereinbringungsrisiko (Recovery Risk) zu senken und transferieren. Die sektorspezifische Fokussierung ermöglicht es, die Wiedereinbringungsquote (Recovery Rate) zu steigern. Eine Collateralized Debt Obligation (CDO) mit drei Tranchen erlaubt es, die Kreditrestrisiken gezielt und nach Risikograd an diejenigen Anleger zu verteilen, die dazu bereit und fähig sind, Risiken in deutlich unterschiedlichem Ausmaß zu übernehmen. Die Wertschöpfung durch Senkung des Kreditrisikos geschieht hierbei durch einen Workout, der effektiver ist, wenn er, wie ein typischer Venture Capital oder Private Equity Fonds, auf bestimmte Sektoren spezialisiert ist.

Lernen aus Erfahrung

Vergleichbare synthetische Strukturen mit Hilfe von Kreditderivaten sind bereits von einer führenden international tätigen Bank in Asien für die Verbriefung von Notleidenden Krediten in Korea sehr erfolgreich erprobt worden. Das Arbeitspapier geht auf eine gut dokumentierte Case Study der Harvard Business School zur NPL Verbriefung ein und stellt fest, dass "Lerneffekte" die wesentliche Lehre aus der Fallstudie darstellen. Diese Lerneffekte im Umgang mit notleidenden Krediten sollten nun für den deutschen Markt weiter verwendet werden. Es wird vermutet, dass die sektorale Spezialisierung dazu führen kann, dass die Wertverluste durch entgangene Diversifizierungseffekte geringer zu bemessen sind als die Wertschöpfung durch die Vermeidung des "Winner’s Curse" (aus Unkenntnis verursachte unbeabsichtigte negative Auslese). Es ist weiterhin zu erwarten, dass das schnelle Tempo der Forschung und Entwicklung, sowie der Innovationen im Bereich der Modellierung, Messung, Rating und Steuerung von tranchierten Portfolios aus Kreditderivaten starke Impulse für solche Kreditrisikotransfer-Strategien geben werden. Die Etablierung von Datenbanken im Rahmen des Pan European Credit Data Consortium (PECDC) ist ein notwendiger Schritt zur erforderlichen Senkung und Transfer von Kreditwiedereinbringungsrisiken.

Robert Dickler und Christoph Schalast haben ihre Ergebnisse als HfB-Arbeitsbericht veröffentlicht. Wir senden ihn gerne zu. Außerdem stehen die Autoren für Hintergrundgespräche oder Kommentare zur Verfügung.

Kontakt:
Angelika Werner
HfB - Business School of Finance & Management
Telefon 069 154 008 708
Mobil 0173 / 7250905
Telefax: 069 154 008 674
E-Mail: werner@hfb.de

Die HfB - Business School of Finance & Management

Die HfB - Business School of Finance & Management ist Deutschlands führende Wissenschaftliche Hochschule für Finance und Management. Sie bietet staatlich anerkannte und FIBAA-akkreditierte Bachelor-, Master- und Ph.D.-Programme an. Über 50 Professoren, Lehrbeauftragte und Sprachdozenten betreuen derzeit gut 700 Studierende. Um Aktualität und Praxisbezug zu gewährleisten, pflegt die Hochschule einen intensiven Austausch mit der Praxis. Für die international ausgerichteten Studiengänge kooperiert sie weltweit mit gut 30 Universitäten und Business Schools. Träger der HfB ist die Bankakademie e. V. In deren Aufsichtsrat sind die Deutsche Bank, die Dresdner Bank, die Commerzbank, die Bayerische Hypo- und Vereinsbank, die BHF-BANK sowie der Bundesverband deutscher Banken vertreten. Die HfB ist im Internet unter www.hfb.de zu erreichen.

Angelika Werner | idw
Weitere Informationen:
http://www.hfb.de

Weitere Berichte zu: Kreditderivate Risikokapitalgesellschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Antibiotikaresistenz zeigt sich durch Leuchten

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie