Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unternehmen müssen gegenüber jungen Familien flexibler werden

27.03.2006


Sie sind gut ausgebildet und sie wollen beides: Karriere und Familie. Mit hoch qualifizierten Paaren, die sowohl berufliche als familiäre Interessen verfolgen, befasst sich ein Forschungsprojekt des Fachbereichs Wirtschaft der Universität Kassel, das vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert wird. Ziel ist herauszufinden, wie Unternehmen die Interessen der so genannten "Dual Career Couples" berücksichtigen können. Denn angesichts des demografischen Wandels werden sehr gut ausgebildete Fachkräfte bald umworben sein und die Zahl der hoch qualifizierten Paare wird zunehmen. "Wir wollen solche Trends frühzeitig erkennen, aufgreifen und Konzepte dafür entwickeln", sagt Marion Weissenberger-Eibl, Professorin für Innovations- und TechnologieManagement und Leiterin des Projektes.



In einem ersten Schritt wurden Personalverantwortliche aus Unternehmen befragt, derzeit laufen Interviews mit Paaren. Die Ergebnisse zeigen: Die speziellen Bedürfnisse von diesen Paaren sind kaum bekannt und werden nur punktuell berücksichtigt. Zwar sind kontinuierliche Leistung, Mobilität und Flexibilität nach wie vor Voraussetzungen für die Karriere. Die familiären Interessen betrachten Unternehmen jedoch eher als Gegenstück zum Beruf. Bei den gut ausgebildeten Paaren hingegen spielen Fragen nach einer Elternzeit auch für Männer oder nach "neuen" Karrierewegen durchaus eine Rolle. Jüngere Arbeitskräfte und insbesondere Männer thematisieren verstärkt die Work-Life-Balance, also ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben.

... mehr zu:
»Arbeitskraft »Kommune


Das heißt für die Unternehmen, dass sie die Familienarbeit ihrer Arbeitnehmer stärker wertschätzen müssen, auch wenn die Karriereplanung zeitweise dahinter zurücksteht. Bei einem nötigen Wohnortwechsel gilt es, die Belange des jeweiligen Partners einzubeziehen, also zum Beispiel bei der Stellensuche zu helfen.

Workshop: Kassel als "familienfreundliche Kommune"?

Damit es nicht bei der Theorie bleibt, hat Marion Weissenberger-Eibl in Kassel einen Workshop initiiert, an dem Unternehmen ebenso wie die zuständige Kasseler Dezernentin Anne Janz teilnahm. Dabei entstand die Idee, das Thema für Kassel als Standortfaktor "familienfreundliche Kommune" auszubauen. Unternehmen, Land und Stadt könnten in einem Netzwerk zusammenarbeiten. Weitere Idee: eine unternehmensübergreifende Beratungsstelle für die Belange von hoch qualifizierten und anderen Arbeitskräften, beispielsweise bei Schulplatzberatung und der Vermittlung von Kinderbetreuung. Denn wer im Wettbewerb bestehen will, der wird die Attraktivität für hoch qualifizierte Arbeitskräfte steigern müssen, so ein Fazit des Workshops.

Info
Universität Kassel
Prof. Dr. Marion Weissenberger-Eibl
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Fachgebiet Innovations- und Technologiemanagement
tel (0561) 804 3055/-3056
fax (0561) 804 7023
e-mail marion@weissenberger-eibl.de

Ingrid Hildebrand | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Berichte zu: Arbeitskraft Kommune

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Mittelstand 4.0-Kompetenz­zentrum Stuttgart gestartet
29.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten