Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Große Wachstumschancen durch öffentliche Dienstleistungen

17.03.2006


Institut Arbeit und Technik macht auf öffentliche Verantwortung für die Beschäftigungsmotoren Bildungswesen und Gesundheitswirtschaft aufmerksam



Im aktuellen Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst wird teilweise der Eindruck erweckt, der öffentliche Dienst in Deutschland sei aufgebläht und es gebe erhebliche Reserven für Einsparungen. Wie Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Modernisierung des öffentlichen Sektors zeigen, gibt es in einzelnen Bereichen tatsächlich ungenutzte Möglichkeiten, öffentliche Dienstleistungen billiger und besser, effizienter und wirkungsvoller anzubieten. Das Plädoyer für einen besseren öffentlichen Dienst bedeutet jedoch keineswegs, dass der Staat sich aus der Entwicklung öffentlich verantworteter Dienstleistungen in Deutschland zurückziehen dürfte.



Insbesondere bei der Entwicklung der viel versprechenden Zukunftsbranchen Bildungswesen und Gesundheitswirtschaft ist mehr öffentliches Engagement und mehr öffentliche Verantwortung gefordert. Die Forschungsergebnisse des Instituts Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) im Bildungswesen und der Gesundheitswirtschaft belegen die besonders großen Wachstumsmöglichkeiten in diesen Bereichen. So ist in der Gesundheitswirtschaft in NRW in den nächsten 15 Jahren ein Beschäftigungsplus von bis zu 200.000 Arbeitsplätzen möglich. Ebenso bringen Investitionen in Bildung, beispielsweise in die frühe Förderung bildungsbenachteiligter Kinder, einen hohen volkswirtschaftlichen Ertrag. Ein Mehrfaches des investierten Geldes fließt in Form von eingesparten Sozialtransfers und höheren Steuereinnahmen wieder in die öffentlichen Haushalte zurück.

Die Bedeutung von Bildung und Gesundheit für das Beschäftigungsniveau wird auch durch den EU-Vergleich belegt. Deutschland ist sowohl bei der Gesamtbeschäftigung als auch bei der Beschäftigung im Bildungs- und Gesundheitswesen bislang lediglich im EU-Mittelfeld. Länder mit hohen Beschäftigtenanteilen im Bildungs- und Gesundheitswesen dagegen, wie insbesondere das Beispiel unserer nordeuropäischen Nachbarn zeigt, weisen eine überdurchschnittlich hohe Gesamtbeschäftigung auf (vgl. Abbildung). Eine vergleichbare Strategie sozialer Investitionen wäre Deutschland dringend anzuraten. Insbesondere die Erwerbsmöglichkeiten von Frauen würden dadurch überproportional steigen.

Ohne vermehrte Anstrengungen der öffentlichen Hände können diese Beschäftigungsmotoren nicht in Gang gebracht werden, die ihrerseits wesentliche Voraussetzungen für eine nachhaltige Wende zum Besseren auf dem Arbeitsmarkt schaffen. Denn mehr öffentliches Engagement im Bildungs- und Gesundheitswesen mobilisiert auch mehr private Investitionen in diesen Branchen. Die Zukunft der öffentlichen Dienste in Deutschland kann nicht durch eine "Geiz ist geil"- Strategie gewonnen werden.

Für weitere Fragen stehen Ihnen zur Verfügung:
Dr. Sybille Stöbe-Blossey, FS Bildung und Erziehung, Durchwahl: 0209/1707-130
PD Dr. Josef Hilbert, FS Gesundheitswirtschaft, Durchwahl: 0209/1707-120
Dr. Steffen Lehndorff, FS Arbeitszeit und Arbeitsorganisation, Durchwahl: 0209/1707-146

Pressereferentin
Claudia Braczko
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
Tel.: +49-209/1707-176
Fax: +49-209/1707-110
E-Mail: braczko@iatge.de
info@iatge.de

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iatge.de

Weitere Berichte zu: Bildungswesen Gesundheitswesen Gesundheitswirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise