Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BDI-Außenwirtschaftsbarometer: Exportwachstum 2001 stark rückläufig

30.10.2001


"Die Jahre der extrem hohen Exportzuwächse sind erst einmal vorbei", fasst Ludolf v. Wartenberg, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), das Ergebnis der diesjährigen BDI-Umfrage zusammen, in der 26 Industrieverbände Zahlen, Stimmungen und Prognosen zur außenwirtschaftlichen Entwicklung abgegeben haben. Insgesamt rechnet der BDI vor dem Hintergrund der Brancheneinschätzungen und der zu erwartenden weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einem Exportwachstum von fünf Prozent in diesem Jahr. Für 2002 sei alles in allem nur eine Zunahme von drei Prozent wahrscheinlich. "Nach 13,2 Prozent Exportwachstum im vergangenen Jahr ist das ein wesentlich bescheideneres Ergebnis. Selbst drei Prozent Wachstum sind fraglich, wenn die Ölpreise explodieren oder wenn - wider Erwarten - die USA als Motor für die Weltwirtschaft längerfristig ausfallen sollten", so v. Wartenberg. Trotzdem bleibe die Exportwirtschaft Konjunkturmotor. "Ohne unsere Exporte hätten wir in Deutschland in diesem Jahr vielleicht überhaupt kein Wirtschaftswachstum", erklärte der BDI-Hauptgeschäftsführer.

In der diesjährigen BDI-Umfrage hätten sich zwei Drittel der befragten Verbände noch positiv über die Exportentwicklung in diesem Jahr geäußert. Doch sei die Stimmung bei weitem nicht mehr so gut wie im vergangenen Jahr. Insbesondere aus den Bereichen Fahrzeugbau, Chemie, Elektro sowie dem Maschinen- und Anlagenbau, den Branchen, die für den deutschen Export ein besonders großes Gewicht haben, kämen positive Meldungen für 2001. Im Vergleich zum vergangenen Jahr habe die Exportdynamik hier aber stark nachgelassen. Ein schlechtes Export-Ergebnis erwarteten in diesem Jahr die Druckindustrie, die Papiererzeugende Industrie sowie die Stahlproduzenten.

Die Exporterwartungen schwankten je nach Absatzregion stark. Bedeutendste Wachstumsregionen seien nach einhelliger Einschätzung der Verbände die mittel- und osteuropäischen Länder. Auf den Märkten der EU-Osterweiterungskandidaten bestünden große Chancen für die Zukunft. Am schlechtesten werde die Entwicklung der Exporte nach Lateinamerika und Afrika eingeschätzt. Gerade in Lateinamerika werde der negative Einfluss der schwachen Weltwirtschaft deutlich.

"Die Importe wachsen dieses Jahr vermutlich um knapp drei Prozent. Für das kommende Jahr ist - wenn überhaupt - nur mit einer leichten Erhöhung zu rechnen", schätzt v. Wartenberg. Dafür sei im Wesentlichen die schwache Binnenkonjunktur verantwortlich. Sie sei die treibende Kraft bei den Importen. Hauptsächlich würden die Einfuhren in den Wirtschaftszweigen Chemie, Elektro und Maschinen- und Anlagenbau ansteigen. Die dynamischsten Importregionen blieben Asien sowie Mittel- und Osteuropa. Für 2002 erwarteten 60 Prozent der BDI-Mitgliedsverbände eine Zunahme der Importe aus diesen Regionen. Insbesondere Elektro- und Textilindustrie rechneten mit sehr hohen Importen aus diesen Regionen.

In der gegenwärtigen Situation werde die Kooperation nicht nur im politisch-militärischen Bereich, sondern auch in der Handelspolitik immer wichtiger. Der BDI begrüße es, dass die bevorstehende 4. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation entschlossen sei, sich den terroristischen Attacken auf das Weltwirtschaftssystem zu widersetzen und die Liberalisierung des Welthandels entschlossen im Interesse aller Teilnehmer voran zu bringen. "Ich erwarte, dass die Konferenz in Doha eine Liberalisierungswelle auslöst, die im Interesse aller, auch der Entwicklungsländer ist."

In der Folge der Terroranschläge seien Forderungen laut geworden, den Terror durch neue Handelsembargos zu bekämpfen. Das sei verständlich, aber zu kurz gedacht. Eine nachhaltige Sicherheitsstrategie müsse auch darauf setzen, die Lebensbedingungen der Bevölkerungen in den Ländern zu verbessern, von denen terroristische Bedrohungen ausgehen. Ziel müsse es sein, in diesen Krisenregionen zur ökonomischen und politischen Stabilität beizutragen. "So verstanden, ist Sicherheitspolitik auch Entwicklungspolitik", sagte v. Wartenberg.

A. Schultheiss | ots
Weitere Informationen:
http://www.bdi-online.de

Weitere Berichte zu: BDI Exportwachstum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzt Anstieg fort
22.06.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu
29.05.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften