Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pharmabranche als Jobmotor

10.03.2006


Zehntausende zusätzlicher Arbeitsplätze in Deutschland sind möglich - bei Rückkehr der Pharmaindustrie zur alten Stärke in Forschung und Entwicklung, sagt das Fraunhofer ISI.



Die Pharmaindustrie brummt: Mit jährlichen Wachstumsraten von weltweit acht bis elf Prozent könnte die Branche auch in Deutschland in den nächsten 15 Jahren zehntausende neuer Arbeitsplätze schaffen, einen großen Teil davon für hochqualifizierte Beschäftigte. Dieses Arbeitsplatzpotenzial lässt sich aber nur durch gezielte Maßnahmen zur Stärkung des Pharmastandorts erschließen, betonen das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe und die Unternehmensberatung A.T. Kearney in einer Studie zum Pharmastandort Deutschland.



"In der Vergangenheit wurden enorme Beschäftigungspotenziale nicht genutzt", sagt ISI-Projektleiter Dr. Michael Nusser. Hätte Deutschland seinen Anteil an den globalen industriellen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Pharmasektor von 13 Prozent im Jahr 1973 gehalten und wäre nicht auf 7 Prozent im Jahr 2000 zurückgefallen, gäbe es heute rund 35.000 Arbeitsplätze mehr in Deutschland, davon etwa 21.000 in Forschung und Entwicklung. Zu diesen Ergebnissen kommt das Fraunhofer ISI mit einer Input-Output-Analyse.

Die weltweit größten Pharmaunternehmen haben ihren Hauptsitz außerhalb Deutschlands, vor allem in den USA, in England und der Schweiz. Eine Befragung im Rahmen der Studie hat sich mit den in Deutschland ansässigen Tochterunternehmen dieser größten Global-Player beschäftigt. Entgegen Vorurteilen stärken diese Tochterunternehmen den Wirtschaftsstandort Deutschland überproportional:

- Der Akademikeranteil in diesen Tochterunternehmen beträgt 30 Prozent. Der Durchschnitt der deutschen Gesamtwirtschaft liegt bei 15 Prozent.

- Der Anteil der Frauen an den Akademikern liegt bei 50 Prozent. Damit nutzen die befragten Unternehmen in hohem Maße die Kompetenzen von Frauen und die damit verbundenen Innovationspotenziale am Standort Deutschland.

- Die befragten Unternehmen beschäftigen 18.300 Mitarbeiter und generieren zusätzlich extern 29.800 Arbeitsplätze, vor allem in zukunftsfähigen Dienstleistungssektoren.

- Mit betrieblichen Fortbildungsausgaben in Höhe von 1.300 Euro je Beschäftigtem leisten die Firmen einen überproportional hohen Beitrag zur Wissensgesellschaft. Der Durchschnitt der Gesamtwirtschaft liegt bei etwa 900 Euro.

Mittelfristig bietet die klinische Forschung das höchste Beschäftigungspotenzial, so Dr. Annett Tischendorf von A.T. Kearney. Durch verbesserte Rahmenbedingungen in Forschung und Entwicklung könnten innerhalb der nächsten 15 Jahre rund 27.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. In ihrer Studie machen das Fraunhofer ISI und A.T. Kearney auch Vorschläge für sinnvolle Maßnahmen.

Die Gesamtstudie (deutsch und englisch) ist als Download verfügbar unter
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/2006de/pri04/pri04.htm

Kontakt:
Dr. Michael Nusser
Telefon: (0721) 6809 - 336
E-Mail: michael.nusser@isi.fraunhofer.de

Ansprechpartner für die Medien:
Bernd Müller
Telefon +49 (0) 721 / 68 09 - 100
Telefax +49 (0) 721 / 68 09 - 176
bernd.mueller@isi.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht Marktpotenziale technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf neue Technologien, Industrie- und Serviceinnovationen, Energiepolitik und nachhaltiges Wirtschaften sowie auf die Dynamik regionaler Märkte und die Innovationspolitik.

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/2006de/pri04/pri04.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitslosigkeit sinkt verhaltener
27.07.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie