Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

’Capital’-Soliditätstest unter Lebensversicherern: Lebensversicherte müssen mit hohen Einbußen bei Auszahlungen rechne

17.10.2001


Lebens- und Rentenversicherungen müssen Gewinnbeteiligungen erheblich kürzen / Finanznot der Versicherer wird Übernahmen zur Folge haben

Bei 83 Millionen Policen von Lebensversicherten stehen zum Jahreswechsel erhebliche Kürzungen der Gewinnbeteiligungen bevor. "Alle Lebensversicherungen müssten ihre Überschussbeteiligungen senken", erklärt Heijo Hauser, Geschäftsführer des Versicherungsberaters Tillinghast-Towers Perrin, gegenüber dem Wirtschaftsmagazin ’Capital’ (Ausgabe 22/2001, EVT 18. Oktober). Anlass sind deutlich schlechtere Kapitalerträge aufgrund von Wertverlusten am Aktienmarkt, schwachen Immobiliengeschäften und anhaltend niedrigen Zinsen. Zugleich sind die Ausgleichspolster in den stillen Reserven rapide geschrumpft. ’Capital’ hat in seiner aktuellen Ausgabe die 73 wichtigsten Lebensversicherer einem Soliditätstest unterzogen. Das Ergebnis: 21 der 73 untersuchten Unternehmen gaben 2001 höhere Zinsen auf Kundenbeiträge weiter, als sie selbst mit ihren Kapitalanlagen netto erwirtschafteten. Eine Umfrage unter den Gesellschaften ergab, dass die meisten Lebensversicherer daher darüber diskutieren, die Verzinsung für Policen zu kappen. Einige Anbieter haben bereits beschlossen, die Gewinnbeteiligung der Kunden zu reduzieren: die Spanne reicht von -0,75 Prozentpunkten bei der Continentale bis zu -1,75 Prozentpunkten bei der Hannoversche LV.

Laut ’Capital’ rächt sich in diesen mageren Zeiten, wenn die Kunden den prog-nostizierten Auszahlungsbetrag als Versprechen nahmen und nicht als bloße Hochrechnung. Auf Nummer sicher geht, wer nur mit der Garantieleistung von 3,25 Prozent auf seine Beiträge kalkuliert. Die Abschläge der Branche werden im Durchschnitt "um einen Prozentpunkt pendeln", schätzt der Geschäftsführer des Versicherungsberaters Tillinghast-Towers Perrin, Heijo Hauser. In diesem Fall fehlen einem Kunden, der seit fünf Jahren in einen 15-Jahres-Vertrag einzahlt und mit 400.000 Mark rechnet, am Ende 31.000 Mark. Längerfristig müssen sich die Versicherten nach Expertenschätzung auf nur noch rund 6,5 statt bis zu acht Prozent Verzinsung einstellen.

Für Versicherer in akuter Finanznot sucht das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen dem Vernehmen nach wirtschaftlich starke Partner, die die Bestände der Wackelkandidaten übernehmen. "Es wird mit Sicherheit Übernahmen geben", prophezeit Hauser. Auch der Chef der Hannoverschen Leben, Eckart von Uckermann, sondiert: Natürlich könne man allein weitermachen - "aber es könnte sein, dass wir es mit einem Partner besser fänden."

Mit dem ’Capital’-Policen-Check können Lebensversicherte jetzt prüfen, ob ihr Vertragsunternehmen erste Wahl ist. Unabhängige Versicherungsberater erkennen, was die Police heute noch wert ist und helfen, die Rendite zu steigern. Der Policen-Check wird vom Bundesverband der Versicherungsberater angeboten und kostet 150 Mark. Teilnahme-Coupons finden sich in der aktuellen ’Capital’-Ausgabe.

ots Originaltext: Capital
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Für Rückfragen:
Ingrid Herden, Redaktion ’Capital’,
Tel. 0221/4908-112,
Fax 0221/4994-148
E-Mail: herden.ingrid@capital.de

| ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Aufschwung setzt sich fort
28.11.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Rückgang, aber noch keine Tendenzwende
21.11.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen

12.12.2017 | Medizin Gesundheit

Mit Drohnen Wildschweinschäden schätzen

12.12.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Tumoren ordentlich einheizen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie