Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kraftfahrzeugtechnik bringt Antrieb für die Hauptstadtregion

18.01.2006


Forschungspolitischer Dialog zur Kraftfahrzeugtechnik in Berlin


Die Region Berlin-Brandenburg wird ihren Platz unter den großen Automobilstandorten Deutschlands mit dem Aufbau eines Kraftfahrzeug-Engineering-Zentrums (Kfz-Zentrum) sichern und weiter ausbauen. Dies ist eines der Ergebnisse des Forschungspolitischen Dialoges, den die TSB Technologiestiftung Berlin, der Forschungs- und Anwendungsverbund Verkehrssystemtechnik (FAV) Berlin und die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur am 17. Januar 2006 gemeinsam in Berlin durchführten. Die Kraftfahrzeugtechnik gilt als wichtiges Handlungsfeld der Verkehrssystemtechnik, die zu den im Rahmen der kohärenten Innovationsstrategie identifizierten Berliner Kompetenzfeldern gehört und besondere Wachstumsperspektiven bietet. Neben Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft gehörten der Staatssekretär Dr. Hans-Gerhard Husung von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur und der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, zu den Hauptrednern und unterstrichen die Bedeutung des Themas Kraftfahrzeugtechnik für die Region.

Mit rund 19.000 Beschäftigten in Industrie, kleinen und mittleren Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen rangiert die Hauptstadtregion heute auf Platz sieben der Kraftfahrzeugzentren Deutschlands. Neben Fahrzeugherstellern wie DaimlerChrysler, BMW, Volkswagen und Systemlieferanten wie Bosch, Delphi, Visteon, Takata Petri, ZF und Knorr Bremse ist eine Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen als Komponenten- und Bauteilzulieferer aktiv. Darüber hinaus haben Engineering-Dienstleister wie IAV, INPRO und AMOVIS ihren Sitz in Berlin. Die anerkannte wissenschaftliche Kompetenz der Region in der Kfz-Technik manifestiert sich in der Vielzahl nationaler und internationaler Kooperationen. Bei der Fahrzeugsicherheit, aber auch im Antriebs-/Energiebereich, in der Kfz-Produktionstechnik und auf dem Feld der Fahrzeugelektronik nimmt die Berlin-Brandenburger Wissenschaft eine führende Rolle ein. Neben der Technischen Universität Berlin sind hier insbesondere Fraunhofer Institute wie das Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM), das Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik, die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus zu nennen.


Gerade die kleinen und mittleren Unternehmen der Region müssen noch stärker als bisher in Netzwerken mit diesen wissenschaftlichen Einrichtungen arbeiten, um System- und Subsystemfähigkeiten und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Das im Masterplan "Verkehr und Mobilität" vorgesehene Kfz-Zentrum wird diese Aufgabe erfüllen, in dem es Innovationsnetzwerke in technologischen Schlüsselfeldern aufbaut und betreut. Dabei stützt es sich auf eine virtuelle und eine physische Komponente.

Basis ist das Netzwerk der Akteure, die sich bereits jetzt engagieren und offen für Kooperationen auf Zukunftsfeldern der Kfz-Technik sind. Inhaltliche Schwerpunkte bilden Schlüsselthemen, die erhebliche Marktpotenziale besitzen, zu den vorhandenen Fähigkeiten der Region passen und von den "klassischen" Automobilregionen noch nicht abgedeckt werden. Diese stellen zugleich die Schwerpunkte des geplanten Kfz-Zentrums unter starker Einbindung der wissenschaftlichen Kompetenz dar:

  • Von der passiven zur integrierten aktiven Fahrzeugsicherheit
  • Fortschrittliche Antriebstechnik mit besonderem Fokus auf "Clean Energy", Kraftstoff und Antriebssystemen
  • Beratungskompetenz für internationale Gesetzgebung in Sachen Sicherheit & Umwelt
  • Wasserstoffinfrastruktur, insbesondere Betankung/Handhabung
  • Innovative Produktionstechnik, Mechatronik und Drive-by-wire Drive by wire: (zumindest teilweises) Fahren oder Steuern ohne mechanische Kraftübertragung)
  • Nachwachsende Rohstoffe für Materialien im Kfz-Bau

Aus dem Netzwerk heraus bilden sich Verbünde Wissenschaft-Wirtschaft, die konkrete Projekte entwickeln und umsetzen, mit denen sie sich Systemkompetenz erarbeiten. Erste Vorhaben dieser Art sind bereits gestartet (z. B. SteamCell APU als Zukunftsfonds-Projekt). Als eine weitere virtuelle Komponente wird die Etablierung eines Verbundes von Test- und Versuchseinrichtungen geplant. Damit sollen die Unternehmen und Forscher, die Versuchseinrichtungen betreiben, in die Lage versetzt werden, diese durch Kooperationen besser auszulasten (und auf den Aufbau zusätzlicher Einrichtungen gegebenenfalls ganz verzichten zu können, weil auf die Ausrüstung von Partnern zurückgegriffen werden kann).

Mittel- bis langfristig ist ein Campus für Kfz-Technik geplant, in dem sich - vornehmlich kleinere - komplementär arbeitende Unternehmen ansiedeln können und die Wissenschaft fest eingebunden ist. Entsprechend der Schwerpunktsetzungen sollen sich unter dem Gesamtdach des Engineering Zentrums Einzelzentren mit ihren jeweiligen spezifischen Bedürfnissen organisieren.

Dr. Bruno Broich, Vorstand der TSB Technologiestiftung Berlin: "Gerade die Automobilindustrie ist für ihre Innovationsfreudigkeit bekannt. Der Schritt von der Forschung in die Anwendung muss hier besonders schnell gehen. Die kohärente Innovationsstrategie hat aufgezeigt, dass die Hauptstadtregion in der Kraftfahrzeugtechnik, die ein wichtiges Handlungsfeld der Verkehrssystemtechnik ist, gut positioniert ist und weitere Perspektiven hat, die sie unbedingt nutzen sollte. Ein mit aus GA-Mitteln unterstütztes Innovationsmanagement stellt dabei ein wichtiges Instrument im Sinne der stabilen Vernetzung der Akteure dar. "

Wolfgang H. Steinicke, Leiter der TSB-Initiative Forschungs- und Anwendungsverbund Verkehrssystemtechnik Berlin: " Wir haben mit unseren Analysen eine Reihe von Feldern identifiziert, die man als ’Knospen’ bezeichnen könnte: Das Stadium der Grundlagenforschung haben sie hinter sich, wichtiges Know-how zur Umsetzung liegt bei Akteuren unserer Region, der Markt zeigt Anwendungspotenziale auf und die großen Automobilregionen besitzen keinen Vorsprung. Hier lohnt es sich für die Region, in den raschen Aufbau von Verbünden zu investieren, die sich damit Systemkompetenz aufbauen, die dauerhaft nachgefragt wird. Dies ist das Leitbild für die Konzipierung eines Kfz-Zentrums mit starker Wissenschaftskomponente."

Dr. Hans-Gerhard Husung, Staatssekretär für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin: "Die exzellenten Forschungseinrichtungen Berlins und Brandenburgs bieten der Region große Chancen, in der Verkehrstechnik mit innovativen und wettbewerbsfähigen Lösungen voranzugehen. Durch intensive und zielgerichtete Kooperationen von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik könnte das Kfz-Engineering-Zentrum als sichtbarer Leuchtturm mit internationaler Strahlkraft zum Kern eines grenzüberschreitendes überregionalen Mobilitäts-Cluster werden."

Harald Wolf, Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen Berlin: "Berlin-Brandenburg ist heute auf Platz 7 der Kraftfahrzeugzentren Deutschlands positioniert. Charakteristisch für die Region sind kleine und mittlere Unternehmen, die gute Zukunftsperspektiven haben, wenn sie sich zusammenschließen und ihre komplementären Fähigkeiten nutzen. Der Berliner Senat will Unternehmen, die bereit sind, sich für Kooperationen untereinander und mit der Wissenschaft zu öffnen, besonders unterstützen, zum Beispiel mit dem Instrument des Zukunftsfonds. Für eine gefestigte Position der Berliner Unternehmen ist schließlich deren Einbindung in europäische Entwicklungspartnerschaften wichtig. TSB und FAV beschreiten diesen Weg im Kompetenzfeld "Verkehr und Mobilität" besonders erfolgreich. Im engen Schulterschluss mit der TSB und den anderen Akteuren des Kernteams wird der Berliner Senat die kohärente Innovationsstrategie vorantreiben, um unsere Potenziale für neue Arbeitsplätze in der Region zu aktivieren. Mit einem positiven Saldo von rund 1.300 Arbeitsplätzen innerhalb der letzten drei Jahre hat das Kompetenzfeld "Verkehr und Mobilität" gezeigt, dass Beschäftigungswachstum in der Hauptstadtregion möglich ist."

Frauke Nippel | idw
Weitere Informationen:
http://www.technologiestiftung-berlin.de
http://www.berlin.de/senwiarbfrau/downloads/index.html#kompetenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzt Anstieg fort
22.06.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu
29.05.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Informationstechnologie - Internationale Konferenz erstmals in Aachen

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

22.06.2017 | Geowissenschaften

Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern

22.06.2017 | Energie und Elektrotechnik

Tröpfchen für Tröpfchen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie