Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BDI-Mittelstandsstudie: In der Industrie dominieren die gewachsenen Familienunternehmen

09.10.2001


Von den 107.000 deutschen Industrieunternehmen gehören 105.000 zum Mittelstand. Sie stellen insgesamt 3,1 Millionen Arbeitsplätze. Im industriellen Mittelstand haben sich in hohem Maße Nischen-Unternehmen etabliert, die sich über eine Strategie der Qualitätsführerschaft am Markt positioniert haben. Dies sind Ergebnisse einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung, Bonn (IfM), die es im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, Allgemeine Deutsche Treuhand AG, erarbeitete.

"Die Stärkung ihrer Kernkompetenz und die Erschließung neuer Märkte sind für die familiengeführten Industrieunternehmen von ganz besonderer Bedeutung", erläuterte Gunter Kayser, wissenschaftlicher Geschäftsführer des IfM bei der Präsentation der Studie. Das deute auf einen erheblichen Wettbewerbsdruck hin. Arend Oetker, Vorsitzender des BDI-Mittelstandsauschusses und BDI-Vizepräsident, folgerte daraus, dass sich Verbände und Politik "noch stärker um eine aktive Begleitung mittelständischer Unternehmen auf die internationalen Märkte kümmern müssen. Vor allem wird deutlich, dass die heimischen Standortbedingungen maßgeblich dafür sind, wie wettbewerbsfähig und effizient der Mittelstand ist, um international mithalten zu können. Das wirkt sich unmittelbar auf Arbeitsplätze und Steuern in Deutschland aus."

Oetker unterstrich, die Studie belege durch empirische Erhebungen, dass "die Unternehmen die steuerlichen Rahmenbedingungen ohne wenn und aber auf Platz 1 setzten, wenn sie nach staatlichen Handlungsfeldern befragt werden." Der BDI-Vizepräsident forderte daher die Politik auf, endlich die Reform der Kommunal-finanzen anzupacken. Für die Reform der Gewerbesteuer habe der BDI bereits ein Konzept vorgelegt.

"Bemerkenswert ist auch, dass die industriellen Familienunternehmen dem Standortfaktor Bildung eine sehr hohe Bedeutung geben. Auch dies sei eine klare Handlungsaufforderung an den Staat, noch stärker den Bedürfnissen mittelstän-discher Unternehmen bei Bildung und Ausbildung entgegen zu kommen," so Oetker.

Eine Zweiteilung mittelständischer Betriebe befürchtet Joachim Schmidts, Mitglied des Vorstands der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young Deutsche Allgemeine Treuhand AG. "Die Studie belegt eine Tendenz, dass sich der industrielle Mittelstand unterteile in dynamische, an die Veränderungen anpassende Unternehmen, und in eher statische, die sich defensiv verhalten." Er warnte davor, dass eine Professionalisierung als Voraussetzung, um auf Märkte besser reagieren zu können, nicht erst bei größeren Mittelständlern einsetzen dürfe. "Stärkeres Wachstum, höhere Gewinne und gute Zukunftsaussichten hängen damit eng zusammen", so Schmidts.

Der wissenschaftliche Geschäftsführer des IfM, Kayser, wies darauf hin, dass sich die mittelständische Industrie mitten in einem Generationswechsel befinde. "In den vergangenen fünf Jahren fand bei 20 Prozent der Familienunternehmen bereits ein Wechsel statt. Bis 2006 werden weitere 24 Prozent der Familienunternehmen an einen Nachfolger übertragen. Eine neue Unternehmergeneration meist aus der bisherigen Familie tritt an, das Erarbeitete zu sichern und weiterzuentwickeln."

ots Originaltext: Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. Im Internet recherchierbar: http://

Rückfragen:

Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
Mitgliedsverband der UNICE
Postanschrift
11053 Berlin
Telekontakte
Tel.: (030) 2028-1566
Fax: (030) 2028-2566
E-Mail M.Tuzina@bdi-online.de

| ots
Weitere Informationen:
http://www.bdi-online.de
http://www.presseportal.de

Weitere Berichte zu: BDI IfM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Aufschwung setzt sich fort
28.11.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Rückgang, aber noch keine Tendenzwende
21.11.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einmal durchleuchtet – dreifacher Informationsgewinn

11.12.2017 | Physik Astronomie

Kaskadennutzung auch bei Holz positiv

11.12.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Meilenstein in der Kreissägetechnologie

11.12.2017 | Energie und Elektrotechnik